Neue Chefanklägerin gegen Korruption

Michael Simoner
30. November 2012, 18:39
  • Der einzige Luxus im Büro der Zentralen Staatsanwaltschaft zur Verfolgung von Wirtschaftsstrafsachen und Korruption: der Blick vom Balkon über Wien.
    foto: standard/simoner

    Der einzige Luxus im Büro der Zentralen Staatsanwaltschaft zur Verfolgung von Wirtschaftsstrafsachen und Korruption: der Blick vom Balkon über Wien.

  • Walter Geyer übergibt die Staatsanwaltschaft gegen Korruption und Wirtschaftsverbrechen an ...
    foto: apa/techt

    Walter Geyer übergibt die Staatsanwaltschaft gegen Korruption und Wirtschaftsverbrechen an ...

  • ... Ilse-Maria Vrabl-Sanda. Die frühere Richterin war zuletzt Oberstaatsanwältin in Wien.
    foto: standard/parlamentsdirektion/bildagentur zolles kg/mike ranz

    ... Ilse-Maria Vrabl-Sanda. Die frühere Richterin war zuletzt Oberstaatsanwältin in Wien.

Ilse-Maria Vrabl-Sanda ist die neue Leiterin der Staatsanwaltschaft gegen Korruption und Wirtschaftsverbrechen

Wien - Am Ende des Tages ist das nördliche Ende der Hinteren Zollamtsstraße im dritten Wiener Gemeindebezirk eine eher menschenleere Gegend. Der Donaukanal setzt zur Rechtskurve an, am Ufer donnert der Straßenverkehr Richtung Ostautobahn vorbei. Nur im Haus Nummer 1 brennt im 12. Stock spätnachts oft noch Licht: Überstunden gehören in der Zentralen Staatsanwaltschaft zur Verfolgung von Wirtschaftsstrafsachen und Korruption (WKStA) zum alltäglichen Geschäft. Die Nachfolge von Walter Geyer, der als Behördenleiter in den Ruhestand tritt, ist geregelt: Neue Chefin wird Ilse-Maria Vrabl-Sanda. Sie wechselt von der Oberstaatsanwaltschaft Wien zur Spezialeinheit der Unbestechlichen.

Die Personalentscheidung wurde am Freitag auf Anfrage des Standard von Justizministerin Beatrix Karl (VP) bekanntgegeben. In der Präsidentschaftskanzlei - Heinz Fischer musste die Personalentscheidung absegnen - langte der Antrag um die Mittagszeit ein. Gerade noch rechtzeitig, denn am Montag begibt sich das Staatsoberhaupt auf einen Südamerika-Reise. Hätte es wider Erwarten doch noch Diskussionen um die Postenbesetzung gegeben, hätte WKStA-Vizeleiter Eberhard Pieber bis Jahresende die Geschäfte geführt. Wie berichtet, hatte auch er sich für den Posten beworben, ebenso Johann Fuchs von der WKStA sowie Gerhard Jarosch, der Präsident der Vereinigung österreichischer Staatsanwälte.

Vrabl-Sanda war aus dem Vierervorschlag von der Personalkommission der Oberstaatsanwaltschaft (OStA) Wien an die erste Stelle gereiht worden. Vor ihrer Tätigkeit bei der Strafverfolgungsbehörde war sie von 1992 bis 2006 Richterin, unter anderem am Wiener Straflandesgericht.

Bei der OStA wurde sie in den vergangenen Jahren als Behördensprecherin auch im Umgang mit Medien geschult. Zuletzt etwa im Zusammenhang mit Ermittlungen gegen einen Korneuburger Anklagevertreter, der vor laufender Kamera mit einer Geste einen Schuss auf Tierschützer angedeutet hatte. Für Justizministerin Karl ist Vrabl-Sanda "ein weiteres Beispiel dafür, dass in der Justiz Frauen und Männer gleichermaßen Karriere machen können".

