Schwere Parteikrise in Obersteiermark

  • Manfred Wegscheider verdrängt...
    foto: standard/adolf horst plankenauer/www.der-plankenauer.at

    Manfred Wegscheider verdrängt...

  • ...die bisherige Stadtchefin Brigitte Schwarz.
    foto: standard/helmut reisinger

    ...die bisherige Stadtchefin Brigitte Schwarz.

Bürgermeisterin Schwarz tritt zurück, ihr folgt Landtagspräsident Wegscheider nach

Kapfenberg/Graz - Die Grünen orten einen "klassischen SPÖ-Putsch". "Das war keine über Nacht entstandene Dynamik, sondern das wurde von langer Hand vorbereitet und ist nicht ohne Zustimmung von SP-Parteichef Franz Voves geschehen", vermutet der obersteirische Grünen-Landtagsabgeordnete Lambert Schönleitner. Auch die KPÖ schmeißt sich für die Kapfenberger SP-Bürgermeisterin Brigitte Schwarz in die Bresche. Sie sei " parteiinternen Machtspielen" zum Opfer gefallen. Die Stadtchefin tritt kommende Woche zurück und mit ihr auch ihr Vize und Parteichef Hannes Weißenbacher sowie zwei Stadträte - in Summe vier von fünf SP-Regierungsmitgliedern. De facto löst sich die gesamte SP-Stadtregierung auf. Nach der schweren Wahlniederlage bei den Grazer Gemeinderatswahlen vergangenen Sonntag schlittert nun die SP im großen alten roten "Bollwerk" der Obersteiermark, Kapfenberg, in die Krise. Ebenfalls wegen interner Machtkämpfe.

Der Druck aus Graz war für Schwarz wohl zu groß geworden, nachdem der Landtagspräsident und ehemalige Kapfenberger Bürgermeister Manfred Wegscheider angekündigt hatte, die Kapfenberger Partei zu übernehmen. Wegscheider gilt als Hardliner, der gewohnt ist "durchzugreifen". Schwarz hingegen, wie aus den Solidaritätsbekundungen ablesbar, als konziliant und eher links-liberal.

Die Personalkrise spielt sich auch vor dem Hintergrund der geplanten Großfusion "Kapfenberg-Bruck" ab. Mit Bruck und Kapfenberg sowie weiteren Anrainergemeinden soll eine obersteirische Großstadt mit 50.000 Einwohnern zusammengefügt werden. Aus Bruck an der Mur berichtete die Kleine Zeitung am Freitag allerdings, dass Bürgermeister Bernd Rosenberger (SP) die Fusionsgespräche abbrechen wolle. Er habe als Grund inakzeptable Forderungen der designierten neuen Kapfenberger SP-Führung genannt, die man zugespielt bekommen habe. (Walter Müller, DER STANDARD, 30.11.2012)

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