Teardown: Reparaturspezialisten zerlegen neuen iMac

3. Dezember 2012, 14:19
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Neuauflage des All-in-One-Rechners schlechter zu reparieren als Vorjahresausgabe

iFixit hat wieder zugeschlagen und mal wieder aktuelle Hardware auseinandergebaut. Diesmal an der Reihe war der iMac mit 21,5 Zoll-Display. Im Vergleich zur letzten Generation hat Apple den All-in-One-Rechner enorm verschlankt. Wie sich zeigt, geht das allerdings auf Kosten der Reparierbarkeit.

Schwierigkeiten bei Display-Abnahme

Schon die Demontage der Displaykonstruktion - nunmehr eine Fusion aus Glas und LCD-Bildschirm - benötigt nun mehr Aufwand. Hatte Apple bislang hauptsächlich auf und Magnete gesetzt, um diese an Ort und Stelle zu befestigen, ist sie diesmal mit starkem, geschäumten Kleber fixiert. Erst der Einsatz eines Plektrums in Kombination mit einer Heißluftpistole führte die Reparaturspezialisten zum Erfolg. Beim Zusammensetzen muss das bisherige Adhäsiv abgekratzt und durch neues ersetzt werden.

Das Display ist übrigens das Gleiche wie in der Ausgabe des letzten Jahres. Geliefert wird es von LG, in seiner aktuellen Form ist es jedoch um fünf Millimeter dünner. Das Innenleben des Gerätes hat sich allerdings massiv verändert.

Schlankerer iMac, schlankere Festplatte

Die Schlankheitskur für den neuen iMac wurde unter anderem dadurch möglich, dass Apple die zuletzt enthaltene 3,5 Zoll-Festplatte mit einer im 2,5-Zoll-Format ersetzt hat, wie sie üblicherweise in Notebooks verbaut wird. Dabei setzt man auf das Modell Travelstar 5K1000 (1 TB) des mittlerweile zu Western Digital gehörenden Unternehmens HGST, das einst die Festplattensparte von Hitachi war. Zum Schutz vor Vibrationen ist die Platte in ein gummiertes Case eingebettet.

Apple hat auch das Belüftungskonzept geändert. Statt mehreren kleinen rotiert im Inneren des Gehäuses nun ein größerer Ventilator, der die Betriebstemperatur auf einem für die Hardware erträglichen Level halten soll.

Lautsprecher mit Widerhaken

Ins nächste Problem stolperten die Bastler beim Demontieren der integrierten Lautsprecher. Diese waren - aus nicht nachvollziehbaren Gründen - zusätzlich mit Widerhaken versehen. Ansonsten wären sie relativ einfach herausnehmbar gewesen. Erst danach konnte das Motherboard des Rechners entfernt werden, auf dem die - ebenfalls wechselbare - CPU sitzt.

Die gute Nachricht: Der Arbeitsspeicher des neuen iMac ist nicht angelötet und somit austauchbar. In dem von iFixit geöffneten Gerät steckten zwei vier GB fassende Riegel des Typs Hynix PC3-12800. Ebenfalls wechselbar ist die AirPort-Karte, auf der ein von Broadcomm produzierter WLAN-Chip prangt.

Die schlechte Nachricht: Bis man an diese Komponenten gelangt, muss nahezu das komplette Gerät auseinandergebaut werden. Weiters ist interessant, dass sich in der von iFixit geöffneten Grundversion des iMacs ein Anschluss für Apples proprietären SSD-Konnektor findet. Der Anschluss selbst ist jedoch nicht vorhanden, eine Erweiterung um ein zweites Laufwerk ist also bestenfalls über riskante Lötarbeiten mithilfe eines Ersatzteils möglich.

Fazit: 3/10

Insgesamt verleiht iFixit dem iMac einen Repairability-Score von drei aus zehn Punkten. Die Austauschbarkeit von RAM, Festplatte und Prozessor werden gelobt, die untrennbare Einheit aus LCD-Display und Verglasung stößt jedoch auf wenig Gegenliebe. Schelte gibt es auch dafür, dass die austauschbaren Teile enorm unzugänglich sind und selbst die Ablösung der Displayeinheit bereits gröberer Mittel bedarf. (red, derStandard.at, 03.12.2012)

Link:

iFixit

  • Der neue iMac: Schlanker, dafür schwerer zu reparieren.
    foto: ifixit

    Der neue iMac: Schlanker, dafür schwerer zu reparieren.

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