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Innsbruck - Nach einem schweren Trainingsunfall eines jungen Skifahrers herrscht kurz vor Beginn der Wintertrainingssaison Unsicherheit im Tiroler Skiverband. Der Bub war im Jänner 2011 im Skigebiet Seefeld/Rosshütte von der Piste abgekommen und gestürzt. Nach dem Sturz über eine künstliche, ungesicherte Böschung hatte er sich schwere Schädel- und Hirnverletzungen zugezogen. Der Bub ist seither ein Pflegefall und wird von den Eltern betreut. Eine Schadenersatz- und Schmerzensgeldklage gegen Verein und Pistenbetreiber läuft.
Über den Obmann des Skivereines wurde in einem Strafverfahren bereits eine Geldstrafe verhängt. In einem Gutachten des ehemaligen Fis-Renndirektors Kurt Hoch wurde im Prozess Kritik an den mangelnden Sicherheitsvorkehrungen laut. Die Unfallfolgen wären bei entsprechender Absicherung der Rennstrecke vermeidbar gewesen. In der Folge überlegten Vereine und Bergbahnen, ihre Trainings zu streichen beziehungsweise die Pisten nicht mehr zur Verfügung zu stellen.
Die Rennstrecke Kaltwasser am Rosskopf ist derzeit gesperrt. "Solche Unfälle sind Gott sei Dank nicht alltäglich", sagt der Chef des Tiroler Skiverbandes Werner Margreiter. Einiges im Trainingsbereich befände sich aber zweifelsohne in einer rechtlichen Grauzone. Realistischerweise gebe es aber einen Unterschied in den Sicherheitsbestimmungen bei einem Training oder bei einem Weltcuprennen, sagt Margreiter.
Skifahren sei auch immer noch ein Sport, "der in der freien Natur und nicht in genormten Sportstätten" stattfände. Ein Restrisiko werde immer bestehen bleiben. Die Pistenbedingungen seien ebenfalls oft nicht so leicht zu beurteilen: "Ein steiler Tiefschneehang ist manchmal einfacher und sicherer zu fahren als eine flache, aber vereiste Strecke."
Derzeit warten die Vereine und Verbände auf Informationen des Österreichischen Skiverbandes (ÖSV). Dessen Präsident Peter Schröcksnadel, selbst Liftbetreiber, versuchte bereits im Vorfeld seine Ski-Funktionäre zu beruhigen. In Haftungsfragen hätte sich nichts geändert. Eine ÖSV- und eine Vereinsmitgliedschaft umfasse bei Fahrlässigkeit eine Versicherungssumme von fünf Millionen Euro.
Rechtliche Klärung, vor allem für die Bergbahnen, hält Schröcksnadel aber dennoch für wichtig. Denn auch Pistenbetreiber seien verantwortlich. Ein Masterplan werde mit dem Sportministerium derzeit erarbeitet. Anfang Dezember findet ein Sicherheitsgipfel im Landhaus statt. (Verena Langegger, DER STANDARD, 1./2.12.2012)
Warnung vor Solotouren und Alkohol auf der Piste
2007 verrichteten auf Europas Skipisten 3100 Schneekanonen ihren Dienst. Heute steht diese Anzahl in drei heimischen Skigebieten. Der Energie- und Wasserverbrauch ist massiv gestiegen. 19.000 Kanonen sind im Einsatz.
Nachdem Schummeleien bei der Angabe von Pistenkilometern in Skigebieten aufgeflogen sind, plant Gerhard Heilingbrunner vom Umweltdachverband, die Staatsanwaltschaft wegen schweren Betruges einzuschalten.
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Gleichzeitig Rückgang der Unfälle
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