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Wien und Niederösterreich lassen sich das Zugfahren zum neuen Bahnhof Tullnerfeld etwas kosten. Die Zuschüsse für die ÖBB sind viermal so hoch wie für Kilometer zum Flughafen.
Wien - Wenn kommenden Sonntag eine "neue Zeitrechnung auf der Weststrecke" beginnt, wie die ÖBB wirbt, dann gilt das nicht nur für Untertunnelung des Wienerwalds und Fahrzeitverkürzung. Neu ist auch eine ungewöhnlich hohe Abgeltung für Regionalzüge in Richtung des neuen Bahnhofs Tullnerfeld.
Die von den Ländern Niederösterreich und Wien beim ÖBB-Personenverkehr bestellten Regionalexpresszüge (REX) "neue Westbahn" vom Wiener Westbahnhof nach St. Pölten schlagen nämlich mit 39,96 Euro pro Zugkilometer zu Buche. Das geht aus dem Verkehrsdienstevertrag 2012 bis 2019 hervor, den die VOR GmbH in den nächsten Tagen mit der ÖBB abschließen wird. Sie gehört Wien, Niederösterreich und Burgenland und ist für die Bestellung von Nah- und Regionalverkehrsdienstleistungen bei Verkehrsträgern wie ÖBB im Verkehrsverbund Ostregion zuständig.
Allein der elf Kilometer lange Wiener Anteil für täglich zwei Rex-Zugpaare von der Landesgrenze bis zum Westbahnhof beträgt pro Jahr 439.581 Euro. Das ist mehr als doppelt so viel wie für die sechs Zugpaare nach Rekawinkel (Innere Westbahn "Neustruktur") pro Zugkilometer ausgegeben wird. Zum Vergleich: Für die 60 Züge, mit denen die Flughafenbahn S7 ab 2015/16 verdichtet werden soll, kalkuliert die VOR GmbH lediglich einen Kilometersatz von 8,31 Euro.
Aufschlussreich ist der Verkehrsdienstevertrag, der dem Standard in Teilen vorliegt, in mehrfacher Hinsicht. So wird der VOR GmbH bis 30. Juni 2013 das Recht eingeräumt (aber nicht die Verpflichtung überbunden), die ÖBB-Personenverkehr AG zu verpflichten, neues Schienenrollmaterial anzuschaffen, um die weiß-blauen S-Bahn-Garnituren und "CityShuttle"-Triebwagen zu ersetzen. Sie legt sich dabei auf elektrische Triebfahrzeuge fest, die 230 Sitzplätze haben sollen.
Dieses Merkmal ist insofern aufschlussreich, als ausschließlich der von der ÖBB zum Ankauf auserkorene Desiro ML von Siemens über bis zu 230 Sitzplätze verfügt. Alle anderen Hersteller bieten in Single-Deck-Zügen nur zwischen 184 bis 199 Sitze. "Eine klare Lex Siemens", nennt man diesen Zufall in der Branche, die den geplanten Kauf von hundert Desiro ML durch die ÖBB um 550 bis 600 Mio. Euro argwöhnisch beäugt.
Das neue Rollmaterial muss laut Verkehrsdienstevertrag "spätestens" drei Jahre nach Beauftragung auf Schiene sein. Dann erhöht sich die Subvention, die die ÖBB für das Regionalzugfahren bekommt von 2,279 Euro pro Kilometer im Jahr 2013 auf 2,642 Euro 2019. Werden zwei Züge zusammengehängt (Doppeltraktion) verdoppelt sich der Zuschuss zum Zuschuss. Für Auslastung wird auch gesorgt: Werden alte "4020er" -S-Bahnen ersetzt, muss VOR mindestens drei Millionen Zugkilometer bei der ÖBB kaufen. (Luise Ungerboeck, DER STANDARD, 3.12.2012)
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Da setzt die ÖVP mit viel Druck durch, dass auch IC-Züge in the middle of nowhere halten, und dann fährt nur jede zweite S40 den Bahnhof an. Die anderen enden in Tulln, also eine Haltestelle vorher. Folge: Umsteigezeiten zwischen 25 und 45 Minuten. Kann man diesen Schildbürgerstreich nicht noch ändern? Jede S-Bahn die eine Station weiter fahren lassen wäre eine enorme Verbesserung.
genau mit diesem Problem bombadiere ich die ÖBB bzw VOR schon seit Wochen!
