Fotohandel in Österreich ist ein hart umkämpfter Markt

30. November 2012, 12:34
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Digitale Fotografie hat die umsatzstärkste Zeit vom Sommer in das Weihnachtsgeschäft verschoben

Fotogeschenke erfreuen sich großer Beliebtheit. Dementsprechend hart umkämpft ist der heimische Markt, der von den beiden großen österreichischen Fotolabors HappyFoto mit Sitz in Freistadt, Color Drack in Schwarzach (Pongau) und dem deutschen Fotoentwickler Cewe Color beherrscht wird. "Die drei großen Labors beliefern 90 Prozent vom österreichischen Markt", sagte Bernhard Kittel, Geschäftsführer von HappyFoto.

"Es wird durch die vielen Internet-Anbieter an der Rabattschraube gedreht, man muss bei den Aktionen mitmachen"

Der Druck unter den Konkurrenten sei in den letzten Jahren gestiegen. "Es wird durch die vielen Internet-Anbieter an der Rabattschraube gedreht, man muss bei den Aktionen mitmachen", erklärte Kittel. Die Kunden würden vom Konkurrenzkampf profitieren.

HappyFoto habe einen großen Vorteil darin, dass bis auf wenige Randprodukte das gesamte Sortiment in der eigenen Produktion hergestellt werden könne. 2011 erwirtschaftete das Familienunternehmen knapp 20 Mio. Euro Umsatz, für heuer erwarte man ein Plus von 6 Prozent.

"Wenn es draußen kalt wird, setzen sich die Leute zum Computer und lassen den Sommerurlaub noch einmal Revue passieren"

Die digitale Fotografie habe die umsatzstärkste Zeit vom Sommer in das Weihnachtsgeschäft verschoben. In den letzten sechs Wochen vor Weihnachten werde rund ein Viertel vom Gesamtumsatz gemacht. "Wenn es draußen kalt wird, setzen sich die Leute zum Computer und lassen den Sommerurlaub noch einmal Revue passieren", erklärte Kittel. Der meiste Umsatz werde mit Fotobüchern und Kalendern gemacht.

In Spitzenzeiten werden beim oberösterreichischem Unternehmen 15.000 Fotobücher pro Tag hergestellt und rund 3 Millionen Bilder täglich verarbeitet.

Für das heurige Weihnachtsgeschäft erwartet Kittel ein Plus zwischen 5 und 7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Dabei würde der erste Schnee helfen. "Bei den Leuten kommt damit Weihnachtsstimmung auf und sie nehmen sich Zeit, um sich vor den Computer zu setzen und ihre Bestellungen abzuschicken", so Kittel. HappyFoto liefert direkt an die Letztverbraucher, 95 Prozent der Bestellungen erfolgen über das Internet.

"Wir halten uns lieber zurück"

Der große österreichische Konkurrent, Color Drack, wollte zum laufenden Weihnachtsgeschäft und den Entwicklungen der Branche keine Stellungnahme abgeben. "Wir halten uns lieber zurück", sagte Geschäftsführer Thomas Drack auf Anfrage.

Laut Firmenbuch hatte Color Drack im Geschäftsjahr 2008/09 einen Jahresumsatz von 18,50 Mio. Euro. Aktuellere Zahlen gibt es nicht. Zuletzt sorgte das Fotolabor in Salzburg Anfang März 2012 für Schlagzeilen mit der Kündigung von 20 Mitarbeitern. Die Kündigungen bei Color Drack seien die Folge des Scheiterns einer jahrelangen Partnerschaft mit der Fotokette Hartlauer, hieß es damals auf salzburg.orf.at.

Produktionsleistung von fast einer Mio. Bilder pro Tag

Laut Angaben auf der Firmenhomepage beliefert Color Drack mit rund 70 Mitarbeitern täglich rund 2.600 Geschäfte, davon 700 Geschäfte mit einem Ab- und Zustellservice in Österreich. Und es wird eine Produktionsleistung von fast einer Mio. Bilder pro Tag angegeben.

Das deutsche Unternehmen Cewe Color ist Europa-Marktführer und hatte im letzten Jahr einen Umsatz von 469 Mio. Euro.(APA, 30.11.2012)

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