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Die Blunze, darauf das mit Port und Rüben errötete, innen wunderweiche Ei. Ein Sonntagsbraten braucht einfach gscheite Unterlage.
Charlie P's Sunday Roast, nur gegen Vorbestellung.
Zwei Vorspeisen, viel Braten, Getränke wohl wegen meiner Vorwarnung "complimentary": 50,90 Euro.

Das Ei im Reh in der Panier: Bruckenbergers erster Gang ...

... sieht so von innen aus: Sehr schön, kann auch ich berichten. Wiewohl vor Aufregung, Bruckenbergers Ei könnte erkalten, die Schärfe hier ein bisserl verrutscht ist.

Der Braten und der Yorkshire Pudding. Kohlehydrate (und nicht, wie erst hier stand Kohlenhydrate) sind im Angesicht dieses Fleisches überschätzt, sagt Bruckenberger. Ich fand den Pudding ja wunderbar flaumig.

Director's Cut, quasi: Hier schneidet der Profi den Braten. Wie der Fidler damit zurande kam, zeigen wir jetzt nicht. Aber das Ergebnis war schon okay - einem Prachtbraten kann eben auch Dilettantengefitzel nichts Gravierendes anhaben.
Fidler, muss ich mich sorgen? Bruder Johannes schien ernsthaft irritiert: Zwei Folgen Schmeck's schon, fragte er, die gänzlich dem Fleische entsagten, vom reinigenden Alkohol ganz zu schweigen - dabei ist noch längst nicht Fastenzeit! Und, Fidler, rochst du nicht vor Längerem schon den Sonntagsbraten im Pub?
Zugegeben, zwei Folgen Schmeck's ohne tierische Faser überraschen nicht nur den Bruckenberger, sondern auch mich. Ich kann zu meiner Verteidigung einwenden: Beim Georgier war ja das Tschaschuschuli aus, nur deshalb wählte ich die Weichkäseflade, eh die mit Ei. Also, Mander, Zeit war's, und zwar höchste, für Weekend Roast bei Charlie P's. Ein Pubname, der mich kindisches Gemüt noch immer zu amüsieren vermag, aber das nur nebenbei. Der Roast indes ist ernst.
Erstens muss man den spätestens 24 Stunden vorbestellen. Zweitens gibt es das dry aged Rippenstück (wenn ich mir das richtig gemerkt hab) vom Herefordrind nur für vier Personen. Aber drittens kann das den Bruckenberger und mich nicht abschrecken, die schon einmal 700-Gramm-Steaks pro Kopf ordern, ohne mit dem Zwerchfell zu zucken. Diesmal freilich schien der Bruckenberger etwas geschwächt. Aber dazu kommen wir noch.
Eigentlich war Bruckenberger ja alleine auf den Braten eingestellt. Die Küche offenbar auch, der Braten wäre pünktlich 20 Minuten nach Eintreffen servierbereit, hieß es. Aber ich musste natürlich in die Karte schauen - und Bruckenberger auf die Idee einer Vorspeise bringen. Blackpudding für mich, Scottish Egg für ihn. Cremiges Ei in Rehfaschiertem, paniert, mit indisch inspiriertem Gmias. Daran konnte auch Bruckenberger nicht vorbei. Zurecht, wie wir feststellten.
Auch die Blunze aus Cork (von Sir McCarthy, sagt die Karte), auf Erdäpfelkuchen, damit's nicht zu leicht wird mit Ei, mariniert mit Port und Rote-Rüben-Saft, dazu Kirschjus und Sauerkirschen. Eine rechte Freude, und man soll ja keinen Sonntagsbraten auf leeren Magen angehen.
Ich hab den starken Verdacht, dass unsere überraschende Vorspeisenbestellung dann auch noch die Küche etwas durcheinander brachte. Und möchte mich hier bei allen anderen Tischen für die Verzögerungen ihrer Bestellung entschuldigen. Hüstel.
Für vier Personen, stellt Herr Darren uns denn auch unseren Sonntagsroast vor, bevor er ihn sach- und fachgerecht in schmale Scheiben schneidet. Für zwei Personen, wie mir scheint. Zwei normale Personen, wie mir scheint, also schon sehr ordentlich portioniert. Für Bruckenberger und mich freilich muss es dann doch noch eine Scheibe mehr sein, ich usurpiere dafür frech Fleischgabel und Messer. Was mir später noch ein bisschen peinlich sein wird.
