"Eine weitere Erniedrigung für die Serben"

29. November 2012, 18:21
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In Belgrad werden die Urteile des Tribunals als "politische Justiz" interpretiert

In Serbien folgt eine Empörungswelle gegen das UN-Tribunal für Kriegsverbrechen der nächsten. Kaum waren die kroatischen Ex-Generäle Ante Gotovina und Mladen Markac vor zwei Wochen von jeglicher Verantwortung für den "Exodus" der Serben in Kroatien freigesprochen worden, da befreite das Tribunal auch Haradinaj und zwei weitere ehemalige UÇK-Mitglieder. "Eine neue Ohrfeige für Serbien", titelten serbische Medien. Auch diesmal sprachen Politiker unisono von, " Ungerechtigkeit", "Demütigung der Serben" und von "politischer Justiz".

Haradinaj wirft man in Serbien die "grausamsten Verbrechen" vor. Im Prozess gegen Haradinaj seien "neunzehn potenzielle Zeugen ermordet" und andere "eingeschüchtert" worden, erklärte Serbiens Staatsanwalt für Kriegsverbrechen, Vladimir Vukcevic. Er macht dafür auch den " jämmerlichen" Zeugenschutz des Tribunals verantwortlich.

Das sei "eine weitere Erniedrigung für die Serben", erklärte auch Vizepremier Aleksandar Vucic. Anscheinend sei niemand für die "toten Serben verantwortlich". Die jüngsten "skandalösen" Urteile förderten den EU-Skeptizismus der Serben, ist man sich in Belgrad einig. (Andrej Ivanji, DER STANDARD, 30.11.2012)

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