Verstimmungen trotz mehr Quartieren für Flüchtlinge

Irene Brickner, 30. November 2012, 22:09
  • Vor dem Innenministerium wurde demonstriert.
    foto: martina nagel

    Vor dem Innenministerium wurde demonstriert.

  • Drinnen sah Landeshauptmann Pröll trotz Ministerin Mikl-Leitners Erfolg keinen wahren Grund zum Feiern.
    foto: apa/helmut fohringer

    Drinnen sah Landeshauptmann Pröll trotz Ministerin Mikl-Leitners Erfolg keinen wahren Grund zum Feiern.

Am Freitag verkündete Innenministerin Johanna Mikl-Leitner, dass außer in Oberösterreich in allen Ländern genug Wohnplätze für Asylwerber gefunden wurden. Die Verlegung dorthin kommt für manchen Flüchtling jedoch überfallsartig.

Wien/Traiskirchen - Eine zufriedene Innenministerin Johanna Mikl-Leitner (ÖVP), ein mit der zustande gebrachten Lösung offenbar hadernder niederösterreichischer Landeshauptmann Erwin Pröll (ÖVP) - sowie der Bürgermeister von Traiskirchen, Fritz Knotzer (SP): So stellte sich das Politikertrio, das der Presse am Freitag die Nachricht von der überwiegend erfolgreichen Quartiersuche für Asylwerber in den Ländern überbrachte, dar.

Seit dem Asylgipfel im Bundeskanzleramt am 23. Oktober sei es gelungen, " in den meisten Ländern Verantwortungsübernahme zu erzielen", sagte Mikl-Leitner, während Pröll skeptisch den Kopf schüttelte. Konkret haben fünf der im Oktober noch quartiersäumigen Länder - Burgenland, Kärnten, Salzburg, Tirol, Vorarlberg - ausreichend neue Wohnplätze für Flüchtlinge aufgetrieben, um ihre 2004 vereinbarte Unterbringungsquote zu 88 Prozent zu erfüllen.

Nur aus Oberösterreich kam die Nachricht, dass die 88 Prozent erst bis Mitte Dezember erreicht würden. Das führte am Freitag zu einem SPÖ-internen Schlagabtausch: Der rote niederösterreichische Ortschef Knotzer legte seinem Parteikollegen und oberösterreichischen Soziallandesrat Josef Ackerl nahe, seine Asylkompetenzen zurückzulegen, " denn da gehört auch Solidarität dazu".

Ackerl gegen Pröll

"Das ist ein Versuch, offene Rechnungen zu begleichen", antwortete ihm Ackerl im Standard-Gespräch. Es gehe um Kritik am Vorgehen Niederösterreichs und an dessen Landeshauptmann Pröll, der "mit dem Thema Asyl bereits Wahlkampf betreibt".

Pröll behielt sich am Freitag weiter behördliche Maßnahmen im Flüchtlingslager vor, etwa eine Sperre für Neuzugänge. Die Quartierzusagen seien nur ein erster Schritt, sagte er. Auf keinen Fall dürften im Lager wieder "unmenschliche Lebensbedingungen" durch Überfüllung einreißen, denn diese gingen mit einem "hohen Aggressionspotenzial" aufgrund "ethnischer Konflikte" einher: "Das ist eine Frage der Sicherheit für Mitarbeiterinnen und Bevölkerung."

Das Thema Asyl brauche "Fachwissen und Vernunft", hatte davor Innenministerin Mikl-Leitner betont - und sich gegen "Hetze von rechts" ebenso wie gegen "Aktionismus von links, etwa im Protestcamp" ausgesprochen. Kritik von Flüchtlingshelfern wurde an der Art der Asylwerber-Verlegung in die Bundesländer laut. Zwei junge Afghanen, die seit acht Monaten in Traiskirchen lebten, hätten erst Freitagvormittag erfahren, dass sie am Nachmittag nach Linz gebracht würden, schilderte eine Deutschkurs-Leiterin. Überhaupt müsse die Unterbringungsqualität in den Ländern mehr zum Thema gemacht werden, ergänzte Grünen-Menschenrechtssprecherin Alev Korun.

In Kärnten wurde am Freitag indes FPK-Chef Kurt Scheuch wegen Verdachts des Amtsmissbrauchs angezeigt. Auf einen Standard-Artikel bezugnehmend hatte er Pressevertretern den Namen eines im Artikel anonymisierten Asylwerbers weitergegeben - samt der falschen Behauptung, dieser sei bei einem Raufhandel straffällig geworden. (Irene Brickner, DER STANDARD, 1./2.12.2012)

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Asylwerber brauchen nicht mehr Platz, aber eine Arbeitserlaubnis

Jahrelang darauf zu warten, ob du bleiben kannst, ist schon schlimm. Wenn du 10 Jahre lang nicht arbeiten darfst, obwohl du es willst, macht dich fertig. Das gehört geändert.

Flüchtlinge haben schon genug Schlimmes in ihrer Heimat erlebt, die verlassen sie nicht aus Reiselust.
Würde empfehlen, mal zu hören/ zu lesen, was Flüchtlinge selbst über ihre Geschichte erzählen.

Beschweren tun sie sich aber nicht. Und was dieses Camp angeht, bin ich auch sehr skeptisch. Ich glaub nämlich nihct, dass es die Asylwerber selbst waren, ich glaub, dass die eher benutzt werden. Interessant zum Nachlesen:

http://mokant.at/politik/2... -wien.html

Und was ist damit:

http://www.caritas-vorarlberg.at/hilfe-ein... aftshilfe/

und was ist mit Saisonjobs welche sie machen dürfen.

