ISS-Crew will mit Mundharmonika und Gitarre den Weltraum-Blues bekämpfen

Raumfahrer wollen an Bord der Internationalen Raumstation künftig gemeinsam musizieren

Moskau/Washington - Auch wenn der Ausblick noch so beeindruckend ist: Monatelanges Kreisen in der Schwerelosigkeit der Erdumlaufbahn kann sich selbst beim erfahrensten Raumfahrer aufs Gemüt schlagen. Daher wollen die Besatzungsmitglieder der Internationalen Raumstation ISS dem Weltraum-Blues künftig durch gemeinsames Musizieren begegnen. Beim Abflug der nächsten ISS-Besatzung in den Orbit am 19. Dezember will der russische Astronaut Roman Romanenko jedenfalls eine Mundharmonika einpacken, wie die Nachrichtenagentur Interfax am Donnerstag berichtete. Eine Gitarre sei auch schon an Bord, deshalb habe Romanenko angekündigt: "Wir sind alle Musiker und wissen schon, womit wir uns die Zeit vertreiben werden."

Zur neuen Mission gehören auch der Kanadier Chris Hadfield und der US-Astronaut Thomas Marshburn. Hadfield hat laut Interfax schon einige Lieder in Teilen vorkomponiert und sagte vor Journalisten, er wolle sie nun unbedingt "im Orbit vollenden". Romanenko wiederum will dem Bericht zufolge an Bord der ISS endlich den Umgang mit der Mundharmonika lernen, "um unsere Band zu ergänzen".

Musik zur "psychologischen Beruhigung"

Über die musikalische Verstärkung dürften sich auch die Russen Oleg Nowizki und Jewgeni Tarelkin sowie der US-Raumfahrer Kevin Ford freuen, die seit dem 25. Oktober auf der ISS ausharren. Der Direktor des Astronauten-Trainingszentrums, Sergej Krikaljow, hält Instrumente im All jedenfalls für durchaus sinnvoll: Schon an Bord der sowjetischen Raumstation Mir habe es 1987 bei einer elf Monate währenden Mission eine Gitarre zur "psychologischen Beruhigung" gegeben. (APA/red, derStandard.at, 29.11.2012)

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