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London/Wien - Keine Werbung ist oft die größte Werbung: In Großbritannien hat der Werberat einen TV-Spot des Trinkwassersprudlerherstellers Sodastream verboten, weil darin die Getränkeindustrie "verunglimpft" werde. Die Sodastream schäumt ob der "Zensurversuche" und zeigt zwischenzeitlich einen 30-sekündigen "Protestspot" ("If you love the bubbles set them free"), in dem am Ende via YouTube-Link auf den "echten" Werbefilm verwiesen wird.
Dort wurde der Originalspot namens "The Sodastream Effect" bereits 1,17 Millionen mal angeklickt. Es wird gezeigt, wie bei jeder Verwendung eines Trinkwassersprudlers Plastikflaschen explodieren, wobei einige frappant an Coca-Cola-Flaschen erinnern. Sodastream will auf humorvolle Weise darauf hinweisen, dass PET-Flaschen viel Müll verursachen und so der Umwelt schaden.
Dem britischen Humor entsprach das offenbar nicht. Clearcast, eine von TV-Sendern finanzierte Stelle, die Werbespots auf ihre Sendetauglichkeit prüft, ließ den Spot nicht zu. Begründung laut Sodastream: Der Werbefilm lege dem Publikum nahe, nicht mehr in den Supermarkt zu gehen und Softdrinks zu kaufen, sondern sich stattdessen einen Sodastream-Sprudler zu anzuschaffen. Das sei eine Verunglimpfung der Getränkeindustrie.
Sodastream, ein israelisches Unternehmen, das an der US-amerikanischen Börse NASDAQ notiert und in Österreich seit 1996 auf dem Markt ist, gibt sich empört. "Letztendlich machen wir keine einzelne Marke schlecht, sondern sagen den Verbrauchern, dass es clevere Alternativen zu Flaschengetränken gibt. Wir verstehen nicht, warum wir darauf nicht hinweisen dürfen", sagte Martin Plothe von Sodastream Deutschland am Freitag zur APA. Man wolle auf jeden Fall weiter mit Clearcast verhandeln. In anderen Ländern läuft der Spot schon.
Sodastream setzte in den ersten drei Quartalen 2012 weltweit rund 303 Mio. Dollar (234 Mio. Euro) um. (APA, 30.11.2012)
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Trinkwassersprudler, Flaschen und Sirups werden von der SodaStream-Gruppe SodaStream International Ltd. in Israel und der Siedlung Ma'ale Adumim im Westjordanland hergestellt.[13] mit mehr als 700 Mitarbeitern hergestellt. Landesweit gibt es dort drei Standorte. Der Europäische Gerichtshof entschied am 25. Februar 2010, dass auf den Import von in dieser Siedlung hergestellten Soda-Club-Waren Zoll zu erheben ist.[14] Im vom Hamburger Finanzgericht vorgelegten Fall hatte die Firma Brita dort gefertigte Flaschen als israelische Produkte deklariert und damit aufgrund der Meistbegünstigungsklausel zollfrei einführen wollen.
Es ist ein Sonderfall von sog. vergleichender Werbung. Die ist in den meisten Ländern reglementiert, weil es da sonst zuviele Exzesse gäbe. In Österreich in Maßen erlaubt, in Deutschland generell verboten, und in England durch Verbot des Verächtlichmachens anderer Produkte/Marken implementiert.
Die fragliche Werbung wäre in Österreich und wohl auch in Deutschland wohl erlaubt, weil sie eine ganze Kategorie von Waren veralbert und sich nicht gegen bestimmte Konkurrenten wendet. Möglicherweise wurde Clearcast aber davon beeinflusst, dass Sodastream de facto ein Monopol auf Wassersprudler hat und der Vergleichsmarkt daher der Markt der alkoholfreien Getränke ist. So gesehen wendete sich die Werbung relativ aggressiv gegen alle Konkurrenten.
sondern allenfalls ein Systemvergleich (hier Kohlensäure-Automat, dort abgefüllte Limonade), der in Deutschland gestattet ist.
Dass Coca Cola dagegen in GB Widerspruch anmeldet und damit sogar durchkommt, ist einfach nur peinlich. Nur weil in der ersten Einstellung eine dunkle Limonade in Flaschen mit roten Etiketten zerplatzt, hat diese Firma kein Geschmackmuster auf diese Ausstattung.
Da haben ein paar Firmenjuristen einen Rohrkrepierer platziert und Sodastream die Lacher auf ihrer Seite. David gegen Goliath.
Ich bin ja auch der Meinung, dass Clearcast hier Unrecht hat. Es muss immer möglich sein, für eine umweltfreundlichere Produktkategorie zu werben, und zwar auch dann noch, wenn sich (wohl zumindest teilweise in Folge zu geringer Nachfrage) der Markt dafür leider bereinigt hat.
Ein Link auf den YouTube spot habts ihr nicht zusammengebracht?
Und bevor ein paar geistig Minderbemittelte mit ihrem "Kannst ja selber suchen!" daherkommen: Welchen Nutzen hat dann der Artikel, wenn er nicht direkt auf das corpus delicti verweist?
"Der Werbefilm lege dem Publikum nahe, nicht mehr in den Supermarkt zu gehen und Softdrinks zu kaufen, sondern sich stattdessen einen Sodastream-Sprudler zu anzuschaffen. "
Das ist doch die Basis jeglicher Werbung? Und ein Unternehmen darf das nun nicht :) ? Wahnsinn, was da Cola wieder für einen PR-Bauchfleck gelandet hat. Sind schon ihre Werbungen nurmehr reine Konkurrenzwerbung. Und jetzt auch noch die erwiesene Bestechung eines Kontrollorgans.
kosten unter einem cent, mit einer CO² flasche wie jeder bessere wirt und einem kleinen Adapter von der CO² Flasche zur normalen Petflasche, aber unbedingt die etwas teurere, wiederbefüllbare, ja, Cola & co, sonst ist eine Dusche wahrscheinlich, das Überdrucksicherheitsventil nicht vergessen - und natürlich, nicht nachbauen!!!
Wow. No shit, Sherlock!
Stand wohl ziemlich genau so im Briefing an die Werbeagentur :-)
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