Neuer Reise-Blog: Südostasien

Peter Texer
4. Dezember 2012, 09:01

Peter Texer und seine Begleitung haben sich auf eine Südostasien-Reise begeben. In ihrem Blog berichten sie darüber. Die Reise beginnt in Thailand

Wer einmal in Bangkok oder in einer Stadt ähnlichen Breitengrades den Flughafen verlassen hat, kennt die feuchtheiße Hitzewelle, die einem dort beim Verlassen des klimatisierten Flughafengebäudes ins Gesicht watscht. Nach der ca. 15-stündigen Anreise (inkl. Zwischenstopp in Doha) fühlte sich diese eher wie ein Faustschlag an. 

Sicherer Hafen à la Ballermann

Wir machten uns also etwas benommen und todmüde auf den Weg in die Kaohsan Road, die Straße des geschälten Reises. Sie mag zwar nicht unbedingt ein Spiegelbild der thailändischen Kultur sein, und auch den Charakter Bangkoks lernt man dort nur sehr verzerrt kennen, dafür ist sie aber ein sicherer Hafen in einer anfangs fremden Welt. Es befinden sich dort relativ günstige Hostels und man bekommt auf den geschätzten 200 Metern alles, was auf einer Reise notwendig sein kann: Holzfrösche, Feuerzeuge, Hängematten, maßgeschneiderte Anzüge, schlecht gefälschte Ausweise, Diplome oder Führerscheine, gefälschte Textilien, Kopien von CDs und DVDs, Halsketten und -bänder sowie Dreadlockextensions. Aber auch Massagen, Tätowierungen, relativ exotisches Essen (von Mc Donalds und Burger King bis hin zu Maden und Heuschrecken), Bierzapfsäulen auf den Tischen, Eimer voller Longdrinks, besoffene Menschenmassen sowie ungemein lauten, ineinander übergehenden, europäischen und asiatischen Discosound bis mindestens 06:00 Uhr am Morgen. Letzteres ist der Hauptgrund, warum man sich ein Zimmer in einer Seitenstraße nehmen sollte.

Trotz allem hat der südostasiatische Ballermann irgendwie etwas anziehendes, einen gewissen Reiz, welcher womöglich auf die eigene Aufbruchs- bzw. Urlaubsstimmung zurückzuführen ist. Nach zwei Tagen wurde dieser aber von der stickigen Luft bzw. dem Smog überdeckt und den Großteil der Sehenswürdigkeiten Bangkoks hatten wir schon beim Besuch vor fünf Jahren abgeklappert. Außerdem konnten wir es kaum erwarten, in der Strandbar einer ruhigen Inselbucht zu sitzen, den Druck fallen zu lassen und endlich zu realisieren, dass nun eine viermonatige Reise durch Südostasien vor uns liegt. Deshalb machten wir uns am dritten Tag auf den Weg zur Insel Koh Chang. Koh Chang deswegen, weil sie nicht zu weit südlich liegt und wir vorhaben, anschließend in den Norden Thailands aufzubrechen.

Unterkühlt und ruhelos

Die 215 Quadratkilometer große "Elefanteninsel" liegt im Golf von Thailand und ist ca. 300 Kilometer bzw. acht (!!) Stunden Bus- und Bootsfahrt von Bangkok entfernt. Hier sollte vielleicht noch erwähnt werden, dass man bei thailändischen Bussen vor die Wahl gestellt wird, ob man dehydriert und zusammengepfercht oder unterkühlt ankommt. Wir entschieden uns für die eisige Variante. Am Pier warteten dann auch schon einige Pickups, um die von den Fähren angeschwemmten Touristen auf die weniger bewaldete Südseite der Insel zu transportieren. Wiedermal leicht angeschlagen von der Anreise, entschieden wir uns für den White Sand Beach, welcher laut Reiseführer zwar leicht überlaufen, dafür aber relativ schnell zu erreichen ist. Wir werden dort mit zwei Franzosen, einem Holländer und einem spanischen Pärchen abgeladen, mit denen wir uns auch auf die Suche nach einer günstigen Unterkunft am Strand machen. Es stellte sich jedoch schnell heraus, dass die Ressorts am White Sand Beach nichts für unsere doch eher spartanisch ausgestatteten Geldbörserl sind.

