Teetrinker leben länger

3. Dezember 2012, 10:45
  • Ob schwarz oder grün, ob morgens oder abends - Mediziner und 
Lebensmittelforscher wissen schon seit langem, dass der Genuss von Tee 
nicht nur eine Frage des Geschmacks ist, sondern sich auch für die 
Gesundheit auszahlt.
    foto: lupo/pixelio.de

    Ob schwarz oder grün, ob morgens oder abends - Mediziner und Lebensmittelforscher wissen schon seit langem, dass der Genuss von Tee nicht nur eine Frage des Geschmacks ist, sondern sich auch für die Gesundheit auszahlt.

Wechselwirkungen zwischen bestimmten Tee-Inhaltsstoffen und der menschlichen DNA könnten für die positiven Auswirkungen von Tee verantwortlich sein

Menschen, die regelmäßig Tee trinken, erkranken seltener an Osteoporose, Krebs- oder Herz-Kreislauf-Leiden als solche, die kaum oder nie Tee trinken. Dies haben zahlreiche epidemiologische Studien der letzten Jahre ergeben. Warum dies so ist, war bislang jedoch ungeklärt. Nikolai Kuhnert, Chemiker an der Jacobs University, und sein Team konnten nun zeigen, dass es molekularbiologische Wechselwirkungen zwischen bestimmten Tee-Inhaltsstoffen und der menschlichen DNA gibt, die für die positiven Auswirkungen des Tees verantwortlich sein können.

Bislang ging man davon aus, dass diese gesundheitsfördernde Wirkung vor allem auf die antoxidative Wirkung von sogenannten Polyphenolen zurückzuführen ist. Diese natürlichen Substanzen machen 70 Prozent der Trockenmasse einer Tasse Tee aus und treten in schwarzem Tee mit bis zu 30.000 unterschiedlichen Verbindungen auf. Antioxidantien beugen Gewebeschädigungen vor, indem sie sogenannte Freie Radikale, aggressive chemische "Übeltäter", die durch negative Umwelteinflüsse entstehen, binden und unschädlich machen. Jüngere Untersuchungen der letzten fünf Jahre konnten jedoch überzeugend zeigen, dass die gesundheitsfördernde Wirkung von Tee-Polyphenolen nicht in erster Linie auf ihre antioxidative Wirkung zurückzuführen ist, und so war der genaue Wirkmechanismus für die positiven Gesundheitseffekte dieser teetypischen Pflanzenstoffe bislang nach wie vor ungeklärt.

Verlängerte Zelllebensdauer

Das Bremer Forscherteam um Nikolai Kuhnert konnte nun erstmals zeigen, dass die positive Wirkung der Tee-Polyphenole vermutlich auf molekularbiologischen Wechselwirkungen mit dem in Zellen gespeicherten Erbgut beruht. Basierend auf Befunden, dass sich in den Teepflanzen die Polyphenole vor allem in den Zellkernen anreichern, untersuchten die Wissenschaftler mit Hilfe verschiedener Spektroskopie-Verfahren, ob und wie einzelne Polyphenol-Moleküle mit der Zellkern-DNA interagieren. Sie fanden heraus, dass zwei der häufigsten Tee-Polyphenole, Epigallocatechingallat aus grünem Tee und Theaflavin-Digallat aus schwarzem Tee, besonders oft Bindungen mit DNA-Stücken und Proteinen eingehen, die am Ende von Chromosomen sitzen. Diese auch "Telomer" genannten DNA-Teilbereiche sind wesentlich verantwortlich für die Stabilität der Chromosomen und schützen diese vor dem Zerfall.

