Besser auf die bewährte Art

Dominik Kamalzadeh
29. November 2012, 17:58
  • Clint Eastwoods neueste Rolle, hier mit Amy Adams in einer Szene aus "Back in the Game": ein mürrischer Baseball-Scout, der mit der Gegenwart hadert.
    vergrößern 600x400
    foto: keith bernstein/warner bros.

    Clint Eastwoods neueste Rolle, hier mit Amy Adams in einer Szene aus "Back in the Game": ein mürrischer Baseball-Scout, der mit der Gegenwart hadert.

Clint Eastwood kämpft in Robert Lorenz' Sozialmärchen "Back in the Game" auch gegen den Lauf der Zeit

Wien - Von Godard gibt es den Satz, dass jeder Spielfilm auch ein Dokumentarfilm über seine Darsteller ist. Das gilt für Clint Eastwood in besonderem Maße, ist er doch der erste Schauspieler, der seinen Alterungsprozess kontinuierlich selbstironisch thematisiert. Auch als Baseball-Scout Gus Lobel: Da begegnen wir ihm zum Einstieg am Klo, wo das Wasserlassen nicht mehr so reibungslos läuft wie in jüngeren Jahren. Nicht auszumalen, welche Szenen uns Clint in Zukunft noch beschert!

Der Eindruck, zu den Dinosauriern zu gehören, spielt in Back in the Game (Regie: Robert Lorenz, ein Langzeitpartner Eastwoods) auch noch in anderer Hinsicht eine Rolle. Gus Lobel, der sein Team noch auf die alte Art beratschlagt - er studiert Zeitungen, fährt in die Provinz, um Talente zu besichtigen, und vertraut seinen Instinkten -, steht auf der Abschussliste. Man will ihn durch Computerstatistiken ersetzen. Außerdem lässt die Sehkraft seiner Augen immer mehr nach - etwas, das der Sturschädel vor seinen nächsten Angehörigen geheimzuhalten versucht.

Es steht also nicht gut um den alten Gus, daher schickt das leider etwas zu sehr auf seine Altbackenheit vertrauende Drehbuch einen Engel, seine hemdsärmelige Tochter Mickey (Amy Adams), zu Hilfe. Stets miteinander hadernd, treten sie letztlich gemeinsam dafür ein, amerikanische Tugenden von Individualität und Erfahrung in durchaus entsprechender inszenatorischer Behäbigkeit noch einmal zu ihrem Recht kommen zu lassen.

Andererseits kann man dieses soziale Märchen schon einer Szene wegen empfehlen: Eastwood, der am Grab seiner Frau mit zittriger Stimme You are My Sunshine intoniert.   (Dominik Kamalzadeh, DER STANDARD, 30.11.2012)

 

Share if you care
14 Postings
wiie kann eastwood ...

.... so tolle flme machen / bei ihnen mitspielen und einer derart reaktionären partei seine stimme geben?

berechtigte Frage!!

Es gibt immer Gründe, einen Menschen nicht zu mögen

...aber Clint liebe und verehre ich für ein unfassbar produktives Leben und unendlich viel Freude die er mir bereitet hat, auch wenn er neuerdings ab und zu mit Sesseln spricht.

Nobody is perfect und sich politisch ein wenig einzumischen ist ja noch eine der harmloseren Idiotien, die einem Megastar einfallen können. Ich mag die Republikaner auch nicht - ja mei.

hm

hats nicht geheißen, gran torino wäre clints letzte rolle gewesen?

das dachte ich auch...

und war begeistert, mit welch tollem Film er sich von der Leinwand verabschiedet, als Schauspieler!

Seit der Typ beim republikanischen Konvent war, ist der für mich gestorben. Sowas eingeschränktes, engstirniges hab ich noch nie erlebt. Schade ich mochte seine Filme. Aber jetzt bekommt der keinen Cent mehr von mir.

Dass Eastwood ein Rep ist und war, ist Ihnen aber schon bekannt, oder ? 1988 überlegte Präsident Bush sen. sogar kurz, ihn als Running Mate für die Wahl gegen Bill Clinton aufzustellen.

Dass er ein Rep ist und war ist ja prinzipiell nichts schlechtes, im Gegenteil. Eine gute Demokratie zeichnet sich ja durch Meinungsvielfalt aus.

Schlecht ist das was er bei diesem Konvent abgezogen hat. Und eigentlich müsste jeder vernünftige Konservative die Tea Party und die ganzen Auswüchse daraus (auch die Stuhl Sache) zum Speiben finden. Deshalb bin ich so enttäuscht.

Der heißt eigentlich "Trouble With The Curve".

Geht es in dem Film nicht auch um einen Sessel?

7 Republikaner haben hier Rot gegeben...

es geht hier um die arbeit eines großartigen regisseurs und schauspielers und eben nicht um jeden blödsinn den er abseits seiner arbeit von sich gegeben hat, aber Ihr kommentar zeugt ja bereits davon daß Sie menschen nach trivialsten gut-böse kriterien beurteilen, da ist jede kritik an Ihrer sicht natürlich gegenerische agenda, und wer nicht mit Ihnen ist, isr republikaner..., Sie dodel.

Ja, die H-U.S.-Bara macht heute schon wegen Palästina Überstunden.

Da dürfen's dann noch ein bisserl auf den "Nebenschauplätzen" quoten-abhakeln.

Eher um mehrere.

Denn zwischen die hat sich der Eastwood politisch gesetzt.

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.