Stenzel gegen Konrad im kompromisslosen Duell

  • Konrad geht es um Entlastung des Marathons.
    foto: apa/ neubauer

    Konrad geht es um Entlastung des Marathons.

  • Stenzel geht es um Entlastung der Innenstadt.
    foto: apa/ pfarrhofer

    Stenzel geht es um Entlastung der Innenstadt.

Marathon-Kinderläufe am Samstag, das ist der Aufreger - Vormittag oder Nachmittag, das ist die Frage

Wien - Sie spricht von "Dauerstrangulierung der Innenstadt", er wirft ihr "Ignoranz und Populismus" vor. Ursula Stenzel (ÖVP), die Bezirksvorsteherin, und Wolfgang Konrad, der Marathonveranstalter, liegen sich in den Haaren. Ursache ist nicht der Marathon selbst, der am 14. April 2013 seine 30. Auflage erlebt. "Jeder weiß", sagt Stenzel, "dass der Marathon zu Wien gehört." Doch gegen Konrads Plan, den Kinderlauf auszulagern und auf Samstagnachmittag vorzuziehen, legte sie sich quer.

Die Stenzel'sche Querlage könnte erfolglos sein, da ein Antrag der Grünen in der Bezirksvertretungssitzung von der SP und der Bürgerliste unterstützt wurde. Demnach könnten die Kinder am Samstag ab 17 Uhr laufen. Allerdings muss noch die Polizei zustimmen, ausständig sind auch Gespräche der Marathonveranstalter mit dem Kongresszentrum Hofburg. Für Konrad ist der Behördenweg jedenfalls "noch nicht abgeschlossen".

Stenzel wehrt sich da gegen, von Konrad als Kinderbewegungsgegnerin hingestellt zu werden. Das Gegenteil sei der Fall. "Mir wäre am liebsten, es würden wöchentlich Kinderläufe stattfinden. An der guten Luft und im Grünen, also im Prater oder auf der Donauinsel." Aber nicht auf der Ringstraße. Laut Stenzel werde "das Gemeinwohl einem Partikularinteresse untergeordnet". Für Menschen, die in der Innenstadt wohnen oder arbeiten, seien "ständige Ringstraßensperren eine große Belastung", ganz zu schweigen von stundenlangen Staus in angrenzenden Bezirken.

Konrad hält dem entgegen, dass der Vienna City Marathon inlandswirksame Ausgaben in der Höhe von 18 bis 20 Millionen Euro auslöse. Die Veranstaltung sei mit mehr als 36.000 Teilnehmern am Sonntag an ihre Grenzen gestoßen. Die Verlegung auf Samstag sollte eine "ganz spezielle Motivation für den Nachwuchs sein". Stenzel fände es für die 3000 Kinder und Jugendlichen motivierender, wären sie am Sonntag eingebunden. Sie vermutet, dass Sponsoren in die Auslage gestellt werden sollen, und "will gar nicht wissen, welche Interventionen da gelaufen sind".

Ein Kompromissvorschlag Stenzels steht noch im Raum. Er sieht vor, dass die Kinder schon am Samstagvormittag um den Ring laufen. Stenzel: "Das kommt dem Biorhythmus entgegen, und die Luft ist besser als am Nachmittag." Konrad lehnt indes ab, weil Nicht-Wiener-Teilnehmern die Anreise erschwert würde. Doch Stenzel hofft, mit ih ren Argumenten bei der Polizei und beim Verkehrsamt durchzukommen. (Fritz Neumann, DER STANDARD, 30. November 2012)

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