Auch den Gedanken an die gemütliche Strandbar einer ruhigen Inselbucht begraben wir spätestens jetzt. Ein Ressort reiht sich ans Nächste und auch der, dem Namen her viel versprechende Lonely Beach, soll laut Auskünften ganz und gar nicht mehr so lonely sein. Wir beschließen, eine Bar anzusteuern, die schweren Rücksäcke abzuladen und Bier zu trinken. Anschließend begibb sich der Spanier, der sich später etwas schüchtern als ausgewanderter Grieche outet (quasi vom Regen in die Traufe) zusammen mit dem Holländer wieder auf Bungalowsuche und diesmal mit Erfolg. Aus den erhofften Beachbungalows werden zwar Dschungelbungalows, aber die 150 Meter zum Strand können wir verkraften. Dafür gibt's Ruhe, Mango- sowie Cashewnussbäume vor den Hütten, eine Dschungel-Bar und unzählige Moskitos.

Der Gastwirt als Geschichtenerzähler

Die nächsten Tage gehen wir dann ziemlich relaxt an. Baden, Strandbars, Essen, Erkundungsfahrten mit dem Moped sowie ausgedehnte Mittagsschläfchen stehen auf dem Programm. Für Wanderungen zu den Wasserfällen oder auf die Gipfel der dicht bewachsenen Inselberge können wir uns noch nicht motivieren. Dafür hören wir uns unzählige Geschichten unseres Gastwirtes Salem an. Er erzählt von seiner Tochter, die in Paris studiert und von seinem Sohn, der ein Richteramt bekleidet. Er erzählt auch vom kaum vorhandenen Pensionssystem Thailands, seiner Zeit als Lehrer, Hochseefischer, Tauchlehrer, Touristenführer, Politiker, Luxushotelmanager sowie von der Seeschlacht zwischen den Franzosen und den Thais im Zweiten Weltkrieg vor Ko Chang, bei der er ausnahmsweise nicht dabei war. Schlussendlich erzählt er auch von seinem Alkoholproblem. Das erstaunliche daran ist jedoch, dass er alle seine Geschichten zwar im gebrochenen Englisch, aber mit einer Selbstverständlichkeit und teilweise mit solch einem Hintergrundwissen erzählt, dass ich ihm am liebsten alles geglaubt hätte. Leider kann ich nur das Alkoholproblem bezeugen. Die Seeschlacht von Koh Chang gab es laut Wikipedia auch.

Nach einer gefühlten Woche - das Zeitgefühl haben wir bereits abgelegt - beschließen wir, unsere Reise fortzusetzen bzw. zu starten. Jan, der erste mit Sonnencreme ausgestattete Holländer den ich kennenlernen durfte, verabschiedet sich in Richtung Kambodscha, die zwei Franzosen sind schon am zweiten Tag ohne Verabschiedung abgereist und wir machen uns zusammen mit Konstantinos und Nathalia auf den Weg in den Norden Thailands bzw in Richtung Laos. (Peter Texer, derStandard.at, 4.12.2012)

-> Hier gibt's Bilder in einer Ansichtssache.

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12 Postings

ich freu mich schon auf die reiseblogs "mallorca", "jesolo" und "lloret del mar". :)

ojemine...

was für ein unfug...

bitte, inwiefern haben meine gelöschten postings gegen die regeln verstoßen?

vermutlich haben sie etwas in der art geschrieben wie: "oh wie interessant, ein blog aus thailand, oh wie einfallsreich, oh wie neu, oh wie super" und das hat den verfassern nicht gefallen :-)

same same - but different

heisst das...

;-)

Als nächstes werden die beiden nach Chang Mai fahren und eine Öko Tour mit Elefantenreiten buchen.
Dann geht es weiter nach Pai und über die extrem abenteuerliche und gefährliche Kurvenstraße mit dem Moped nach Mae Hong Song.

Dann beginnt aber das Abendteuer und es geht nach Huai Sai in Laos. Über Pak Beng geht es dann mit dem Boot nach Luang Prabang wobei über Pak Beng ein bisschen gelästert werden wird.

Die Beiden werden über die wunderschöne Natur am Nam Ou berichten und nicht mitbekommen, dass dort der Urwald gerodet wurde.

...

gegen chiang mai gibts nichts zu meckern - mit abstand eine der interessantesten städte weltweit...

mit abstand eine der

Wenn die Ringstraße (Viereckstraße) weniger Verkehr hätte, wär die Stadt schöner.

falsche entscheidung - small koh chang - wärs gewesen

ad kleines koh chang

ja schon - aber dort gibts aus großes trompetes nicht viel - für zwei brave traveler, wie die beiden is das nix...

psssssst!

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