Der Sunday Roast ein rosiger Traum, jedenfalls für Freunde alles Fleischlichen, wie Bruckenberger und mich. Zart, saftig, wunderbar, die "Homemade Gravy" mithin eine Freude. Der Yorkshire Pudding dazu war Bruckenberger zu groß. Kohlehydrate wären im Angesicht solchen Fleisches einfach überschätzt. Wir mögen nie andere sorgen haben. Ich würde mich seinem Befund ohnehin nicht anschließen - eines dieser luftig-saftigen Teigkissen geht schon. Bruckenberger wiederum lobte die Erbsen - auch Fleischfreunde können eben ihre zarten grünen Seiten haben.
Vielleicht hatte Bruckenberger ja nur eine Erbse zu viel, vielleicht lag sein Formtief an einer gerade überwundenen Erkältung - aber: Wir aßen eindeutig nur für drei. Und, jetzt kommt der peinliche Moment: Wir zahlten nur für zwei - jedenfalls standen auf der Rechnung zweimal 17,50 für den Braten, in Summe 35. Wohlfeil, finde ich. Sehr wohlfeil.
Und, noch peinlicher: Weil ich diesmal den Chef mit der Frage belästigt hatte, ob's den von Corti empfohlenen Sunday Roast überhaupt noch gibt (auf den ausgehängten Karten fand ich ihn nicht) und ob wir den Sunday Roast auch zu zweit haben könnten, obwohl ab vier Personen - wohl deshalb gab's die gespritzten Säfte und den Kaffee auch noch aufs Haus. Soll ich mich jetzt bestochen fühlen? Angefüttert jedenfalls. (Harald Fidler, derStandard.at, 11.12.2012)
Schmeck's ist keine professionelle Lokalkritik. Harald Fidler und Freunde schildern hier ihre Erlebnisse beim Essen und Trinken. Als Dilettanten im Wortsinn: Laien, Amateure, Nichtfachleute, die eine Sache um ihrer selbst willen ausüben - also zum reinen Vergnügen. Was nicht immer gelingt.
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und lustige Abende geschenkt. Zu meiner großen Freude gibts dort seit heuer einen der besten Burger in Wien....mit Rindfleisch aus Irland, gschmackofatz.
genau solch einen Burger und ganz viel Guinnes werde ich mir heute Abend einverleiben :)
und das Charlie P's erfreut sich Zustrom ohne Ende :). Der Besitzer, Brian Patton aus Irland verwöhnt nun kulinarische interessierte Genieser mit seiner tollen Küche aus seiner Heimat.
Sie können gerne Ihr Burnheidl samt Ottakringer gerne am Würstelstand genießen, da müßns nicht übern Tellerrand hinaus blicken ;)
Warum so aggressiv, Sie Feinschmecker und Kenner der irischen Kueche? Dreimal durchatmen und locker bleiben.
Yorkshire ist nicht in Irland, Crubeens ist jedoch ein typisch irisches Gericht....
Und ja, ich esse hie und da eine Burenwurst, Ottakringer hingegen trinke ich nicht.
Fast. Es ist ein irish Pup, es ist sehr bekannt und es ist (als Pub wohlgemerkt) schon lange nicht mehr gut.
Es ist jetzt ein "irischer" new kitchen Laden mit Starkoch aus Dublin. Feines Futter für jene, die es mögen, nur leider hat's nicht mehr viel von einem Pub.
Und ich behaupte nun ganz frech, daß jene, die etwas anders behaupten, noch nie das Vergnügen hatten in Irland in einem Pub gewesen zu sein.
Ich entschuldige mich für die Falschinformation. Keine Ahnung, wie ich auf die Idee kam, es sei ein englischer Pub.
Ich war (leider) tatsächlich noch nie in Irland, aber so wie das CPs stelle ich mir einen richtigen Pub eh nicht vor. In meiner Vorstellung ist ein Pub in Irland eher so wie das Flanagans.
Kein Problem.
Die Frage "wie ist ein richtiges Irish Pub wirklich" lässt sich vermutlich endlos diskutieren. Das beginnt bei der Musik. Sollte die "Irisch" sein? In Irland hört man in den Pubs genauso selten "Irische" Musik wie in Wien die Schrammeln und am Land den Gurktaler Viergesang.
Für mich transportiert das Bockshorn im 1. Bezirk am meisten Irish Pub Feeling. Leider ist die Hütte aber mit 10 Menschen rappelvoll.
Googeln hilft!... ;-) Und ja, es ist sehr bekannt und wirklich gut! http://www.charlieps.at Währingerstraße 3, 1090 Wien
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