Spanien kämpft sich an Defizitzielen ab

2. Dezember 2012, 17:09
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Regierungschef Rajoy räumt Probleme ein - 2012 wird bestes Tourismusjahr

Madrid - Der Tourismus stellt sich als einzige Schwimmweste Spaniens in der Krise heraus: Urlauber haben 2012 fast 34,5 Mrd. Euro ins Land gebracht. Das laufende Jahr könnte nach 2007 sogar das beste Fremdenverkehrsergebnis seit Beginn der Aufzeichnungen bringen. Auch die Pro-Kopf-Ausgaben der Spanien-Reisenden steigen - während Spanier selbst weniger reisen und im Ausland auch weniger ausgeben.

An den Problemen des Landes, die Defizitziele zu erreichen, kann das aber nicht viel ändern. Am Wochenende hat Spaniens Regierungschef Mariano Rajoy Schwierigkeiten eingeräumt: "Es ist sehr kompliziert, vor dem Hintergrund einer Rezession das Defizit um 2,6 Punkte zu reduzieren, mit so vielen Einnahmeproblemen und so hohen Finanzierungskosten", sagte Rajoy in der Zeitung La Razón. Die Regierung peilt für heuer eine Senkung des Defizits auf 6,3 Prozent an. Bislang geht die regierende Volkspartei davon aus, dies auch zu schaffen.

 

Dafür hat sie in der Vorwoche sogar ein Wahlversprechen gebrochen: Die Pensionen sollen nun doch nicht inflationsangepasst steigen, sondern viel weniger.

 

Jeder Vierte in Spanien ist ohne Job, das Land erlebt die zweite Rezession in drei Jahren. Einen möglichen EU-Hilfsantrag für das gesamte Land schloss Rajoy nicht mehr kategorisch aus: "Sollte dies in Zukunft in unserem Interesse sein, werde ich keine Zweifel haben, mich an die EZB zu wenden", sagte der Premier . (jam, Reuters, DER STANDARD, 3.12.2012)

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