Gewerkschaft setzte Protest in Tunesien aus

2. Dezember 2012, 19:42
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Proteste dauerten seit Tagen hat

Siliana - Tunesiens Regierung hat mit dem größten tunesischen Gewerkschaftsverband eine Einigung zur Aussetzung der seit Tagen andauernden Proteste erzielt. Die Gewerkschaft hat in Folge eine vorübergehende Einstellung ihrer Aktionen bekanntgegeben.

Noch am Samstag waren Sicherheitskräfte mit Tränengas gegen die Demonstranten vorgegangen und hatten zur Abschreckung mit scharfer Munition in die Luft geschossen. In den Tagen zuvor soll die Polizei auch gezielt mit Schrotgewehren auf Demonstranten geschossen haben. Bei den seit Mittwoch andauernden Zusammenstößen waren insgesamt mehr als 300 Menschen verletzt worden. Grund der Unruhen ist Unzufriedenheit mit den Maßnahmen der Regierung zur Verbesserung der tristen wirtschaftlichen Lage in der Provinz.

Vor allem aber war der Gouverneur von Siliana, Ahmed Ezzine, in die Kritik geraten: Die Demonstranten warfen ihm Untätigkeit vor. Die Einigung sieht zwar nicht die von den Demonstranten geforderte Absetzung Ezzines vor, allerdings soll sein Stellvertreter die Amtsgeschäfte übernehmen, bis die Regierung eine endgültige Entscheidung fällt. Der stellvertretende Vorsitzende der Gewerkschaft, Belagacem Ayari, sprach von einem "positiven Schritt in Erwartung konkreter Maßnahmen". Allerdings müssten noch die Polizeieinheiten aus Siliana abrücken. Diese hätten die Bewohner in den vergangenen fünf Tagen "provoziert". Am Sonntag blieb die Lage Medienberichten zufolge zunächst ruhig. (AFP, red, DER STANDARD, 3.12.2012)

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