Nachrichten in aller Kürze
Alles zur Community
Nachrichten, die zu Ihnen kommen: Newsletter, Feeds und SMS
Alles zu unseren mobilen Angeboten: Apps, Mobilversion und SMS
Unsere Radio- und TV-Angebote
Die Zeitung im Internet: Abo, E-Paper, Anzeigen und mehr
Alles über die Redaktion von derStandard.at
Alles über Onlinewerbung, Stellenanzeigen und Immobilieninserate

Ob schwarz oder grün, ob morgens oder abends - Mediziner und Lebensmittelforscher wissen schon seit langem, dass der Genuss von Tee nicht nur eine Frage des Geschmacks ist, sondern sich auch für die Gesundheit auszahlt.
Menschen, die regelmäßig Tee trinken, erkranken seltener an Osteoporose, Krebs- oder Herz-Kreislauf-Leiden als solche, die kaum oder nie Tee trinken. Dies haben zahlreiche epidemiologische Studien der letzten Jahre ergeben. Warum dies so ist, war bislang jedoch ungeklärt. Nikolai Kuhnert, Chemiker an der Jacobs University, und sein Team konnten nun zeigen, dass es molekularbiologische Wechselwirkungen zwischen bestimmten Tee-Inhaltsstoffen und der menschlichen DNA gibt, die für die positiven Auswirkungen des Tees verantwortlich sein können.
Bislang ging man davon aus, dass diese gesundheitsfördernde Wirkung vor allem auf die antoxidative Wirkung von sogenannten Polyphenolen zurückzuführen ist. Diese natürlichen Substanzen machen 70 Prozent der Trockenmasse einer Tasse Tee aus und treten in schwarzem Tee mit bis zu 30.000 unterschiedlichen Verbindungen auf. Antioxidantien beugen Gewebeschädigungen vor, indem sie sogenannte Freie Radikale, aggressive chemische "Übeltäter", die durch negative Umwelteinflüsse entstehen, binden und unschädlich machen. Jüngere Untersuchungen der letzten fünf Jahre konnten jedoch überzeugend zeigen, dass die gesundheitsfördernde Wirkung von Tee-Polyphenolen nicht in erster Linie auf ihre antioxidative Wirkung zurückzuführen ist, und so war der genaue Wirkmechanismus für die positiven Gesundheitseffekte dieser teetypischen Pflanzenstoffe bislang nach wie vor ungeklärt.
Das Bremer Forscherteam um Nikolai Kuhnert konnte nun erstmals zeigen, dass die positive Wirkung der Tee-Polyphenole vermutlich auf molekularbiologischen Wechselwirkungen mit dem in Zellen gespeicherten Erbgut beruht. Basierend auf Befunden, dass sich in den Teepflanzen die Polyphenole vor allem in den Zellkernen anreichern, untersuchten die Wissenschaftler mit Hilfe verschiedener Spektroskopie-Verfahren, ob und wie einzelne Polyphenol-Moleküle mit der Zellkern-DNA interagieren. Sie fanden heraus, dass zwei der häufigsten Tee-Polyphenole, Epigallocatechingallat aus grünem Tee und Theaflavin-Digallat aus schwarzem Tee, besonders oft Bindungen mit DNA-Stücken und Proteinen eingehen, die am Ende von Chromosomen sitzen. Diese auch "Telomer" genannten DNA-Teilbereiche sind wesentlich verantwortlich für die Stabilität der Chromosomen und schützen diese vor dem Zerfall.
Im Detail funktioniert dies so: Bei jeder Zellteilung schneidet das Enzym Telemorase ein Stück von dem Telomer ab. Sobald das Telomer eine kritische Länge unterschritten hat, kann sich die Zelle nicht weiter teilen und stirbt. Polyphenol-Verbindung aus dem Tee, die an das Telomer gebunden sind, verhindern beziehungsweise verlangsamen diesen Verkürzungsprozess und verlängern so die Zelllebensdauer. "Wir gehen davon aus, dass diese positive stabilisierende Wirkung auf die Erbinformation auf lange Sicht auch die Gesundheit und Lebenserwartung des gesamten Organismus verbessert. Bestätigt wird dies durch Experimente mit der Fruchtfliege Drosophila, deren Lebensdauer sich durch den Konsum von Tee um rund 20 Prozent verlängert. Im Prinzip kann jede chemische Verbindung, die in dieser Weise an die Telomere andockt, diesen Effekt haben; interessanterweise kennen wir bislang jedoch noch keine andere natürliche Substanz, die Telomere so effektiv stabilisiert, wie die Tee-Polyphenole", erklärt Nikolai Kuhnert.
