Wir waren Heinzl

29. November 2012, 17:39
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Worauf man 2013 in brüllbunten Blättern schlagzeilenmäßig gespannt sein darf

Worauf man im neuen Jahr in den brüllbunten Blättern schlagzeilenmäßig gespannt sein darf, weil ja jetzt sozusagen Ehrenrunde und tschüss:

1. Dominic Heinzl rechnet ab! Die Wahrheit über die High Society: Spargel, Schilcher, Schnupftabak. 2. So startet ORF-Powerlady Kathrin Zechner durch: Das Vorabendprogramm kriegt jetzt Zuschauer! 3. Dominic Heinzl exklusiv: So plane ich mein Comeback! 4. Alexander Wrabetz: Nein, das tust du nicht! 5. Ein Seitenblicker enthüllt: Unter dem Haar trägt Heinzl eine Stirn!

Fakt ist, dass Dominic Heinzl 2013 nicht mehr Chili moderieren wird, weil es Chili nicht mehr geben wird. Man soll ja eine der wenigen tatsächlichen ORF-Programminnovationen der letzten Jahre nicht madig machen, indem man behauptet, dass eine Absetzung wegen zu hoher Kosten bei nicht so tollen Ergebnissen auf jeden Fall eine gute Neuerung darstellt. Immerhin wird demnächst etwas gewesen sein, das nicht gut, sondern schlecht war. Und bald wird statt des Schlechten nicht etwa nichts, sondern halt irgendetwas anderes sein. Die Betonung liegt auf: Wurst, Hauptsache, irgendetwas anderes.

Lücken

Es ist aber schon so, dass der Teufel Lücken hinterlässt. Wenn etwas nicht mehr ist, bleibt auch etwas übrig. Was wird jetzt zum Beispiel mit dem lustigen Kickboxer? Was machen die ehemalige Soubrette, Toni Polster, die quietschbunte Societylady, der Baumeister und sein Johannistrieb, das Playmate des Jahrhunderts und der Mann in Salzburg, der sich um kaputte Tiere kümmert? Ihnen wird der Heinzl fehlen. Zum Abschied wird Heinzl reichlich Häme kassieren. Wir verhöhnen uns damit selbst. Der Heinzl, das sind auch wir - an nicht so guten Tagen. (Christian Schachinger, DER STANDARD, 30.11.2012)

  • ORF ohne "Chili": Dominic Heinzl
    foto: orf/thomas ramstorfer

    ORF ohne "Chili": Dominic Heinzl

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