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2011 waren 119,6 Millionen EuropäerInnen von Armut oder sozialer Ausgrenzung bedroht
Brüssel - Die Zahl der von Armut und sozialer Ausgrenzung gefährdeten Menschen steigt in der Europäischen Union weiter, obwohl die Verringerung der Armut ein Kernziel der Union bis 2020 ist. Nach den am Montag veröffentlichten Daten des EU-Statistikamtes Eurostat waren 2011 119,6 Millionen EuropäerInnen bzw. 24,2 Prozent der Bevölkerung in der EU von Armut oder sozialer Ausgrenzung bedroht. In Österreich waren dies 16,9 Prozent der Bevölkerung oder 1,4 Millionen Menschen.
Im Jahr 2010 lieg der Anteil der von Armut oder sozialer Ausgrenzung bedrohten Personen in der EU noch bei 23,4 Prozent, in Österreich bei 16,6 Prozent. 2008 wiesen in Österreich allerdings schon 18,6 Prozent der Bevölkerung ein solches Risiko auf.
Armutsgefährdet nach Zahlung von Sozialleistungen sind demnach in der EU 17 Prozent der Bevölkerung. Ihr nationales Einkommen liegt demnach unter 60 Prozent des nationalen verfügbaren Medianeinkommens. Aufgrund der Wirtschaftskrise ist diese Schwelle in mehreren EU-Staaten gesunken.

Die höchsten Quoten für Armutsgefährdung verzeichnen Bulgarien, Rumänien und Spanien (je 22 Prozent), gefolgt von Griechenland (21 Prozent). Die niedrigsten Quoten haben Tschechien (10 Prozent), die Niederlande (11 Prozent), Österreich, Dänemark und die Slowakei (je 13 Prozent).
Als gefährdet nach EU-Definition gilt aber auch, wer unter erheblicher materieller Entbehrung leidet. Dies waren 2011 9 Prozent der EU-Bevölkerung, in Österreich 3,9 Prozent. Dieses Kriterium erfüllen in Bulgarien 44 Prozent der Bevölkerung, in Lettland 31 Prozent und in Luxemburg und Schweden nur jeweils 1 Prozent.
Ein weiteres Armutskriterium ist der Anteil an Personen in Haushalten mit sehr niedriger Erwerbstätigkeit. Weniger als 20 Prozent ihres Erwerbspotenzials ausgeschöpft haben im EU-Schnitt 10 Prozent. Die Spanne reicht von Belgien (14 Prozent) bis Zypern (5 Prozent), Österreich liegt bei 8,0 Prozent. (APA, 3.12.2012)
Wissen: Armut in der EU
Personen, die unter erheblicher materieller Entbehrung leiden, leben unter Bedingungen, die durch fehlende Mittel eingeschränkt sind. Diese Menschen sind von mindestens vier der folgenden neun Entbehrungskategorien betroffen:
Sie sind nicht in der Lage,
1) die Miete/Rechnungen für Versorgungsleistungen/Ratenzahlungen für Mietkauf pünktlich zu bezahlen,
2) die Wohnung ausreichend zu heizen
3) unerwartete Ausgaben zu tätigen
4) jeden zweiten Tag eine fleisch- oder fischhaltige Mahlzeit (bzw. vegetarische Entsprechung) zu haben
5) einen einwöchigen Jahresurlaub weg von zu Hause zu finanzieren,
6) sich ein Auto,
7) eine Waschmaschine,
8) einen Farbfernseher oder
9) ein Telefon (einschl. Mobiltelefon) leisten zu können.
Link:
so sieht es bei unseren östlichen nachbarn aus.
http://republikschilda.blogspot.hu/2012/12/w... herum.html
gab es mal jemanden, der nannte das was jetzt passiert die Akkumulation des Kapitals. Der erste Versuch der daraus resultierenden Gesellschaftsform mag grandios gescheitert sein. Mit der Prognose, wie sich Kapitalismus entwickelt scheint er bis heute recht behalten zu haben, nachdem dieser- nach dem Zusammenbruch des Ostblocks- wieder eine Monopolstellung hat.
trotzdem hätte sich dieser jemand unseren heutigen wohlstand selbst in seinem "system" nie erträumen lassen. ob jedem sein benz wirklich die lösung ist ?
denn würde man alles schön gerecht? aufteilen (von der folgenden unregierbarkeit größerer unternehmungen, der zerschlagung größerer immobilienwerte abgesehen, die massive nachteile mit sich bringt) hätte jeder haushalt auch nur knapp 500k.
also das was sich jeder mensch/ besser haushalt mit arbeit auch locker aufbauen kann.
so gesehen, eh etwas verwunderlich, dass das vermögen der österreicher nicht weit höher ist.