Die Ergebnisse von Nikolai Kuhnert basieren bislang auf In-Vitro-Studien mit menschlicher Telomer-DNA. Zusammen mit seinem Team möchte er nun schnellstmöglich herausfinden, wie sich die Tee-Polyphenole im menschlichen Körper unter alltäglichen Bedingungen verhalten. "Sollte es sich herausstellen, dass sich durch regelmäßigen Tee-Konsum im menschlichen Gewebe Tee-Polyphenole im Zellkern anreichern, hätten wir tatsächlich erstmals den Nachweis dafür, dass ein Lebensmittel das menschliche Leben verlängern kann. Dies wäre dann eine hochinteressante Ausgangsbasis für medizinische und klinische Studien, um das therapeutische Potenzial der Tee-Polyphenole zu erforschen", so Kuhnert abschließend. (red, derStandard.at, 3.12.2012)
Vorabpublikation in "Food & Function", DOI: 10.1039/C2FO30159H
Weiterlesen:
Allergologen sind überzeugt, dass Reaktionen auf Nahrungsmittel häufig falsch interpretiert oder fehlerhaft diagnostiziert werden
Deutsche Wissenschaftler entwickeln ein neuartiges Screening-Verfahren zur genauen Mengenabschätzung von tierischen, pflanzlichen und mikrobiellen Inhaltsstoffen in Lebensmitteln
In den USA wurde ein Energy-Drink-Hersteller geklagt - Zu viel Koffein im Getränk soll schuld am Tod eines Mädchens sein
Regelmäßiger Koffeinkonsum reduziert Risiko, an Parkinson oder Alzheimer zu erkranken
Nahrungsmittelzutaten zu finden, die die positiven Eigenschaften des Gluten ersetzen, ist eine Herausforderung - Forscher entwickeln nun neue, attraktive Rezepturen für glutenfreie Back- und Teigwaren
Mangos sind exotische, köstlich schmeckende Früchte mit heilsamer Wirkung
Die Zutaten für Coca-Cola sind nicht bekannt, der US-Konzern hält das Rezept unter Verschluss
Gewürze schmecken nicht nur gut, sondern sind auch förderlich für die Gesundheit
Zahnschonende Eigenschaften laut Experten nicht ausreichend belegt
Gesättigte Fettsäuren, wie sie in tierischen Fetten enthalten sind, wirken sich negativ auf Blutzucker, Gehirnaktivität und körperliche Bewegung aus
Kein deutlicher Nachweis, dass biologische Nahrungsmittel nährstoffreicher sind
Training, die richtige Nahrung und viel Flüssigkeit helfen dabei, das Hirn fit zu halten - Muskeltraining für den Kopf
Empfehlung für Senkung des Salzgehaltes von verarbeiteten Lebensmitteln als Maßnahme gegen Bluthochdruck
Mit neuen Erkenntnissen wollen deutsche Wissenschaftler den bitteren Geschmack der Steviaprodukte reduzieren
Moderater Spinatkonsum schützt menschliches Erbgut vor oxidativen Schäden
Die Eissaison 2012 setzt auf Gesundheits- und Umweltbewusstsein - Mit Bio-Eissorten und Frozen Yoghurt liegen immer mehr Hersteller im Trend
Auch Schlaganfallrisiko niedriger - Aber Gefahr der Gewichtszunahme bei exzessivem Konsum
Eine Tasse Kaffee pro Tag kann das Risiko für einen Herzinfarkt oder einen Hirnschlag senken
Farbige Früchte und Gemüse enthalten viele sekundäre Pflanzenstoffe
Auch in gedünsteter Form liefert der Paprika viermal so viel Vitamin C wie Orangen und Zitronen
Fischöle sollen vor dem Infarkt schützen, indem sie die Zusammenballung der Blutplättchen hemmen
Stark zucker-, fetthaltig und aromatisiert - Foodwatch nahm 1.500 Produkte unter die Lupe
Kompetente Ernährungsinfos von unabhängigen Experten
In vielen Produkten wie Süßwaren, Snacks und Getränken wird Zucker durch kalorienarme Süßungsmittel ersetzt - Entstanden ist ein Zuckerersatz-Dschungel
Ich hoffe es stellt sich auch bald raus, dass die Stoffe in dem Irrsinn "Special-T", den Nestle Teekapseln die eine Spezialmaschine brauchen und auf das Kilo hochgrechnet bis zu 180€/kg (!!!) kosten, NICHT drin ist.
