Türöffner: Vom Praktikum ins Berufsleben

  • Die Tür zum Job öffnen (v. li.): Gudrun Ostermann (Moderation), Leyla Samadi (Peek & Cloppenburg), Hannes Havranek (PHHV), Gregor Gossy (BCG) und Herbert Kovar (Deloitte).
    vergrößern 500x280
    foto: standard/hendrich

    Die Tür zum Job öffnen (v. li.): Gudrun Ostermann (Moderation), Leyla Samadi (Peek & Cloppenburg), Hannes Havranek (PHHV), Gregor Gossy (BCG) und Herbert Kovar (Deloitte).

Der Einstieg in den Job über ein Praktikum kann attraktiv sein. Vier Unternehmen erklären, worauf es ankommt

Die Zeiten, als der Studienabschluss Jobgarantie war, sind vorbei. Dafür tummeln sich zu viele Absolventen auf dem Arbeitsmarkt. Um Karriere zu machen, führt kein Weg an zusätzlichen Qualifikationen und Berufserfahrungen vorbei. Vertreter von vier Unternehmen, Peek & Cloppenburg, PHHV Rechtsanwälte, Deloitte und Boston Consulting Group (BCG), klärten Studierende bei einer Veranstaltung von Uniport darüber auf, wie ein Praktikum zum Türöffner ins Unternehmen werden kann.

Korrekte Bewerbung: Der erste Schritt zum Praktikum ist die Bewerbung: " Wir achten dabei auf die Motivation, ob sich der Bewerber wirklich mit dem Unternehmen auseinandergesetzt hat", erklärt Hannes Havranek, Partner bei PHHV Rechtsanwälte. Ein Formschreiben, das man an zwanzig Firmen schickt, kann deshalb ebenso ein Ausschlussgrund sein wie die Bewerbung mit Rechtschreibfehlern.

Noten zählen: Bei Peek & Cloppenburg sollte man Interesse am Lifestyle und Mode mitbringen. Die Personalmarketing und Recruiting-Leiterin für Österreich und Osteuropa, Leyla Samadi, beschreibt optimale Bewerber darüber hinaus als dynamisch, neugierig und gewillt, anzupacken und Verantwortung zu übernehmen. Soziales Engagement während des Studiums wird goutiert. Dazu kommt der Studienerfolg: "Wir achten auf gute Noten. Der Zusammenhang zwischen der Leistung im Studium und dem späteren beruflichen Erfolg ist wissenschaftlich erwiesen." Auch Gregor Gossy, Projektleiter der BCG, konkretisiert, dass man für ein Praktikum zur " akademischen Exzellenz", also zu den 15 bis 20 Prozent Besten seines Studienjahrgangs gehören müsse.

Handwerk muss man mitbringen: Ein zweites Studium sei zwar gut, ein hervorragender Abschluss in einem aber ebenso. Herbert Kovar, Geschäftsführer und Wirtschaftsprüfer bei der Unternehmensberatung Deloitte, rät deshalb eher zur Spezialisierung: "Bei uns ist das Steuerrecht natürlich von Vorteil." Im Bewerbungsgespräch werden aber weniger auswendig gelerntes Wissen als die analytische, effiziente und strukturierte Herangehensweise überprüft.

Sprachen erlernen: Sich ausschließlich aufs Studium zu konzentrieren sei dennoch der falsche Weg. Bei allen vier Unternehmen gilt verhandlungssicheres Englisch als Voraussetzung. Kovar macht deutlich, warum: "50 Prozent unserer Schriftstücke sind auf Englisch." Englischkenntnisse kann man nicht nur im Bewerbungsgespräch selbst unter Beweis stellen, sondern auch über Auslandserfahrung. Weitere Sprachen sind zwar kein Muss, aber von Vorteil: Deloitte hat sich in China ein Standbein aufgebaut; bringt ein Bewerber Mandarin-Kenntnisse mit, ist das ein Benefit.

Hat der Bewerber alles richtig gemacht, kann er sich im Praktikum beweisen und verdient damit bereits erstes Geld: fair und überdurchschnittlich, so die Unternehmensvertreter. Und die Aussicht auf den fixen Job danach sind durchaus gut: Der Hälfte der BCG-Praktikanten wird danach eine feste Anstellung angeboten. (Martina Madner, DER STANDARD, 1./2.12.2012)

Share if you care
Posting 1 bis 25 von 27
1 2
Den klassischen Bewerbungsschwachsinn endlich ein Ende setzen!

http://www.facebook.com/arbeitsma... rbeagentur

So ein schwachsinn... Ich kenne zig. Leute die 3,4 Sprachen sprechen, hochqualifiziert sind, machen ein Praktikum, arbeiten 50h - dann wird ihnen gesagt es sei "leider kein Geld da" um sie anzustellen. Es folgt dann der nächste Praktikant...

Ist schlicht und einfach eine billige Art und Weise hochqualifiziertes Personal zu bekommen...

"Der Zusammenhang zwischen der Leistung im Studium und dem späteren beruflichen Erfolg ist wissenschaftlich erwiesen."

Ja no na ned wenn alle so rekrutieren...meine Güte, wer hätte das gedacht. Wir rekrutieren wie so viele andere nur Leute mit guten Noten - hui, sieh an, die haben wissenschaftlich erwiesen mehr beruflichen Erfolg - wow!

