Beförderung verweigert, Passagierin tot

Der Tod einer übergewichtiger Passagierin bringt KLM und Delta in Erklärungsnot. Die Airlines ließen schwer kranke Frau nicht ins Flugzeug

Budapest/New York - Der Tod einer Passagierin, die wegen ihres Übergewichts nicht im Flugzeug mitgenommen wurde, hat die zwei Fluggesellschaften Delta und KLM in Erklärungsnot gebracht. Der Witwer Janos Soltesz kündigte laut einem Bericht des US-Fernsehsenders CBS am Dienstag an, dass er die beiden Unternehmen wegen des Todes seiner Frau auf sechs Millionen Dollar (4,64 Millionen Euro) verklagen werde.

Soltesz war im September wie jedes Jahr mit seiner 56-jährigen Frau Vilma in den Urlaub in ihr Herkunftsland Ungarn geflogen. Den für den 15. Oktober gebuchten Rückflug nach New York durfte die 192 Kilogramm schwere Frau aber nicht antreten. Während der Suche nach einer anderen Reisemöglichkeit starb sie schließlich.

Gefahrloser Transport unmöglich

KLM habe "die physische Unmöglichkeit" gesehen, Vilma Soltesz "gefahrlos" in Budapest an Bord zu nehmen, sagte Unternehmenssprecher Russel Cason. Dem Paar war daraufhin geraten worden, eine größere Maschine der Fluggesellschaft Delta von Prag aus zu nehmen. "Unsere internen Berichte zeigen, dass das Delta-Personal fast eine Stunde lang versuchte, es einchecken zu lassen, aber es ist ihnen nicht gelungen", führte der Sprecher aus.

Das Paar hatte daraufhin bei der Lufthansa nach einer Mitreisemöglichkeit gefragt, allerdings auch dort vergeblich. Insgesamt neun Tage dauerte die Suche nach einem Heimflug, wie CBS berichtete. Für Vilma Soltesz, die unter Diabetes und einer Nierenkrankheit litt, war dies zu lang - sie starb. Soltesz' Anwalt Peter Ronai sagte CBS, KLM habe die Verantwortung übernommen, sie nach Ungarn zu bringen, und hätte sie daher auch zurückfliegen müssen. "Ich verstehe nicht, warum sie abfliegen konnte, aber nicht zurückkehren. Das ist vollkommen unlogisch", sagte der Anwalt. (APA, 30.11.2012)

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