Das System ist ja noch WEIT kranker als Nespresso, weil bei Kaffee lass ich mir noch die Notwendigkeit einer Kaffeemaschine einreden (obwohl ich auch lieber eine habe, die mit JEDEM Kaffee zurechtkommt), aber wie schwierig ist es technisch, eine Tasse Tee zu kochen???
Ist eh das selbe wie beim Kaffee.
Single Origin (also unverschnitten aus einer Region bzw sogar einer Plantage) Spitzenkaffee, bei dem die Bauern noch dazu ordentlich bezahlt werden (!):
9-10 Euro pro 1/4 kg also rund 40 €/kg.
Nespresso: rund 65 €/kg, FREUNDLICH gerechnet, da ich bezweifle, dass wirklich 7g Kaffeemehl in jeder Kapsel sind.
Vom Geschmack und dem was beim Produzenten monetär ankommt noch gar nicht zu reden...
Und ehe mir einer mit der Bequemlichkeit kommt:
E.S.E.-Pads, mit jeder herkömmlichen Siebträgermaschine zu betreiben und exakt die selbe Arbeit - und weniger Müll!
Beim Tee ist es unglaublicherweiss sogar noch weit krasser.
ganz ehrlich, ich verstehe den ganzen Hype um die neuen "anti-aging"-methoden nicht
- anti-aging ernährung, anti-aging sport, anti-aging lebensstil ....
lebt man um zu leben oder um ein möglichst hohes alter zu erreichen?
mir kommt vor bei einigen gehts nur mehr um zweiteres - und ein schönes hohes Alter ist dann irgendwie auch wieder wertlos, weil nicht gelebt wurde!
man muss immer für sich selbst ein gleichgewicht finden - ich persönlich hab vor 3 jahren angefangen kaffee(&energy-drink)-konsum durch Tee zu ersetzen, hab damit meine Kopfschmerzen in Griff bekommen und allgemein ein besseres Lebensgefühl
(zusammen mit dem tee kam mehr sport, bessere ernährung etc)
trotzdem genieße ich auch immer mal wieder eine gute tasse cappuccino :)
achja und am gesündesten soll es sein, mit seinem leben zufrieden zu sein, stress zu vermeiden/verringern soweit es geht und sich nicht zu viele sorgen zu machen :)
wenn ich jetzt bei jeder tasse kaffee ein schlechtes gewissen bekomme, dass mich das gerade vielleicht 5sekunden meiner lebenszeit kostet (im vergleich zu tee?), wird sich das ganze wohl verstärken ;)
wovon man besonders in österreich aber wegkommen sollte:
teetrinkerInnen zu belächeln und aussagen wie "ich trinke nur tee wenn ich krank bin, schmeckt ja ekelhaft"
teegenuss kann was tolles sein! gleichzusetzen mit kaffeegenuss :)
ich tinke in der früh drei oder vier tassen starken assam-tee zum aufwachen und am nachmittag einen leichten darjeeling-tee zum wachbleiben.
dazwischen trinke ich mit freunden und kollegen vier bis sechs tassen kaffee und freu mich immer, wenn ich einen guten erwische.
tee ist hierzulande ein eher einsamer genuss, zum sozialen gefüge gehört eher kaffee.
mir schmeckt beides.
puh das ist aber auch net wenig kaffee :D
ich kreide es eben an, dass man durch die gesellschaft für gemeinsamen genuss eines heißgetränkes eigentlich zum kaffee gezwungen wird :)
probierens mal Freunde zu fragen "gemma mal wieder einen tee trinken?"
sie ernten darauf nur verwirrte blicke :D
finde ich schade, wie sie richtig anmerken, teegenuss ist eine einsame sache (tee eben nur als "gesundheits"mittel) und da wäre es schön, wenn sich tee als alternative/zusatz/.. zum genussmittel kaffee durchsetzt
Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.