Gratuliere, Hautflügler! Genau das hab ich mir auch gedacht! Besser hätte ich es nicht formulieren können.

Zum Kotzen

Wegen diesen arroganten Typen werd ich sicher keinen Minderwertigkeitskomplex entwickeln. Aber wirklich abschreckend, wie selbstherrlich da argumentiert wird. Bin ich froh, dass ich mit der Branche nichts zu tun habe! Die würden jedenfalls sehr gut zur Goldman Sachs-Partie passen. Man könnte eine neue TV-Show entwickeln und die Leute in die Jury für "Austria´s Next KHG" setzen.

Was genau ist daran bitte "selbstherrlich"? Ist es etwa ein Verbrechen dass Firmen die überdurchschnittliche Karrieremöglichkeiten, überdurchschnittliche Bezahlung und überdurchschnittlich interessante Arbeit bieten auch überdurchschnittlich qualifizierte Arbeitskräfte wollen?! Ich denke nicht.

Selbstherrlich ist dieses Eliten-Denken. Dabei wird vergessen, dass diese Erfolgstypen oft mit den Ellenbogen arbeiten und alles ihrer Karriere unterordnen, ergo häufig ein übersteigertes Selbstwertgefühl haben und sich für unfehlbar halten. Es würde mancher Firma gut tun, auch Leute mit "krummen" Lebensläufen etwas näher unter die Lupe zu nehmen, die aufgrund ihrer Lebenserfahrung und erlebten Niederlagen vielleicht auch schon ein bisschen so etwas wie Weisheit - und nicht bloß in Rekordzeit gebüffeltes Wissen - besitzen.

Ich denke es würde der Welt ganz gut tun, wenn nicht nur aalglatte Persönlichkeiten mit gebügeltem Lebenslauf gute Jobs bekommen würden.

Diese Diversity Geschichte dürfte auch eher ein kurzer Trend gewesen sein, jetzt ist wieder der Typus Gordon Gekko gefragt.

Bin ich froh, dass ich nie in diesen Branchen arbeiten wollte, einfach nur abschreckend.

Ja, wirklich abschreckend, gute Berufschancen und gute Bezahlung... dann doch lieber eine Lehre als Einzelhandelskauffrau.

ja sicher, bevor ich so ein abgehobener a.... werde....

Nach dem Lesen dieses Berichts komme ich mir so richtig unterqualifiziert vor.

sie werden nieee irgendwo ein gratis-praktikum machen dürfen (weiß schon, fair und überdurchschnittlich, also wohl etwas mehr als nix), mit der aussicht, dass die hälfte der gratishackler vielleicht gnadenhalber übernommen werden.

Ihre Argumentation ist so dumm dass Sie wohl nie eine Chance auf einen halbwegs ansprechenden Arbeitsplatz haben werden.

Das geht zum Glück auch ohne unbezahltes bzw. schlecht bezahltes Praktikum. Angebot und Nachfrage..

Wie auch? Den haben ja sie...

Ich sehs anders: Nach dem Lesen des Artikels bin ich über meine Unterqualifikation extrem froh.

Ein kurzes Praktikum als Probe für den Festeinstieg kann durchaus gut sein.

Nur Langzeit-Praktika (insb. unbezahlte) sind strikt abzulehnen!

wenns die firma nicht schafft,

im schlimmsten fall 1-3 monatsgehälter in der probezeit umsonst bezahlt zu haben, tut sie mir leid. praktikum wozu?

Der Staat vergibt in seinen Bundesanstalten und auf der Uni auch aber sehr viele Praktika mit Jobaussicht!

Finde ich auch gar nicht so schlecht,
der Staat hat ja auch das Gewaltmonopol und darf die Leute ausbeuten.
Die Firmen sollten das nicht tun mit ihrer hohen Steuerlast.
Irgendwer muss ja die vielen Staatsbeamten auch bezahlen, deswegen ist die Ausbeutung bei staatlichen Praktika auch vollkommen OK, aber nicht bei der Wirtschaft, weil da brauchen wir viel fette Steuereinnahmen für viele fette Neugebauers!

>der Staat hat ja auch das Gewaltmonopol und darf die Leute ausbeuten.

Ironie? Nach dem Lesen Ihrer Postings bin ich mir nimmer so sicher.

Wie war das mit den vielen Experten aus dem Ausland, die wir wegen des hiesigen Fachkräftemangels brauchen?

Ich glaube das einzige wonach händeringend gesucht wird, sind Gründe gut ausgebildeten Menschen wenig zu bezahlen, um den eigenen Profit zu optimieren.

Ok, man muss also nur ein, zwei Studien (natürlich im "richtigen" Bereich) abgeschlossen haben, mit sehr guten Noten, mehrere Sprachen können, Auslandserfahrung haben und sozial engagiert sein. Und dann bekommt man dafür ... einen Praktikumsplatz.

Sie haben noch was vergessen:
man sollte auch "Interesse am Lifestyle und Mode" mitbringen! omg...

und warum gibts den ganzen schmafu?

...weils lauter hr-tanten und fuzzis gibt die kein know-how in irgendwas sinnvollem haben und nur zu blabla fähig sind...

Na gut, für Peek & Cloppenburg könnte das wirklich wichtig sein... mit den Produkten des Unternehmens identifizieren und so. :-)

Posting 1 bis 25 von 27
1 2

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.