Ab ins Reservat

Einserkastl | Severin Corti
2. Dezember 2012, 18:43

Künstliche Intelligenz birgt für den Menschen Chancen wie Gefahren

Stanley Kubricks zu Verschlagenheit neigender Supercomputer HAL 9000 war noch Fiktion. Geht es nach Huw Price von der Uni Cambridge, wird die Menschheit aber bald schon tatsächlich mit künstlicher Intelligenz konfrontiert sein.

Das hätte viel Gutes, könnte aber unangenehm werden. Laut Price müssten derart überlegene Maschinen dem Menschen gar nicht feindlich gesinnt sein, um ihm dennoch zur Gefahr zu werden: Wenn die Dinger sich erst einmal selbst entwickeln und vervielfältigen können, wäre unsere weitere Existenz wohl keine Priorität der neuen Weltherren. Zur Veranschaulichung führt Price das Schicksal der Gorillas an - akut vom Aussterben bedroht, ohne aktiv von uns bekämpft zu werden. Nur ihren Lebensraum haben wir auf eine für sie unlebbare Art verändert. Ähnliches könnte uns auch blühen. Price fordert deshalb eine Einrichtung, die Gefahren neuer Technologien vor der Anwendung auslotet.

Klingt so weit vernünftig. Alternativ könnten wir immer noch hoffen, dass die Chefmaschinen dereinst einen ähnlich barmherzigen Ansatz wählen, wie unsereins beim Gorilla: Die letzten der Art würden in ein Reservat gesperrt, wo sie sich von den neuen Herren aufs Aufmerksamste bedienen und bemuttern lassen dürften. So ganz anders als das, was wir uns von der schönen neuen Welt erträumen, wäre das dann gar nicht - bis auf ein paar wesentliche Details halt. (Severin Corti, DER STANDARD, 3.12.2012)

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Reservat wär eh besser...

...immer gut versorgt sein und den ganzen Tag nur essen, schlafen und "pudern"*)

*) Zitat aus Braunschlag, Nicolas Ofcarek.

Reservat wär eh besser...

...immer gut versorgt sein und den ganzen Tag nur essen, schlafen und "pudern"*)

*) Zitat aus Braunschlag, Nicolas Ofcarek.

O Corti!

Träumt von maschineller Intelligenz, die dann seine Restaurant-Kolumnen schreibt. Wo da ein Unterschied? Mittlerweile gibt es über 120 Definitionen, was überhaupt Intelligenz ist, und wie das Gehirn, so viele, wie es Menschen gibt. Lieber Severin, entscheide dich, noch hast du Zeit - zum nachdenken. Das Leben ist nun einmal nicht mechanisch zu erklären - außer, man ist bei Newton oder da Vinci stehen geblieben.

Was hat Da Vinci mit der klassischen Mechanik zu tun?

Na dann

schau dir seine Aufzeichnungen an, etwa Anatomie, Kriegsmaschinen...

Und?

Aber Leonardo Da Vinci war kein Physiker, und hat keinerlei Gesetzmässigkeiten formalisiert. Newton hat das getan, daher sprechen wir auch von der "Newtonschen Physik" wenn wir die klassische Mechanik meinen.

Leonardo hatte mit klassischer Mechanik genausoviel zu tun wie jeder Schmied oder Schreiner oder Bildhauer seiner Zeit. Anwender, aber kein Erforscher.

Man kann ja immer noch den Stecker rausziehen, wenn das Kastl frech wird.

"... fordert deshalb eine Einrichtung, die Gefahren neuer Technologien vor der Anwendung auslotet."

das nennt sich bei uns Technikfolgenabschätzung und wird an jeder Forschungseinrichtung betrieben. Wie effektiv ist eine andere Frage (siehe Gentechnik Posting weiter unten)

Alle unangenehmen und lästigen "Berufe" werden Robys besser und billiger machen. Da sie das "unangenehme" aber nicht "wissen", haben sie auch keinen Grund, selbiges ändern zu "wollen". Sie werden einfach nur tätig sein. Ein Staubsaugerroboter stellt ja auch keine Sinnfrage.

Oh was für ein schöner Artikel. Nur schade dass er vor Zukunftsangst Ewiggestriger geradezu trieft.

Nehmen wir einmal an, so skurril diese Idee auch sein mag, dass wir nicht in der Lage wären unsere Schöpfungen jederzeit zu kontrollieren.

Selbst dann, wären wir nicht bedroht. Unsere Ökologische Nische als inVivo Carbon based Lifeform überschneidet sich nicht mit jener, welche künstliche Intelligenzen, eine inSilico based virtual-life-form einnehmen würden.

Nett wenn man mit der Urangst vom Fressen und Gefressen werden spielt, aber lass das Hollywood machen lieber Corti, du hast kein Talent dafür. Und auch zuwenige Special effects um dramatisch zu sein.

ich stelle nur mal so in den raum einige unserer schöpfungen:

sellafield
3 miles Island, harrisburg
tschernobyl
fukushima
... ?

und die störungen wurden immer kräftiger, bei jedem unfall gab's nen' zuschlag ...

von wegen UNTER KONTROLLE und so !

Äpfel mit Birnen kenn ich, aber was du vergleichst sind Gewürzzwiebeln und Kokosnüsse.

