UBS drohen Riesen-Strafe im Libor-Skandal

3. Dezember 2012, 13:14
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Der UBS und anderen Banken wird vorgeworfen, den Referenzzinssatz Libor zu ihrem Gunsten manipuliert haben

Zürich/New York - Bei der Aufarbeitung des Libor-Skandals steht die Schweizer Großbank UBS einem Zeitungsbericht zufolge kurz vor einer Einigung mit den Behörden in Großbritannien und den USA. Das Institut werde mehr als 450 Millionen Dollar (347 Millionen Euro) zahlen, um den Streit um die Manipulation des Londoner Referenzzinssatzes beizulegen, berichtete die "New York Times" (NYT). Eine UBS-Sprecherin lehnte eine Stellungnahme ab. Sie bestätigte aber, UBS verhandle im Zusammenhang mit den Libor-Ermittlungen mit britischen und amerikanischen Behörden.

Die Schweizer Großbank hat im Zusammenhang mit dem Verdacht auf Zinsmanipulationen bei Yen und Franken frühzeitig auf die Kooperation mit den Behörden gesetzt. In einigen Fällen erhielt sie "bedingte Immunität" und "bedingte Milde" zugesichert, wie dem Geschäftsbericht der Bank zu entnehmen ist. 

Zahltag

Die britische Bank Barclays war im Juni zu einer Strafe von 453 Millionen Dollar verdonnert worden, weil die Behörden es als erwiesen ansahen, dass das Institut Marktzinsen manipuliert hatte. Unter Beschuss kam auch die Deutsche Bank. Dort läuft eine Sonderprüfung der deutschen Finanzaufsicht Bafin. Credit Suisse rechnet nach früheren Angaben nicht mit materiellen Auswirkungen des Skandals für die Bank.

Die Schweizer Finanzmarktaufsicht wollte den Zeitungsbericht nicht kommentieren. Die FINMA arbeite weiter an der Aufklärung des Sachverhalts und stehe in Kontakt mit anderen Behörden. 

Schadenersatzforderungen enorm hoch

Den von den Untersuchungen betroffenen Banken wird vorgeworfen, den Referenzzinssatz Libor zu ihrem Gunsten manipuliert haben. Der einmal täglich in London ermittelte Libor zeigt an, zu welchen Konditionen sich Banken untereinander Geld leihen. Der Skandal könnte für die betroffenen Banken teuer werden. Morgan Stanley schätzt, dass auf die international insgesamt elf betroffenen Geldhäuser bis 2014 Schadenersatzforderungen und Bussen im Gesamtvolumen von 14 Milliarden Dollar zukommen könnten.

Der Informationsanbieter Thomson Reuters , zu dem auch die Nachrichtenagentur Reuters gehört, berechnet und verbreitet im Auftrag des britischen Bankenverbandes die täglich aufgrund von Banken-Meldungen festgelegten Libor-Sätze. (APA/Reuters, 3.12.2012)

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