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Künstlerische Darstellung der Staubscheibe um den Braunen Zwerg ISO-Oph 102.
Santiago de Chile - Mehrere Studien kamen heuer zu dem Schluss, dass Gesteinsplaneten wie die Erde in unserer Milchstraße um einiges häufiger vorkommen könnten als bisher angenommen. Beobachtungen mit dem Mikrowellen-Observatorium ALMA in Chile fügen diesen nun einen neuen Faktor hinzu: Möglicherweise können sich sogar Gesteinsplaneten im Orbit von Braunen Zwergen entwickeln.
Braune Zwerge sind gewissermaßen Sterne, die es nicht ganz geschafft haben: Mit einer Masse, die 13 bis 75 Mal größer ist als die des Jupiter, sind sie nach Planetenmaßstäben wahre Giganten. Nur noch etwas mehr Masse, und in ihrem Inneren würde die Wasserstoffusion einsetzen und sie zu einem richtigen Stern machen. Anders als gewöhnliche Planeten sind sie aber massereich genug, dass in ihrem Inneren Deuteriumfusion abläuft. Einige hundert Braune Zwerge sind bislang bekannt, über ihre Gesamthäufigkeit in der Milchstraße kann jedoch nur spekuliert werden.
Umso interessanter ein Fund, den Astronomen um Luca Ricci vom California Institute of Technology in der Staubscheibe um den Braunen Zwerg ISO-Oph 102 gemacht haben: Sie stießen auf "Saatkörner" künftiger Planeten, wie die Europäische Südsternwarte (ESO) mitteilte. Diese millimetergroßen Staubkörner sind (vorerst noch) zu klein, um sie als Planetesimale zu bezeichnen, die eigentlichen Bausteine von Planeten. Aber was noch nicht ist, kann ja noch werden. Es könnte sich bei den Staubkörnern um die allerersten Stufen eines Akkretionsprozesses handeln, aus dem sich letztendlich ein Gesteinsplanet entwickelt.
ISO-Oph 102 liegt in der etwa 460 Lichtjahre entfernten Rho Ophiuchi-Sternentstehungsregion im Sternbild des Schlangenträgers. Der Braune Zwerg hat etwa die 60-fache Masse des Jupiter bzw. 0,06 Sonnenmassen. Bislang ging man eher davon aus, dass solch ein massearmes Objekt keine ausreichend dichte Staubscheibe besitzt, aus der sich erdähnliche Planeten zusammenballen können.
Die Geschwindigkeit der Partikel in dieser dünnen Scheibe sollte der bisherigen Theorie zufolge viel zu groß sei, als dass die Teilchen nach Kollisionen aneinander haften bleiben und damit die Planetesimal-Bildung vorantreiben könnten. Außerdem wurde angenommen, dass die Körner - sollten sich doch welche bilden können - sehr schnell nach innen in Richtung des Braunen Zwerges wandern würden. In den äußeren Bereichen der Scheibe sollte man sie also nicht mehr nachweisen können.
Doch zumindest ISO-Oph 102 widerspricht diesen Annahmen. "Es war für uns völlig überraschend, in dieser kleinen Staubscheibe millimetergroße Staubkörner zu finden", betont Ricci. "Feste Körner dieser Größe sollten sich eigentlich in den kalten äußeren Bereichen einer Scheibe um einen Braunen Zwerg gar nicht bilden können."
Frühere Untersuchungen hatten bereits große Gasplaneten bei Braunen Zwergen aufgespürt. Die Astronomen gehen jedoch davon aus, dass sich diese nicht aus der Staubscheibe um den betreffenden Braunen Zwerg gebildet haben, sondern sich parallel zu ihm aus derselben ursprünglichen Gas- und Staubwolke zusammengeballt haben.