Im Umgang mit Politikern hat Vrabl-Sanda nie Glacéhandschuhe angezogen. 1999 etwa entschied sie als Richterin, dass Jörg Haider im ZDF-Magazin Frontal als "politischer Gauner" bezeichnet werden durfte. Politiker müssten sich mehr gefallen lassen als normale Bürger, lautete ihre Begründung. Als die ÖVP heuer nach Geldwäschevorwürfen gegen ihren Abgeordneten Werner Amon die Wiener Staatsanwaltschaft heftig angriff, sprang Vrabl-Sanda für die Justiz in die Presche: "Diese Stimmungsmache schadet allen Säulen des Rechtsstaates", empörte sie sich.

Von den 21 Planstellen in der Korruptionsstaatsanwaltschaft sind derzeit 19 besetzt. Ministerin Karl kündigte an, dass die Behörde auf insgesamt 40 Planstellen ausgebaut werden soll. (Michael Simoner, DER STANDARD, 1.12.2012)

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22 Postings
das macht Sie zu einer hoffnungsträgerin:

zitat:
"Im Umgang mit Politikern hat Vrabl-Sanda nie Glacéhandschuhe angezogen. 1999 etwa entschied sie als Richterin, dass Jörg Haider im ZDF-Magazin Frontal als "politischer Gauner" bezeichnet werden durfte"

und ihre befähigung zu HÖHEREM

hat sie eindrucksvoll als pressesprecherin der osta unter beweis gestellt, als sie zusicherte, die interessen der opfer einer (in wahrheit sich in einer lächerlichen und unbemerkten unmutsäußerung wegen lärmerregenden verhaltens erschöpfenden ) "schießgeste" eines genervten sta-beamten zu wahren! - als hätten die harmlosen aktivisten in todesangst ihr heil heil in der flucht suchen müssen !
na gut : vielleicht ist korruption rechtlich einfacher zu erfassen als der komplizierte tatbestand der "gefährlichen drohung" !!!!

bestehen sie darauf,dass sie nur unabhängige beamte um sich haben wollen.

"um sich"

könnte aus platzgründen schwierig werden ;-)

.... und die schickt

der Weihnachtsmann!
js

Auch wenn die Vrabl-Sanda robust in jeder Hinsicht sein mag: Sie sprang sicherlich in die Bresche. Mit weichem b.

Der Rathausmann

und die Manager der gemeindenahen Betriebe dürfen sich beruhigt zurücklehnen

Gratulation und viel Erfolg im Sinne der Republik Östereich. Ich wünsche Ihnen 450 Planposten soferne die ausreichen, unabhängige Stellen in jedem Bundesland.

Ich kenne die politische Herkunft nicht , aber so ist es halt bei einem Systemwechsel, wie nach WKII oder 1989 , da waren auch die meisten Mitglieder einer Partei eines Geheimdienstes etc., so auch in Österreich jeder irgendwo ein Partei/-nahe Büchlein braucht zum Überleben. Ich möchte der Justiz den Rücken stärken Korruption als solche zu verfolgen und zwar in der Definition des internationalen Standards nicht des nationalen. Herkunft/Parteibuch hin oder her. Es gibt sicher auch in den jeweiligen Parteien ein paar wenige "Ehrliche, Aufrechte".

1989: Ostblock : für junge

die dame hat zumindest charakter.

bitte aufräumen bei allen Parteien, zeit wäre es.

Und bei welcher Gelegenheit hat sie ihre Integrität bislang bewiesen?

Der ihr anhaftende Stallgeruch stimmt mich skeptisch.

1999 gegen jörg haider....

immerhin

Na dann.

Walten sie ihres Amtes. Das Volk will da endlich ein paar Leute verurteilt und sitzen sehen.

Oberstaatsanwältin in Wien

O weh! Eine treue Gefährtin vom Pleischl.
Aber wenigstens die Frauenquote ist gewahrt.
Korruptionsbekämpfung dürfte ja sowieso kein überbordendes Anliegen in der Republik Österreich sein.

Buff,

schaut dieser Geyer alt aus, ein echter Geier!!

Bei der Materie kriegst leicht graue Haar'...

ad Luxus Aussicht

somit ist bewiesen, dass Hr.Simoner noch nie wirklich im WKStA Büro war (anderer Bauteil, niedrigere Stockwerke)

wie man sieht :

DARAN führte kein weg vorbei

räumlich gemeint

immer noch: Bresche (von frz.: brèche)

und was stand noch im Artikel?

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