Vonn lässt in "Lake Lindsey" nichts aus

Hattrick für Vonn in Lake Louise, sie gewinnt beide Abfahrten und den Super-G, in dem Fenninger mit dem dritten Rang das beste ÖSV-Resultat gelingt

Lake Louise - Möglich, dass Lindsey Vonn in den kanadischen Rocky Mountains selbst gegen die männlichen Abfahrer reüssieren könnte, für ihre flotten Kolleginnen ist die 28-Jährige aus Minnesota in Lake Louise jedenfalls nicht nur eine Nummer zu groß. Das zeigte sie vor allem im zweiten Rennen am Samstag, obwohl sie da nur etwas mehr als eine halbe Sekunde zwischen sich und ihre neuerlich zweitplatzierte Landsfrau, die Kalifornierin Stacey Cook, legen konnte.

Allerdings hatte Vonn wegen hereinziehenden Nebels ganz schlechte Bedingungen und dazu noch einen haarsträubenden Fehler, quasi einen Steher. "Das war Wahnsinn, ich war fast im Netz. Ich habe gedacht, das war es, denn es war sehr knapp. Gott sei Dank bin ich ins Ziel gekommen" , sagte die vierfache Gesamtweltcupsiegerin nach dem 28. Abfahrtserfolg ihrer Karriere. Tags darauf gelang ihr der 19. Sieg im Super-G.

Daten und Fakten

Acht einschlägige Erfolge fehlen ihr damit noch auf die beste Abfahrerin der Geschichte, auf Annemarie Moser-Pröll, die mit 62 Siegen auch die Bestmarke über alle Weltcupdisziplinen hält. Noch, denn Vonn ist mit deren 56. aus 317 Rennen schon an der Schweizerin Vreni Schneider vorbeigezogen und also nur noch sechs Siege hinter der sechsmaligen Gesamtweltcupsiegerin Moser-Pröll. Mit dieser Ausbeute wäre sie bei den Herren schon die alleinige Nummer zwei vor Hermann Maier (54), aber dafür noch ziemlich weit von der Nummer eins, vom Schweden Ingemar Stenmark, entfernt, der 86 seiner 247 Weltcuprennen gewann.

Taten und Erklärungen

Österreich stellt mit Elisabeth Görgl zwar die regierende Weltmeisterin in Abfahrt und Super-G, die Damen von Sportchef Herbert Mandl rasen aber in der WM-Saison der Musik großteils nur hinterher. Anna Fenninger rettete am Sonntag im Super-G mit Rang drei hinter Vonn und Julia Mancuso die Mannschaft. "Alle haben im Training schnelle Teilzeiten, das lässt mich hoffen für die nächsten Abfahrten", sagt Mandl.

Görgl hat nach ihren Knieoperationen und dem verpassten Sommertraining in Neuseeland in der Abfahrt noch Aufholbedarf. "Sie ist noch nicht so weit, dass sie in der Abfahrt mit Selbstvertrauen agieren kann und locker fährt", erklärt Mandl das schwache Abschneiden der noch in der Vorsaison besten Österreicherin in der Abfahrt. Die ist bald schon traditionell die schwächsten Disziplin der ÖSV-Damen. "Da sind wir von der Dichte her am schlechtesten aufgestellt." (APA, lü, DER STANDARD, 03.12.2012)

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