Italienische Kirche über Zukunft katholischer Schulen besorgt

3. Dezember 2012, 10:09
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Wirtschaftskrise und Sparmaßnahmen: Schulgeld für Familien immer weniger tragbar

Rom - Die italienische Kirche macht sich Sorgen wegen der Lage der katholischen Schulen im Land. Angesichts der Wirtschaftskrise und der staatlichen Sparmaßnahmen befänden sich diese gegenwärtig in einer kritischen Situation. "Es wäre dramatisch, wenn katholische Schulen schließen müssten. Das wäre ein großer Schaden sowohl für die Eltern, als auch für das gesamte italienische Schulsystem", sagte Italiens Episkopatschef Angelo Bagnasco.

Das Schulgeld habe mittlerweile eine Höhe erreicht, die für Familien immer weniger tragbar sei und die Beiträge des italienischen Staates seien unzulänglich. "Es wäre fair, dass der italienische Staat den Familien das Recht zusprechen würde, ihren Kindern das Bildungssystem zu garantieren, das sie für angemessen halten", betonte Bagnasco, Präsident der italienischen Bischofskonferenz CEI.

Staatliche Unterstützung gefordert

Der Episkopatschef erklärte, der Kirche selbst würden die Mittel fehlen, um ihre Schulen, unabhängig von der finanziellen Situation der Eltern, für alle Kinder zugänglich zu machen. Er rief die italienische Regierung zu einer stärkeren Unterstützung privater Schulen auf. Schulen seien kein Luxus. Ihr Besuch sei ein elementares Recht, das jedem zustehe, hob Bagnasco, Erzbischof von Genua, hervor.

In Italien sind gegenwärtig rund ein Fünftel der Schulen, knapp 9.400 von insgesamt gut 50.000, in katholischer Trägerschaft; rund ein Zehntel der Schüler des Landes besucht eine kirchliche Schule. Weil der italienische Staat nur einen geringen Teil der Kosten übernimmt, finanzieren sich diese vorwiegend durch Schulgelder. Auch der Papst hatte sich zuletzt für eine Förderung der katholischen Privatschulen in Italien ausgesprochen. Nur bei deren Gleichstellung mit dem staatlichen Schulwesen hätten Eltern eine freie Wahl in der Schule ihrer Kinder, sagte Benedikt XVI.

Finanzielle Probleme für Krankenhäuser

Bagnasco zeigte sich auch wegen der Lage der katholischen Krankenhäuser besorgt, die ebenfalls wegen Mangel an finanzieller Unterstützung zunehmend leiden würden. "Von diesen Krankenhäusern hängen viele Menschen und ihre Familien ab. Ich hoffe, dass man eine Lösung für diese Situation findet", so Bagnasco. (APA, 3.12.2012)

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    Das Schulgeld ist für viele Familien nicht mehr leistbar, fürchtet die Kirche in Italien.

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