Wie immer man es auch macht

die Frau Brickner hat daran etwas auszusetzen.

Was hat der letzte Artikel damit zu tun?

Qualitätsjournalismus.

Heizung, warmes Essen, Taschengeld, warme Dusche (oder sogar ein Bad?), WC, medizinische Versorgung, Kleidung etc.
Das erhalten Asylwerber bei uns und das soll auch so sein!

Was längst überfällig war: mehr Platz
Was noch fehlt: schnellere Verfahrensabläufe!

Den Asylwerbern in Österreich gehts wirklich nicht schlecht!
Und dann beschweren sich manche noch darüber?

Apropos "Schnellere Verfahrensabläufe"

Die werden doch eher von den Rechtsberatern verschleppt.

Du wirst wenig Asylwerber finden, die sich darüber wirklich beschweren.

Beschwerden wirst du von Organisationen hören, die damit ihr Geld (= Fördermittel vom Bund) verdienen.

im grunde gehört der ganze staatliche ngo zirkus eingestellt und die sowieso durch den staat bezahlten leistungen der caritas endlich der kirche abgenommen. vielleicht klappt es dann auch mit menschlicheren löhnen in diesen sozialberufen.

Ehrlich gesagt, bin ich mit der Ministerin nicht ganz zufrieden. Wir sind von sicheren Drittstaaten umgeben, wann gedenkt die Ministerin endlich was gegen die illegalen Einreisen und die Schlepper zu tun? Es geht da schon auch um kriminelle Handlungen und missbräuchliche Verwendung von Steuergeldern. Ich kann durchaus verstehen, dass der eine oder andere Asylwerber zwar in irgendeinem EU Land einreist und dann halt lieber nach Österreich geht, aber dann muss der betr. EU Staat bei uns anfragen, ob wir das Verfahren übernehmen. Und das Verfahren ist raschest zu erledigen.

Wenn man diesen Gedanken weiterverfolgt, fragt man sich doch auch

weshalb Menschen, die Hals über Kopf aus einem Kriegsgebiet flüchten teilweise tausende Kilometer zurücklegen um ausgerechnet in Österreich Asyl zu beantragen.
Friede herrscht meist bereits hinter der nächstgelegenen Grenze. Oder es geht doch um ganz was anderes als Frieden...

Was für ein schönes Deutsch wieder einmal hier:

"Außer Oberösterreich wurden in allen Ländern genug Wohnplätze für Asylwerber gefunden wurden"

Integrationspolitik beim Standard?

Aus der Ankündigung auf der Hauptseite:

"Außer Oberösterreich wurden in allen Ländern genug Wohnplätze für Asylwerber gefunden wurden"

Wird da nur mir schwindelig?

das schreibt ausgerechnet jener, der den Satz:

"Was für ein schönes Deutsch wieder einmal hier" konstruiert....

finden Sie nicht, dass Sie sich ein wenig lächerlich machen?

in meiner jugend wurden zeitungsartikel lektoriert, es wurde allen, die eine sprache erlernen wollten angeraten, zeitungen in der sprache zu lesen.
heutzutag wär dieser rat wohl fatal.

posten und einen artikel in einem "qualitätsmedium" = 2 paar schuhe.

wieso?..

der eine ist poster, das andere nennt sich qualitätsmedium. das ist der unterschied. oder finden sie es normal, dass hierorts die haarsträubendsten grammatik- und satzbaufehler von beinahe allen österreichischen tagesmedien zu finden sind? ich nicht.

da darf man eben den mund nicht zu voll nehmen.

Genau!

wenn ich den Mund voll nehme, und andere kritisiere, muss ich zumindest gleich gut, wenn nicht sogar besser sein. So ist das eben....

Nein, so ist das nicht.

Oder muß der Theater/Filmkritiker jetzt besser sein als der Regisseur oder der Schauspieler?

Alternative !

Ich bin nicht gefragt worden, ob bei mir daheim platz ist.

Bei mir ist noch platz für eine Person.

Wieso nicht einfach rumfragen, in ganz Österreich werden sich doch sicher ein paar... vielleicht nicht genug aber doch sicher ein paar Familien die Courage haben finden lassen, um jemanden bei sich unterzubringen.

Dann kann man Deutsch gleich richtig lernen so wies gesprochen wird, und auch verstanden wird.

Und man kann die Österreichischen Sitten und Gebräuche auch gleich viel besser behandeln.

Umgekehrt werden andere kulturen besser in Österreich kommuniziert, und jeder kann vom anderen lernen...

anderes thema - magst das mit dem server doch machen? :)

Aber geh, da hat man dann keinen Zugang zu den Landsleuten und dem Drogenmarkt!

wozu bitte zahlen wir denn steuern

wenn nicht genau für sowas?

die verbrecher müssten dann auch im keller vom einfamilienhaus untergebracht werden oder wie?

es geht doch nichts über eine nette kleine verallgemeinerung, nicht wahr?

sie werden überrascht sein wie wenige der asylwerber auf sowas lust haben. wissens die kommen hier her um unter sich zu bleiben, die haben wenig interesse - viel eher ablehnung - an ihrem lebensstil. die wollen nichts von ihnen lernen, sonder höchstens ihr steuergeld!

Naja es sind aber nicht alle so, nur die negativbeispiele fallen halt schneller auf ....

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