Neuer Therapie-Ansatz bei Schmerzen

8. Dezember 2012, 10:35

Im Tiermodell zeigte sich ein deutlich reduziertes Schmerzempfinden

Berlin - Entzündungsschmerzen sind die häufigste Form schmerzhafter Erkrankungen. Sie treten beispielsweise akut nach Operationen oder chronisch bei Erkrankungen wie einer rheumatischen Arthritis auf. Die Behandlung dieser Schmerzen ist oft schwierig, da sie selten auf konventionelle Therapien ansprechen. Zudem weisen Opiate, wie beispielsweise Morphium, gravierende Nebenwirkungen auf und auch Schmerzmittel wie Ibuprofen können bei längerfristiger Anwendung zu Magengeschwüren, inneren Blutungen und Herz-Kreislauf-Problemen führen.

Nun konnte ein deutsch-französisches Forschungsteam im Tiermodell zeigen, dass eine Schmerzbehandlung insbesondere dann erfolgreich ist, wenn Immunzellen und Nervenzellen außerhalb des Gehirns oder des Rückenmarks in die Therapie mit einbezogen werden.

Gezielter Einsatz von Enzymhemmern

Durch die Aktivierung von Opiat-Rezeptoren in Nervenzellen außerhalb des Gehirns oder des Rückenmarks besteht die Möglichkeit, Schmerzen zu lindern, ohne dass Nebenwirkungen bekannt sind. Dabei werden die Rezeptoren mit synthetischen Opiaten oder körpereigenen opiat-ähnlichen Peptiden, bespielsweise Enkephaline und Endorphine, behandelt. Allerdings werden diese Peptide durch zwei bestimmte Enzyme, die Aminopeptidase N und die Neutrale Endopeptidase, schnell inaktiviert, so dass die schmerzlindernde Wirkung nicht anhält.

Die Forschungsgruppe um Halina Machelska-Stein von der Klinik für Anästhesiologie der Charité - Universitätsmedizin Berlin konnte im Tiermodell zeigen, dass Entzündungsschmerzen gemildert werden, wenn die beiden für den Abbau verantwortlichen Enzyme durch Enzymhemmer blockiert wurden. In Präparaten aus Immun- und Nervenzellen, die diese Enzyme enthielten, wurden die körpereigenen Peptide rasch abgebaut. Dies konnte verhindert werden, wenn die Präparate zuvor mit den Enzymhemmern Bestatin, Thiorpan oder P8B versehen wurden.

In der Folge war das Schmerzempfinden deutlich reduziert oder es entwickelte sich sogar völlige Schmerzunempfindlichkeit. "Eine Schmerzbehandlung, die den Schmerz am Ort seiner Entstehung durch körpereigene opiat-ähnliche Peptide bekämpft, kann selektiver und möglicherweise ohne Nebenwirkungen vorgenommen werden", erklärte Machelska-Stein zu den Ergebnissen der Untersuchung, die im "FASEB Journal" veröffentlicht wurden. Darüber hinaus könnte eine solche Behandlung Folgereaktionen des Nervensystems verhindern, die zur Entwicklung chronischer Schmerzen führen, so die Forscher abschließend. (red, derStandard.at, 8.12.2012)

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14 Postings

es ist auffallend, daß das wort "heilung" im zusammenhang mir unserem pharmamonopol eigentlich ausgestorben scheint - man liest nur mehr von "behandlung", "therapie" usw.

heilung unerwünscht, weil umsatzschädigend?

Natürlich -die Heilung für alles gibt es schon, nur die Pharmaindustrie versteckt sie!

Genauso gibt es schon die Möglichkeit dauerhaft satt zu bleiben, aber die Nahrungsmittel-Industrie unterdrückt dieses Wissen.

Ich denke es wird etwas gegen diese Entzündungen gegeben werden. Aber sowas heilt nicht von heute auf morgen, deswegen ist Schmerzfreiheit auch nicht übel ;)

Noch dazu sind Entzündungen Reaktionen des Körpers...

richtig - reaktionen auf etwas, dessen URSACHE man im sinne des profits und des shareholdervalues am besten unberücksichtigt läßt - statdessen beschäftigt man sich lieber mit den SYMPTOMEN, und hat so einen lebenslangen dauerkunden mehr....

wirtschaftlich natürlich eine völlig korrekte überlegung, aber moralisch wohl eher fragwürdig - wobei es unser pharmamonopol mit der moral ja bekanntermaßen, und historisch schön belegt, eh nicht so hat:

http://www.youtube.com/watch?v=lWdwtLJlKoE

komisch, als mein Blinddarm brach, hat man mich ungeachtet des Shareholdervalues operiert, anstatt mir Aspirin zu geben...

ich schreib nix über chirurgie oder notfallmedizin/operationen - ich schreib nur über den mangelnden willen zur heilung, und die gründe warum dieser im pharmamonopol latent vorhanden ist

des weiteren sollte jedem klar sein, daß man eine, dem gemeinwohl dienende einrichtung wie das gesundheitssystem auf keinen fall profitorientiert betreiben kann, weil genau das den ursprünglichen sinn pervertiert, und plötzlich die möglichst lange, profitträchtige BEHANDLUNG den wunsch nach HEILUNG ersetzt, und der patient nur mehr als "profitcenter" gesehen wird....

wart, ich packs in eine gleichung, für dich:

profit = behandlung/therapie
profit = vermeidung von heilung

in dem Fall ist die Operation die Heilung ---> Blinddarm weg, Ursache beseitigt.

Wart, ich packs auch in eine Gleichung für dich:

wenn's hilft = Profit der anderen ist mir wurscht.

wenns nicht hilft sondern nur symptome mildert = profit am größten

Sie werden nicht gezwungen Schmerzmittel zu nehmen. Einige werden trotzdem dankbar sein wenns welche gibt...

das bestreite ich nicht, ich wage es nur das moralische problem zu erwähnen, das gezwungenermaßen entsteht, wenn man mit den schmerzen anderer geld verdienen will....und daher niemals ein kausales interesse daran haben kann, daß der schmerz vergeht.

sie argumentieren viel zu intelligent.

mir fällt leider auf, dass sehr wenige menschen willens sind, ein wenig umfassend zu denken. dementsprechend wird eine aussage wie ihre oben gemachte schlichtweg nicht verstanden.

einfach formuliert: die pharmaindustrie verdient am besten, wenn man krankheiten auf einen dauerauftrag reduziert. heilung wäre da wie eine finanzielle katastrophe. beispiele dazu gibt es genug: z.B: psoriasis. jedeer kann sich informieren und selber ein bild machen.

ja unglaublich intelligent...

...und er ist natürlich auch nicht der x-millionste der in einem Forum genau diese relativ billige Verschwörungstheorie aufbringt!

Ach,

und Sie meinen also Psoriasis sei nur deshalb noch nicht heilbar, weil die böse Pharmaindustrie so gut daran verdient und sie daher lieber als vorwiegend chronische Erkrankung erhalten will? C. c. stultitiam esse delendam!

Die Ursache ist eine Konsequenz der Behandlung (Operation,...). Es werden Entzündungshemmer gegeben und nachdem eine Entzündung (Je nach Zustand des Immunsystems) nicht sofort zurückgeht können Schmerzen entstehen gegen die man etwas bekommen kann. Schmerzen sind zwar rein körperlich irrelevant aber psychisch ists ein Unterscheid.

Wenn die Konsequenz einer Nicht-Behandlung drastischer wäre als die Konsequenzen der Nebenwirkungen dann ist die Behandlung durchzuführen...

Alles was Wirkung hat, hat auch Nebenwirkung...

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