Handel protestiert für Gehaltsabschluss

30. November 2012, 13:00
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Nach fünf Runden warten die Handelsangestellten noch immer auf einen Kollektivvertrag, jetzt machen sie ihrem Ärger Luft

Wien - Die über 500.000 Handelsangestellten warten nach fünf Verhandlungsrunden noch immer auf einen Kollektivvertrag für das kommende Jahr, nun haben sie ihrem Ärger Luft gemacht. Bundesweit fanden 150 Betriebsversammlungen mit insgesamt rund 8.000 Teilnehmern statt, teilte die Gewerkschaft der Privatangestellten mit. Weitere Protestmaßnahmen sind geplant.

GPA: "Kunden solidarisch"

"Viele Kundinnen und Kunden zeigen sich solidarisch mit unserer Forderung nach einem fairen Gehaltsabschluss, der die reale Kaufkraft aller Beschäftigten im Handel stärkt", so GPA-Chefverhandler Manfred Wolf.

Proteste gab es unter anderem bei der Firma Kwizda in Leobersdorf, hier blockieren zur Stunde rund 80 Teilnehmer die Ein- und Ausfahrten. "Die Kolleginnen und Kollegen sind betroffen, dass sie trotz eines niedrigen Einkommens nicht einmal eine Lohnerhöhung von über drei Prozent bekommen sollen", beschrieb Alfred Greis, Zentralbetriebsobmann bei Billa, die Stimmung vor Ort. 

Umsatzeinbruch in Deutschland

Während der Handel in Österreich auch heuer wieder mit der obligatorischen Jubellaune gute Stimmung fürs Weihnachtsgeschäft verbreiten will, sprechen die Zahlen in Deutschland eine andere Sprache. Die deutschen Einzelhändler haben im Oktober den stärksten Umsatzeinbruch seit fast vier Jahren erlitten. Sie nahmen 2,5 Prozent weniger ein als im Vormonat, teilte das Statistische Bundesamt mit. Preisbereinigt (real) fiel das Minus mit 2,8 Prozent noch größer aus. "Einen stärkeren Rückgang gab es zuletzt im Januar 2009", sagte ein Statistiker der Nachrichtenagentur Reuters. Ökonomen hatten lediglich mit einem realen Rückgang um 0,2 Prozent gerechnet. (APA, 30.11.2012)

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