Für mich auch unverständlich das man die S40 und auch die Busse die Tullnerfeld anfahren überhaupt nicht an die Westbahnstrecke angepasst sind.
Bei der Hinfahrt Wien West-Tulln mit dem Zug um 6:56 funktionierts ja nioch einigermaßen ( abgesehn davon das die S40 stolze 13min in Tullnerfeld steht bevor die fahrt nach Tulln weitergeht- eingleisige Verbindung Tullnerfeld-tulln)
Aber die Rückfahrt ist eine Katastrophe
Wäre interessant zu wissen wer im Vorfeld vom Bahnhofsbau da welche Grundstücke gekauft hat mit denen dann spekuliert wird.
Denn ein Bahnhof mitten in der Pampa hat ja wenig Sinn wenn nicht irgendwer dann durch spätere Ansiedlungen davon profitiert.
Denn wie wir alle wissen (außer wir wollen es nicht wissen), in Ö passiert nichts nur zum Wohle der Bevölkerung (außer eine gewisse notwendige Grundversorgung zur Lebenserhaltung der Arbeitstiere für die Oberen).
Nix für ungut, Frau Ungerböck, aber ich hätt einen kleinen Optimierungsvorschlag zu folgender Aussage: "schlagen nämlich mit 39,96 Euro pro Zugkilometer zu Buche [...] Allein der elf Kilometer lange Wiener Anteil für täglich zwei Rex-Zugpaare von der Landesgrenze bis zum Westbahnhof beträgt pro Jahr 439.581 Euro."
Da 439,581/11=39,96 handelt es sich beim von Ihnen genannten Betrag um die Kosten für EINE 11km-Strecke EINES Zuges.
Für zwei tägliche Rex-ZugPAARE (also 4 Züge täglich) auf ein Jahr gerechnet sollte die Kalkulation 39,96*11*4*365 lauten und die jährlichen Kosten des Wiener Anteiles wären somit mit € 641.757,6 zu beziffern.
Zwar kein soooo großer Unterschied aber vielleicht doch erwähnenswert ;)
welche von NÖ nach St. Pölten müssen.
Die KFJ Bahn hat 2 (!) Morgenzüge über Herzogenburg nach St. P. Fahrtdauer ewig.....
Schön wäre es wenn die KFJ Bahn ab BHF Tullnerfeld nach St. P. fahren könnte und am Abend den gleichen Weg retour.
Und dann sitzen im Schnitt (Schnitt über 24h, über die ganze Strecke) 40 Passagiere drin.
Und das ist schon sehr optimistisch betrachtet.
Heist also: Förderung von ~1€ pro Passagier-km.
Zusätzlich zu allen anderen Kosten die die Allgemeinheit zahlt wie neue Infrastruktur, usw......
Also um dieses Geld - 1€ pro Passagier-km.
Da könnte man den Straßenverkehr wohl komplett unter die Erde verlegen, Straßen an Wohngebieten einhausen, alle Partzplätze in Tiefgaragen verlegen, die Fahrzeuge elektrisch betreiben und den Strom dazu noch aus Photovoltaik erzeugen.
usw....
Und dann hätten 100% der Menschen was davon.
So ist das halt nur ein quasi gratis befördern unserer "lieben" Eisenbahnfreunde - ums gleiche Geld.
Dazu kommen noch horrende Erhaltungskosten, um so ein unterirdisches Straßensystem adäquat zu belüften.
Außerdem stellt sich die Frage, was machen dann jene Mitmenschen, die kein Auto benützen können oder wollen ? Die fahren dann alle mit dem Photovoltaik-autobus ? Weiß nicht, ob die sich da so freuen drüber, mit der Bahn ist es um einiges bequemer als mit dem Bus. Und wenn ein Pendler jeden Tag stundenlang in Tunneln fährt, wird ihn das ziemlich depressiv machen.
Dazu kommt noch eine erhöhte Unfallgefahr in Tunneln, die dann - aufgrund des Kamineffekts - äußerst dramatische Folgen haben können. Das haben sie sich alles nicht ganz zu Ende gedacht.
Ich hab keinen Führerschein.
Meine Nichte ist dafür noch zu jung.
Eine Bekannte kann auf Grund von Schwierigkeiten mit den Füßen den Führerschein nie machen.
Soviel also mal zu ihren "100%".
Und die ÖBB lebt dann auch noch von mehr als Förderungen - das aber nur so nebenbei.
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