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Damaskus/Jerusalem/Wien - Seit 1974 überwachen Österreicher auf den Golan-Höhen die Einhaltung des Waffenstillstandes zwischen Syrien und Israel. Mehr als 26.000 österreichische Soldaten waren bisher dort im Einsatz. Etwa 88 Soldaten, die ihren Einsatz auf den Golanhöhen beendet haben, sind am Donnerstag auf ihrem Rückweg nach Österreich im Großraum Damaskus unter Feuerbeschuss geraten. Vier österreichische Soldaten wurden dabei verletzt.
Der Einsatz der Blauhelme auf dem Golan erfolgt im Auftrag der Vereinten Nationen. Die Mission UNDOF (United Nations Disengagement Observer Force) umfasst rund 1.000 Blauhelm-Soldaten - davon rund 370 Österreicher.
Die UNO-Mission wurde 1974 ins Leben gerufen. Israel hatte das auf bis zu tausend Meter Seehöhe gelegene, 1150 Quadratkilometer große Areal 1967 im Sechstagekrieg erobert, nachdem Syrien von dort aus Raketen auf israelische Gebiete gefeuert hatte. 1973 konnte Syrien zunächst Teile des Gebietes zurückerobern, wurde in Folge jedoch hinter die Grenzen von 1967 zurückgedrängt.
Die UNO konnte die beiden Länder im Mai 1974 dazu bewegen, ein Teilungsabkommen zu unterzeichnen, gleichzeitig wurde mit der Resolution 350 die Aufstellung von UNDOF beschlossen. Israel musste sich in Folge bis zur Grenze von 1967 zurückziehen, annektierte aber 1981 den Landstrich. Diese Annexion wurde von der UNO nicht anerkannt.
Um Konflikte zu verhindern, wurden 1974 zwei Grenzen festgelegt: Eine Alpha-Linie im Westen, die von Israel nicht überschritten werden darf, und eine Bravo-Linie im Osten, die von Syrien nicht überschritten werden darf.
Zwischen diesen beiden Linien befindet sich eine Pufferzone, die von der UNDOF-Mission überwacht wird, und von keinen militärischen Kräften außer den UNO-Soldaten betreten werden darf. Die Zone grenzt im Norden an den Libanon, im Süden an Jordanien. Sie ist etwa 75 Kilometer lang und zwischen zehn Kilometer im Norden und 200 Meter im Süden breit.
An der Grenze hatte seit dem Beginn der UNDOF-Mission 1974 weitgehend Ruhe geherrscht. Seit dem Ausbruch des Konflikts in Syrien im März 2001 im Vorjahr kam es vereinzelt zu Kämpfen zwischen dem syrischem Militär und den Aufständischen in der Grenzregion.
Im Frühling 2011 ereignete sich im Grenzgebiet, dessen Rückgabe von Syrien als Basis für einen langfristigen Frieden mit Israel gesehen wird, zu einem tragischen Zwischenfall: Zweimal innerhalb von drei Wochen versuchten pro-palästinensische Demonstranten, die Grenze nach Israel zu stürmen. Dabei wurden laut UNO zwischen 30 und 40 Protestierende von israelischen Grenzposten erschossen, Hunderte weitere verwundet.
Auf den Golan-Höhen arbeiten die Österreicher zusammen mit Kameraden aus Japan, Indien, Kanada, Kroatien und den Philippinen. Mit 373 Soldaten ist Österreich der größte Truppensteller auf den Golanhöhen. Zusammen mit einer kroatischen Kompanie bilden diese Truppen das Österreichische Bataillon (AUSBATT), das die Überwachung im nördlichen Teil des Streifens übernimmt. Im südlichen Teil patrouillieren philippinische Truppen. Chef der Mission ist der indische Generamajor Iqbal Singh Singha. (APA, 30.11.2012)
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