Ich darf die am echten Leben orientierte, global gültige Armutsdefinition präsentieren:
- kein Dach über dem Kopf
- frieren müßen (wirklich frieren!)
- hungern müßen
Trifft nur einer dieser Punkte zu - arm!
Trifft keiner dieser Punkte zu - nicht arm!
nützt es eigentlich, wie ein kaninchen auf eine schlange zu starren und zu wissen, dass es ein viertel der menschen um den geldtopf rittern, sich dabei aufs heftigste bekämpfen und sich zehn prozent freuen, weil je ärmer die anderen umso mehr bleibt ihnen?
außerdem halte ich es schön langsam für wirklich unmoralisch, ständig den armen vorzuhalten, dass sie arm sind, so als würden sie den reichtum gefährden.
das ist die ärgste unsitte, die sich in den letzten zehn jahren bei uns breitgemacht hat.
des vorigen Jahrhunderts ist eine Umverteilungsaktion nach oben in gigantischem Ausmaß im Gange, die sich in letzter Zeit noch beschleunigt hat.
Schon Paracelsus hat gesagt: Werte entstehen vor allem durch die Arbeit. Und die arbeitende Bevölkerung verdient immer weniger.
kein Wunder- seit dieser Zeit hat die derzeitig bestehende Gesellschaftsform wieder das Monopol(siehe oben) und kann sich daher nach Herzenslust austoben. Sie können das Pony rotmachen, wie es Ihnen beliebt- schon damals habe ich befürchtet, dass genau dieses eintreten wird.
Mir fallen zwei Gedanken zum Thema ein:
- Österreich (oder auch Deutschland) ist ein Land, in dem wir einen vergleichsweise hohen Wohlstand und eine geringe Armut haben. Das ist ein ausgesprochenes Privileg, schaut man sich die Länder um uns herum an.
- Für Österreich (oder auch Deutschland) gilt allerdings das gleiche, wie es für die EU zutrifft: Bevor man sich europaweit um die Einführung von Standards in der Armutbekämpfung einigt, und sei es nur die Einführung von sozialen Standards - wie die Gesundheitsversorgung, rettet man lieber die Banken, bzw. ihre Anleger und nennt diese Rettung "systemrelevant", während jedes normale Geschäft pleite geht.
Ohne eine soziale Union Europa, wird eine Währungsunion nicht überleben, denke ich.
ich denke es ist pervers von armut zu reden, nur weil sich jemand kein auto leisten kann. wie nennen wir dann leute, die mit täglich unter einem dollar nahrung auskommen müssen und noch nie ein auto gesehen haben? diese definitionen sind für die armut industrie natürlich ein segen. ein argument für noch mehr steuern, noch mehr sozialleistungen, noch mehr schulden.
komisch nur, dass die weltgrößten sozialsysteme immer stärker steigende armut produzieren....
Es geht ja auch um "mindestens vier der neun Faktoren".
Und wenn Sie erst mal die Miete nicht mehr zahlen können, keine unerwartete Ausgabe tätigen können, keine Waschmaschine besitzen und die Wohnung nicht mehr heizen können haben sie ganz schön den Arsch offen, auch wenn viele Menschen auf der Welt von unter einem Dollar leben.
Da bekommt man vom Sozialstaat alles lebensnotwendige in den Allerwertesten geschoben und trotzdem kriegen es ein paar nich auf die Reihe??
Sry, ich hab dafür absolut kein Verständnis.
Ich war schon in vielen Ländern, wo Leute die WOLLEN keine Chance haben, nicht mal eine minimale, das ist wirklich traurig und zu bedauren.
Und dass im Falle eines Falles jene bestraft werden, die sich nicht von vornherein auf den Sozialstaat gelehnt haben, die fallen dann meistens durch das Netz, weil es doch nur engmaschig ist, wenn man von Kindesbeinen an sich genau nach den Regeln des sozialnetzes gehalten hat....
hat bei den Granden und Lenkern keine Bedeutung mehr, seit klar ist, dass ja endlos Geld aus dem Nichts in Banken, Schattenmarkt und Spekulation gepumpt werden koennen - und zwar weit mehr, als durch Arbeit/Konsum-Kreisläufe jemals auch nur möglich sein könnte.
Die angeblich demokratische Politik hat sich selbst abgeschafft, und es liegt nun am nackten Leben selbst, diese wieder zu restaurieren. Das wird brutal werden...
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