Aus eigenem Antrieb handlungsfähige künstliche Intelligenz mit planerischen Fähigkeiten, vs. technische Katastrophen, vergleichbar mit der High Tech eines Wohnungsbrandes.

alles was menschen planen geschieht nach deren geist und der ist nunmal fehleranfällig. es gibt keine perfekten maschinen und wird sie nie geben. auch eine künstl intelligenz gerät nur nach uns.

es gibt nichts perfektes.

sie gehen davon aus, dass sie selbst entscheidungskraft haben. wenn man dystopischen ueberlegungen folgt, dann koennte man zu folgender idee kommen: robotor werden in zukunft die arbeitsgaenge der gesellschaftlichen unterschicht ausfuehren und diese obsolet machen (die macht des proletariats ist arbeitsverweigerung). wenn sich die vermoegensunterschiede in der gesellschaft noch weiter verschaerfen ist der unterschicht die ueberlebensmoeglichkeit bald entzogen.
dann herrscht eine 10% bevoelkerung ueber eine armee and arbeits- und dienstleistungsroboter. das umweltproblem waere dann auch geloest....

Ich höre die Worte der 60er: "Oh mein Gott, Roboter werden uns alle Arbeitsplätze wegnehmen!"

Als was definierst du das Proletariat? Wenn du damit Leute meinst, die sich einbilden in Zukunft wird man ohne jede Schulbildung einfach anlernen und sein Auskommen finden...stimmt, diese Leute werden mehr und mehr durch den Rost fallen.
Um genau zu sein tun sie das heute schon. Bildung ist eben wichtig.

dienstleistungsroboter brauchen nur 1500 kilokalorien?
glaub nicht. umweltproblem wird mit dem sondermüll auch nicht gelöst.
mmn geht es mehr um die it-basierte lebensweise.
die gesamte infrastruktur ist internetgesteuert, stromabhängig.
ihre meinung stellt sich mir nur dar, weil wir beide im netz sind, das ist natürlich schon künstlicher, als wenn wir einander beim wirten treffen.

2000. Es sind 2000kcal. Bei körperlich nicht anstrengender Normaler Tätigkeit.

ja, die energetisch effizienz eines lebenden organismus laesst sich wohl nicht so schnell uebetreffen, da kann sich der herr carnot noch so anstrengen :-) allerdings koennen ortsfeste maschinen einfach durch wind oder sonne betrieben werden....und darpa arbeitet schon an militaermaschinen die ihre energie von organischem kompost beziehen.

wenn 90% der haushalte nimmer existieren wird energie gespart und unwirtliche ehemalige wohngebiete koennen in solarfarmen verwandelt werden.

wenn genuegend energie zur verfuegung ist, gibt es kein muellproblem. theoretisch laesst sich jeder muellberg homogenisieren und dann braucht man "nur" stoffgruppen oder molekuele sortieren.

wenn die obrigekeit nicht will, dann gibts keinen strom und kein netz..

wenn die obrigkeit nicht will ... !?!?!?!??!??

die strukturen werden immer flacher, außerdem gibt's dann jemand anderen als 'obrigkeit'

sie müssen ne ordentliche portion herrschafts-denken-indoktrination bei ihrer sozialisierung bezogen haben.

Die Frage ist nur, eine KI stört sich nicht an einer verpesteten und zerstörten Umwelt, zwar macht dies auch der Mensch, aber zumindest erkennt er, dass man nicht alles zerstören kann und er kann sich dagegen auflehnen wenn es ihn nicht passt. Eine KI würde nur die Gewinne/Verluste bei einen Atomschlag berechnen und dann vermutlich den Knopf "drücken".

Seit wann stören wir uns denn dran?

Und was den Atomschlag betrifft...wir hatten GROSSES Glück, dass es während des kalten Krieges nicht gekracht hat.

wir brauchen dafür keine Maschinen...

...wir sind selber schon am besten Weg dazu, unsere Umwelt so tiefgreifend zu verändern, daß sich die lebensfeindlichen Zonen immer weiter ausbreiten...

Aber der Mensch erkennt es zumindest und versucht dies ein wenig auszugleichen und leidet wenigstens wenn er es nicht schafft darunter, einer KI ist sowas egal solang sie kühlung und strom erhält.

Die KI müsste überhaupt einmal die Möglichkeit haben ihre Umwelt zu zerstören, bzw. darin einen Sinn erkennen.

Warum zerstört der Mensch seine Umwelt? Weil er ein chemoorganotropher Organismus mit hohem Ressourcenbedarf und Jäger/Sammler Instinkten ist, und nachhaltiges Wirtschaften ist in unseren Genen nirgends festgeschrieben...Sammeln aller verfügbaren Ressourcen ist dagegen fast schon ein Instinkt.

Eine KI hat keinen Instinkt sich unkontrolliert zu vermehren oder auszubreiten, und kann ihre Entwicklung, als grösstenteils virtuelle Lebensform mit einem Minimum an Aufwand für sich selbst und die Umwelt vollziehen.

Also mach dir keine Sorgen, selbst mit Skynet am Ruder, die grösste Gefahr für die Umwelt bleiben wir Menschen.

"eine Einrichtung, die Gefahren neuer Technologien vor der Anwendung auslotet"

Das ist eine sehr berechtigte, aber halt auch sehr naive Forderung. Wie das in der Realität gehandhabt wird sehen wir an der Gentechnik. Da gibt's keine (ernstzunehmende) Kontrollinstanz, dafür einen weltweiten Feldversuch mit nicht zuletzt uns selbst als Versuchkaninchen.

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