Gläubiger bluten nach Jet-Absturz

30. November 2012, 20:14
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Stronach Großaktionär bei kollidierter Jetalliance - 180 Mitarbeiter betroffen

Wien - Auch Milliardäre haben nichts zu verschenken, lassen lieber Gläubiger bluten, als Ersparnisse anzuknabbern. So geschehen bei der Insolvenz des Bedarf-flugunternehmens Jetalliance, das am Freitag ein Sanierungsverfahren anmeldete. Zu den Großaktionären des auf den Betrieb und die Wartung von Privatfliegern spezialisierten Unternehmens zählt indirekt Frank Stronach.

Der Neopolitiker hält ein Drittel an der Business Aviation Holding, die Mehrheitsaktionär der Jetalliance-Gruppe ist, die wiederum Mitte der 90er-Jahre als Magna Air gegründet worden war. Koinvestoren sind Unternehmenschef Lukas Lichtner-Hoyer, eine kuwaitische Gesellschaft sowie Privatleute. Mit Verbindlichkeiten von 28,9 Millionen Euro reiht sich die Jetalliance Flugbetriebs GmbH mit Sitz in Kottingbrunn 30 Kilometer südlich von Wien (der Rest der Gruppe ist nicht von der Insolvenz betroffen) unter die Großpleiten des laufenden Jahres ein. Den 340 Gläubigern wird eine Quote von 30 Prozent angeboten. Wegen offener Forderungen wurde die Wiener Workforce Arbeitskräfteüberlassung in den Folgekonkurs getrieben, 180 Mitarbeiter sind von der Pleite betroffen.

Lichtner-Hoyer macht für die Insolvenz des 19 Jets betreibenden Unternehmens die niederösterreichische Gebietskrankenkasse verantwortlich. Sie habe bei Betriebsprüfungen für die Jahre 2007 bis 2009 Rückstände von 6,4 Millionen Euro eingefordert. Zwar geht Jetalliance dagegen in Berufung, muss aber eine Rückstellung vornehmen, wodurch das Eigenkapital in die rote Zone dreht. Laut Lichtner-Hoyer würden Sozialabgaben und Lohnsteuer für ausländische Piloten und Kabinenpersonal in Rechnung gestellt, die gar kein Dienstverhältnis mit Jetalliance hätten. (as, DER STANDARD; 1./2.12.2012)

 

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