Im Detail funktioniert dies so: Bei jeder Zellteilung schneidet das Enzym Telemorase ein Stück von dem Telomer ab. Sobald das Telomer eine kritische Länge unterschritten hat, kann sich die Zelle nicht weiter teilen und stirbt. Polyphenol-Verbindung aus dem Tee, die an das Telomer gebunden sind, verhindern beziehungsweise verlangsamen diesen Verkürzungsprozess und verlängern so die Zelllebensdauer. "Wir gehen davon aus, dass diese positive stabilisierende Wirkung auf die Erbinformation auf lange Sicht auch die Gesundheit und Lebenserwartung des gesamten Organismus verbessert. Bestätigt wird dies durch Experimente mit der Fruchtfliege Drosophila, deren Lebensdauer sich durch den Konsum von Tee um rund 20 Prozent verlängert. Im Prinzip kann jede chemische Verbindung, die in dieser Weise an die Telomere andockt, diesen Effekt haben; interessanterweise kennen wir bislang jedoch noch keine andere natürliche Substanz, die Telomere so effektiv stabilisiert, wie die Tee-Polyphenole", erklärt Nikolai Kuhnert.

Die Ergebnisse von Nikolai Kuhnert basieren bislang auf In-Vitro-Studien mit menschlicher Telomer-DNA. Zusammen mit seinem Team möchte er nun schnellstmöglich herausfinden, wie sich die Tee-Polyphenole im menschlichen Körper unter alltäglichen Bedingungen verhalten. "Sollte es sich herausstellen, dass sich durch regelmäßigen Tee-Konsum im menschlichen Gewebe Tee-Polyphenole im Zellkern anreichern, hätten wir tatsächlich erstmals den Nachweis dafür, dass ein Lebensmittel das menschliche Leben verlängern kann. Dies wäre dann eine hochinteressante Ausgangsbasis für medizinische und klinische Studien, um das therapeutische Potenzial der Tee-Polyphenole zu erforschen", so Kuhnert abschließend. (red, derStandard.at, 3.12.2012)

Vorabpublikation in "Food & Function", DOI: 10.1039/C2FO30159H

Weiterlesen:

"Kräutertees sind keine Alltagsgetränke"

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Na endlich mal

ne gute Nachricht.

wenn ich alles das essen und trinken würde...

...das mein leben angeblich verlängert, wär ich doch sicher schon längst tot!

Grossbritannien ein Land der Methusalems?

Tee das beste Gesöff nach Wasser! Werde diese Colasäufer niemals verstehen …

juhuuuuuu...

ich bin unsterblich.......

oooo mann.....und das von einer uni, welche durch eine jacobs(!) stiftung gefoerdert wird....;))

Ich hoffe es stellt sich auch bald raus, dass die Stoffe in dem Irrsinn "Special-T", den Nestle Teekapseln die eine Spezialmaschine brauchen und auf das Kilo hochgrechnet bis zu 180€/kg (!!!) kosten, NICHT drin ist.

Das System ist ja noch WEIT kranker als Nespresso, weil bei Kaffee lass ich mir noch die Notwendigkeit einer Kaffeemaschine einreden (obwohl ich auch lieber eine habe, die mit JEDEM Kaffee zurechtkommt), aber wie schwierig ist es technisch, eine Tasse Tee zu kochen???

Die Preise von Special T sind echt ein Witz. Ich bezahle für meinen Tee 26 Euro für einen Kilo Bio Darjeeling.

Ist eh das selbe wie beim Kaffee.

Single Origin (also unverschnitten aus einer Region bzw sogar einer Plantage) Spitzenkaffee, bei dem die Bauern noch dazu ordentlich bezahlt werden (!):
9-10 Euro pro 1/4 kg also rund 40 €/kg.

Nespresso: rund 65 €/kg, FREUNDLICH gerechnet, da ich bezweifle, dass wirklich 7g Kaffeemehl in jeder Kapsel sind.
Vom Geschmack und dem was beim Produzenten monetär ankommt noch gar nicht zu reden...

Und ehe mir einer mit der Bequemlichkeit kommt:
E.S.E.-Pads, mit jeder herkömmlichen Siebträgermaschine zu betreiben und exakt die selbe Arbeit - und weniger Müll!

