NÖ-Arbeitnehmer 2011: Gehälter schrumpften

30. November 2012, 13:47
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AKNÖ: Löhne und Gehälter müssen an Inflation angepasst werden - Frauen haben nach wie vor weniger in der Tasche als Männer

Wien/St. Pölten - Obwohl 2011 als "ein Jahr der wirtschaftlichen Erholung" gehandelt werde, schrumpften die Löhne und Gehälter der Beschäftigen in Niederösterreich, so die Arbeiterkammer NÖ (AKNÖ). Die Inflation schluckte die Einkommenszuwächse und so blieben den Arbeitnehmern brutto 31 Euro pro Monat weniger als im Jahr davor. Damit sei dies bereits das zweite Jahr in Folge, in dem die Beschäftigten Einbußen in Kauf nehmen mussten, betonte AKNÖ-Präsident Hermann Haneder laut einer Aussendung am Freitag.

Trotz sinkender Arbeitslosenquote, steigender Arbeitsproduktivität und einem realen Wirtschaftswachstum von 2,7 Prozent konnten die Löhne und Gehälter nicht mitziehen. 2011 betrug das Brutto-Medianeinkommen der Beschäftigten in Niederösterreich 1.880 Euro. Was auf den ersten Blick wie ein sattes Plus von 30 Euro im Vergleich zu 2010 ausschaue, entpuppe sich als Minus, so die AKNÖ. Berücksichtige man noch die Steuern (Sozialversicherung und Einkommenssteuer), so ergebe dies ein Minus von netto 27 Euro.

AK: Gehalt an der Inflation orientieren

"Das ist viel Geld gerade für jene, die wenig haben und beim Einkauf jeden Euro zweimal umdrehen müssen", sagte Haneder. Für ihn stehe fest, dass die Lohn- und Gehaltssteigerungen sich an der Inflation orientieren müssten. Außerdem forderte die NÖ Arbeiterkammer u.a. eine Erhöhung der Mindestlöhne, weitere steuerliche Entlastung der unteren Einkommensschichten, Verminderung der Teilzeitquote sowie Verbesserung der sozialen Absicherung. Auch günstigere Rahmenbedingungen für Vereinbarkeit von Beruf und Familie sowie eine verstärkte Initiative, um Frauen für "klassische Männerberufe" zu begeistern, seien anzudenken.

Nach wir vor hätten Frauen in Niederösterreich weniger in der Tasche als Männer, betonte die AKNÖ. Ihr Brutto-Medianeinkommen lag bei 1.443 Euro, womit sich das reale Medianeinkommen um 1,5 Prozent gegenüber 2010 verringerte. Frauen verdienen zudem auch in Niederösterreich immer noch um ein Drittel (33,8 Prozent) weniger als Männer. Die höhere Teilzeitquote könne dafür nicht als ausschließlicher Grund herangezogen werden, da selbst bei hohem Einkommen (2.889 Euro) Frauen um 27,62 Prozent weniger als Männer (3.991 Euro) verdienen. Zum Einkommensunterschied tragen laut AKNÖ auch Karenzzeiten und der geringere Verdienst in "typischen Frauenbranchen" wie Handel, Gastgewerbe und Gesundheit- und Sozialwesen bei. (APA, 30.11.2012)

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    Arbeitnehmer in Niederösterreich hatten 2011 laut der Arbeiterkammer um 31 Euro brutto weniger in der Tasche.

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