Griechischer Bond-Kauf könnte Fonds belohnen

29. November 2012, 15:48
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Die Griechenland-Rettung lädt zum Pokern ein

Athen/Frankfurt am Main - Den geplanten Rückkauf griechischer Staatsanleihen könnten Hedgefonds als Einladung zum Pokerspiel verstehen. Denn wenn es Griechenland gelingt, seine Schulden zu verringern, sinkt die Wahrscheinlichkeit eines Staatsbankrotts und steigt der Wert der Anleihen.

"Man kann auch eine Münze werfen und damit Geld machen", sagt Richard Cookson, der für die Citi Private Bank das globale Investmentgeschäft verantwortet. "Aber anders als für Hedgefonds ist das für uns schwer zu spielen."

Auch den griechischen Banken drohen Verluste, die ihre Aktionäre offenbar nicht tragen wollen. Am Mittwoch etwa brach an der Athener Börse der lokale Banken-Index ein - um zeitweise über neun Prozent.

Sie heißen Third Point oder Dromeus Capital

Für die Hedgefonds Third Point oder Dromeus Capital könnte die Rechnung dagegen aufgehen. Denn diese haben griechische Anleihen in großem Stil gekauft, als sie weit weniger wert waren. "Das ist wie ein Pokerspiel", sagt Achilles Risvas, Chef von Dromeus Capital. Abhängig davon könnten die Anleihepreise im Nachhinein wieder anziehen und für seinen Fonds noch profitabler werden. Deshalb könnte es sich lohnen, abzuwarten und auf einen höheren Preis zu hoffen.

Ziel des Rückkaufprogramms ist es, dazu beizutragen, bis 2020 die Gesamtverschuldung Griechenlands auf 124 Prozent der Wirtschaftsleistung zu senken. Aktuell liegt sie bei gut 170 Prozent. Entscheidend für den Erfolg des Rückkaufprogramms ist daher, wie viele private Anleger eben nicht zocken und das Angebot der Griechen annehmen werden.

Der griechische Finanzminister Yannis Stournaras betonte am Mittwoch die Freiwilligkeit der Teilnahme der Gläubiger an dem Programm. Er rechne mit einem Erfolg, fügte er hinzu. Aus Kreisen seines Ministeriums verlautete, das Land habe die Deutsche Bank und Morgan Stanley mit der Organisation des Programms beauftragt.

Tue es und schweige darüber

Wie viel das Land zurückkaufen will, bleibt vorläufig in Athen aber noch ein Geheimnis. Insider rechnen damit, dass die Schulden durch den Rückkauf um 20 Mrd. Euro reduziert werden können. Insgesamt dürften Privatinvestoren noch Anleihen für rund 60 Mrd. Euro halten. Anfang nächster Woche könnte Griechenland sein Angebot ausschreiben.

Der Wert der griechischen Schulden mit einer Laufzeit von zehn Jahren liegt im Moment knapp unter 35 Cent je ein Euro Schulden. Bei längeren Laufzeiten liegt der Wert niedriger. Auch die zehnjährigen Papiere waren zu Beginn des Jahres, als die privaten Gläubiger erstmals zu einem Schuldenschnitt aufgefordert wurden, deutlich günstiger zu haben.

Klotzen, nicht kleckern

Seinerzeit griffen offensichtlich einige Hedgefonds zu. Einer davon ist Daniel Loebs Fonds Third Point, der darauf wettete, dass ein Austritt Griechenlands aus der Euro-Zone immer weniger wahrscheinlich wird. Third Point verwaltet insgesamt ein Vermögen von 9,3 Mrd. Dollar (7,17 Mrd. Euro). Im Portfolio sind laut Third Point griechische Anleihen genauso stark vertreten wie Apple-Aktien.

Nach eigenen Angaben kaufte Loeb die Anleihen gebündelt in einem sogenannten "Strip" zu etwa 17 Cent je Dollar. Die durchschnittliche Laufzeit liege bei 20 Jahren, schrieb der Fondschef seinen Investoren Anfang Oktober.

Die 20-jährigen Staatsanleihen hatten vor der am 26. November vereinbarten Rettung Griechenlands einen Wert von rund 26 Cent je Euro. Dieser Preis ist voraussichtlich relevant für das Rückkaufangebot der Regierung in Athen.

Ein ähnlich gutes Händchen dürfte der Hedgefonds Dromeus Capital gehabt haben. Nach Angaben seines Chefs hat der Fonds für 18 und 19 Euro-Cents griechische Anleihen gekauft, deren Wert nun bei 28,5 Cents je Euro liegt. (APA, 29.11.2012)

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