Beim Tee ist es unglaublicherweiss sogar noch weit krasser.

In einem Land, in dem der Durchschnitt denkt, eine Tasse Tee zuzubereiten, bedeute, einen Teebeutel in ein Tasse lauwarmes Wasser zu hängen, ist die Teezubereitung offensichtlich eine nahezu unlösbare Aufgabe!

Womit willst du Bobos nerven?

nimm ihnen die japanischen teehäuser weg ;-)

Wer richtigen Tee trinkt, ist ein Bobo? OMG, was sagt es dann über mich aus, dass ich keinen Wein aus dem Tetrapack trinke?

dass sie keine alkoholikerin sind, vielleicht...

Schaut so aus, als würde Nestle das zumindest glauben.

Ich hoffe ja noch immer zuversichtlich, dass sie mit dem Wahnsinn einfahren.

Tut's ma an G'fallen und entdeckt's das auch in Kaffee und Kakao, dankeschönvielmals ;o))

das heißt Gaugau

darum trink

ich meinen warmen Rum nur mehr mit einem Teebeutel.

genau, aber clever teebeutel bitteschön!

"mei teebeutel is net deppat!"

http://www.youtube.com/watch?v=zmM4whoTbGc

leben um zu leben oder leben um alt zu werden

ganz ehrlich, ich verstehe den ganzen Hype um die neuen "anti-aging"-methoden nicht
- anti-aging ernährung, anti-aging sport, anti-aging lebensstil ....

lebt man um zu leben oder um ein möglichst hohes alter zu erreichen?
mir kommt vor bei einigen gehts nur mehr um zweiteres - und ein schönes hohes Alter ist dann irgendwie auch wieder wertlos, weil nicht gelebt wurde!

man muss immer für sich selbst ein gleichgewicht finden - ich persönlich hab vor 3 jahren angefangen kaffee(&energy-drink)-konsum durch Tee zu ersetzen, hab damit meine Kopfschmerzen in Griff bekommen und allgemein ein besseres Lebensgefühl
(zusammen mit dem tee kam mehr sport, bessere ernährung etc)

trotzdem genieße ich auch immer mal wieder eine gute tasse cappuccino :)

achja und am gesündesten soll es sein, mit seinem leben zufrieden zu sein, stress zu vermeiden/verringern soweit es geht und sich nicht zu viele sorgen zu machen :)

wenn ich jetzt bei jeder tasse kaffee ein schlechtes gewissen bekomme, dass mich das gerade vielleicht 5sekunden meiner lebenszeit kostet (im vergleich zu tee?), wird sich das ganze wohl verstärken ;)

wovon man besonders in österreich aber wegkommen sollte:
teetrinkerInnen zu belächeln und aussagen wie "ich trinke nur tee wenn ich krank bin, schmeckt ja ekelhaft"
teegenuss kann was tolles sein! gleichzusetzen mit kaffeegenuss :)

warum muss sich das ausschließen?

ich tinke in der früh drei oder vier tassen starken assam-tee zum aufwachen und am nachmittag einen leichten darjeeling-tee zum wachbleiben.

dazwischen trinke ich mit freunden und kollegen vier bis sechs tassen kaffee und freu mich immer, wenn ich einen guten erwische.

tee ist hierzulande ein eher einsamer genuss, zum sozialen gefüge gehört eher kaffee.

mir schmeckt beides.

puh das ist aber auch net wenig kaffee :D

ich kreide es eben an, dass man durch die gesellschaft für gemeinsamen genuss eines heißgetränkes eigentlich zum kaffee gezwungen wird :)
probierens mal Freunde zu fragen "gemma mal wieder einen tee trinken?"
sie ernten darauf nur verwirrte blicke :D

finde ich schade, wie sie richtig anmerken, teegenuss ist eine einsame sache (tee eben nur als "gesundheits"mittel) und da wäre es schön, wenn sich tee als alternative/zusatz/.. zum genussmittel kaffee durchsetzt

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