Die neuen Beobachtungsdaten von ISO-Oph 102 stellen bisherige Theorien zur Entstehung von Gesteinsplaneten infrage, sagt die ESO. Solche erdähnlichen Planeten könnten demnach noch häufiger vorkommen als angenommen. Die Chancen auf lebensfreundliche Planeten sind allerdings nicht besonders groß: Da Braune Zwerge viel weniger Energie abstrahlen als Sterne, läge ihre bewohnbare Zone sehr weit innen und wäre zudem überaus überaus klein. Es bräuchte also einen großen Zufall, dass ein Gesteinsplanet just in diesem engen Bereich zu seinem Orbit findet. (red, derStandard.at, 2. 12. 2012)
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ESO
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Könnte auf einem Planeten um einen braunen Zwerg überhaupt komplexeres Leben existieren? Die habitable Zone müsste schon sehr nach am Zwerg liegen und dieser wird neben Wärme wohl auch etwas Strahlung abgeben. Und die Rotation müsste demnach auch gebunden sein an den Zwerg.
1933 "wusste" man auch, daß Planetenentstehung im Universum ein sehr seltener Prozess ist ;-)
Mir ist klar, daß ein brauner Zwerg alles andere als ein optimales Zentral"gestirn" darstellt. Daher auch meine Frage, wie der heutige Wissensstand dazu ausschaut.
Viele Ansichten ändern sich ja. Bis vor kurzem hielt man ja auch Planeten um Doppelsternsysteme oder gar Pulsare für unmöglich. Heute weiß man, daß es sehr wohl welche gibt. (Leben werden vor allem letztere mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht haben)
Liebe red., ich wünsche mir eine Reportage über die anonymen oder nur als kryptische Kürzel erscheinenden KünstlerInnen, die uns mit den hübschen Illustrationen erfreuen!
(Früher mal hätte man die "Künstlerische Darstellung der Staubscheibe" für das Produkt einer Dada- oder Fluxus-Aktion gehalten, etwa Duchamp oder Beuys.)
Weiter so !
Wie man sieht lösen sich Vermutungen fast täglich ersatzlos in Nichts auf. Wahrscheinlich ist die aktuelle Auskunft über ISO-Oph 102 genauso haltlos wie die davor. Mal sehen, was bessere Messmethoden in der Zukunft bringen.
Es gibt schon Braune Zwerge mit Planetnsystemen:
* 2M1207, auf http://en.wikipedia.org/wiki/2M1207 findet sich ein Bild von 2M1207 und seinem Begleiter 2M1207b. Es gibt also sogar eine Direktaufnahme des Planetensystems um einen Braunen Zwerg 2M1207b hat eine Masse von vier Jupitermassen.
* MOA-2007-BLG-192-L ist der zweite Braune Riese mit einem Planeten mit drei Erdmassen. Also einem Gesteinsplaneten. Hier ist aber nicht zu 100 % sicher, ob es nicht doch ein sehr kleiner Roter Zwergstern ist. Höchstwahrscheinlich aber ein Brauner Zwerg.
Es gibt sogar einen Planeten (genauer Objekt planetarer Masse, also ein Planet ohne Stern) mit einer Staubscheibe: Cha 110913-773444. Der hat ca. 8 Jupitermassen und eine protoplanetare Staubscheibe.
hat Sir Roger Penrose im rahmen des kürzlich in wien gehaltenen vortrages zum thema
"Dark Energy, Dark Matter, and Black Holes, as Essential Ingredients of a New Cyclic Theory of the Universe"
folgendes festgestellt:
er hätte ein problem mit der bezeichnung "schwarz" "dunkel" für energie,
sie wäre nämlich unsichtbar
warum gibt es im standard übrigens über diesen vortrag keinen bericht?
diese ganzen farb-bezeichnungen zeigen ja auch nur eines:
die hilflosigkeit, denen die forscher diesen phänomenen derzeit noch gegenüberstehen
übrigens scheint mir der standard-wissenschaftsteil
dominiert zu sein von apa-meldungen und übersetzten nature und newscientist übersetzungen
man könnte ruhig einen schwerpunkt vor ort legen
und so sogar international mit nachrichten aus erster hand punkten
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