Bawag drohte durch Swapaffäre Investor zu verlieren

29. November 2012, 14:30
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Eigner Cerberus brauchte Bestätigung, dass nicht wegen Betrugs gegen die Bank ermittelt wird

Wien/Linz - Die BAWAG P.S.K. hat offenbar wegen der Linzer Franken-Affäre um den Swap 4175 um Investoren aus den USA gebangt. Wegen Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Linz habe der Einstieg des US-Hedgefonds Golden Tree neben dem derzeit noch 90-Prozent-Eigentümer Cerberus gewackelt, berichtete die "Kronenzeitung" am Donnerstag in ihrer Oberösterreich-Ausgabe. Cerberus habe eine Bestätigung gebraucht, dass gegen die Bank nicht wegen Betrugs ermittelt werde, hieß es.

US-Außenministerium eingeschaltet

Die Informationen über die lange "geheimen" Ermittlungen der Linzer Staatsanwaltschaft, hätten "im erweiterten Investorenkreis international deutliche Irritation ausgelöst", wird BAWAG-Anwältin Bettina Knötzl zitiert; der positive Ausgang von Gesprächen über mögliche Kapitalmaßnahmen sei durch die Linzer Behörde massiv infrage gestellt. Der Boss von Cerberus Capital Management, John. M. Snow, ein Ex-Finanzminister der Vereinigten Staaten, soll das State Department (das US-Außenministerium) eingeschaltet haben, um übers Österreichische Außenministerium zu dieser Bestätigung zu kommen. Nach einer Aussprache unter anderem mit dem Leiter der Staatsanwaltschaft Linz, Friedrich Hintersteininger, sei die ersehnte Klarstellung erfolgt, hieß es.

"Es gibt derzeit kein Ermittlungsverfahren gegen die BAWAG nach dem Verbandsverantwortlichkeitsgesetz", sagte der Mediensprecher der Staatsanwaltschaft Linz, Philip Christl auf Anfrage. "Es gibt Ermittlungen auch gegen unbekannte Täter, die sich aber nicht auf das Umfeld der BAWAG beschränken", so Christl weiter.

Vergleich angeregt

Die Stadt hat - nach ihrer Darstellung durch ihren damaligen Finanzdirektor - zur Absicherung einer auslaufenden Kreditlinie über 195 Mio. Schweizer Franken (zum damaligen Kurs 152 Mio. Euro) 2007 mit der Bank eine Art Kurs-Zins-Wette abgeschlossen. Durch den Kursanstieg des Franken droht nun ein Verlust von schätzungsweise 420 Mio. Euro. Beide Seiten haben geklagt. Der Richter des Zivilverfahrens, das beim Handelsgericht Wien anhängig ist, regte eine Mediation an. Für deren Zeit ruht das Verfahren. Nicht betroffen sind allerdings die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft unter anderem gegen Stadtrat Johann Mayr (S) und den früheren Finanzdirektor. (APA, 29.11.2012)

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