Fekter lässt FMA-Vorstand zappeln

Warten auf Ausschreibung für Aufsichtsjob

Wien - Noch eine Woche läuft die Bewerbungsfrist für die Spitzenjobs in der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB) - viele neue Gesichter sind allerdings nicht zu erwarten. Einzig der Posten des Vizegouverneurs (derzeit: Wolfgang Duchatczek; ÖVP) wird neu besetzt werden. Es gibt zwar Unterstützer, die Direktoriumsmitglied Andreas Ittner (ÖVP) zum Vize neben Ewald Nowotny (SPÖ) hebeln wollen, wahrscheinlicher ist aber, dass diese Funktion Duchatczeks Nachfolger im Direktorium bekleiden wird. Gute Karten hat, wie berichtet, Martha Oberndorfer, Chefin der Bundesfinanzierungsagentur.

Von einer auslaufenden Bewerbungsfrist kann der Chef der (örtlich wie sachlich) OeNB-nahen Finanzmarktaufsicht FMA, Helmut Ettl (47), nur träumen. Sein Vorstandsvertrag läuft am 13. Februar aus - von einer Ausschreibung des Jobs, den sich Ettl (SPÖ) gern wieder angeln will, ist aber nichts zu sehen. Gemäß Gesetz muss "die Ausschreibung möglichst drei Monate vor, spätestens jedoch innerhalb eines Monates nach Freiwerden der Funktion ... erfolgen". Das Finanzministerium lässt sich aber Zeit.

Fekter holt sich Interessenvertreter

"Wir werden den Posten zeitgerecht ausschreiben", sagt ein Sprecher von Finanzministerin Maria Fekter. Selbige ist dem FMA-Vorstand eher nicht gewogen. Im zweiten FMA-Chefsessel sitzt der 55-jährige Kurt Pribil (ÖVP); sein Vertrag läuft erst 2014 aus. Und: Pribil könnte danach an seine frühere Wirkungsstätte OeNB zurückkehren und dort gleich in Pension gehen. Theoretisch kann Fekter übrigens auch einen interimistischen FMA-Chef bestellen. So geschehen 2004, als Karl-Heinz Grasser interimistisch Heinrich Traumüller bestellte, um ihn später zum regulären FMA-Vorstandsmitglied zu machen (entgegen dem Vorschlag der Personalberater).

Auch bei Fekter selbst gibt es Neubesetzungen, nachdem ihr Bankenexperte, Michael Höllerer, zu Raiffeisen zurückgekehrt ist. Künftig lässt sich Fekter vom 66-jährigen Herbert Pichler beraten, der 26 Jahre lang Chef der Bundessparte Banken und Versicherungen der Wirtschaftskammer Österreich war. Warum sie ausgerechnet den Interessenvertreter der Geldinstitute schlechthin zu ihrem Bankenberater macht? "Weil Pichler der beste Kenner von Österreichs Bankenwirtschaft ist", erklärt ihr Sprecher. (Renate Graber, DER STANDARD, 3.12.2012)

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