Stronach wollte auf Ö1 ungekürzt vorkommen

29. November 2012, 14:19
  • Ab Minute 1:42: Stronach verweigert der Ö1-Journalistin die Antwort. "Immer wenn ich zum ORF komme, gibt es eine negative Einspielung."

Er wollte garantiert haben, dass sein Statement zum Thema Eurofighter ohne jede Kürzung auf Sendung geht

Stronachs Umgang mit Medien sorgt wieder für Wirbel. Nach der Aufregung um seine Interview-Autorisierungspolitik wollte er jetzt auch bei Ö1 ungekürzt vorkommen, wie Ö1 im "Mittagsjournal" am Donnerstag beschreibt. Ö1-Journalistin Eva Haslinger wollte ihn zu den Eurofighter-Gegengeschäften befragen. Er habe eine Antwort verweigert, nachdem ihm Haslinger nicht garantieren konnte, dass seine Antwort ungekürzt gespielt werde. "Wenn ein Politiker fürs Radio interviewt wird, dann dauert die Aufnahme stets länger als dann auf Sendung zu hören ist. Von zehn Minuten Interview bleibt manchmal nur die eine Minute übrig, die die Redaktion für aussagekräftig hält", beschreibt Ö1 die normale Praxis.

Für Medienjuristin Maria Windhager sei das Begehren, nur ungekürzt auf Sendung zu gehen, ein Problem für die Medienfreiheit. "Die Medienfreiheit gebietet, dass die Journalisten und Journalistinnen im branchenüblichen Ausmaß natürlich Beiträge bearbeiten und gestalten. Das ist das natürlichste und wichtigste Recht in der journalistischen Arbeit, das diese Gestaltungsfreiheit nicht beeinträchtigt wird", sagt sie gegenüber Ö1. Medienwissenschaftler Fritz Hausjell warnt vor den negativen Folgen für die demokratische Entwicklung, wenn Politiker vorher bestimmen dürfen, was in den Nachrichten gesendet wird und was nicht.

Auch für Medienwissenschaftler Matthias Karmasin sei es nicht zumutbar, dass "Politiker, Wirtschaftstreibende, oder sonst der Kontrolle der Medien zumindest theoretisch Unterworfene die Regeln bestimmen, nach denen die Medien berichten". (red, derStandard.at, 29.11.2012)

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!!

http://tvthek.orf.at/programs/... k-Stronach

und siehe auch den letzten punkt: verabschiedung!

Stronach=Strache=nicht beachten.

...ich sage ihnen...

..., dass sie sogar eine rede von hitler so zusammenschneiden können, dass alle glauben er war ein muslimischer linker grüner...ein bisserl überspitzt, aber ich denke diese forderung ist legetim...bzw. eine endgültige freigabe des interviews nach dem schneiden...es herrscht freie meinung und diese sollte auch so präsentiert werden...

also wenn ein "Journalist" jemandem...

das Wort im Munde umdreht und dafür noch bezahlt wird, wenn er die Verdrehung mit Namensnennung der Welt publik macht, dann ist die Grenze der Medienfreiheit überschritten.

Meinungfreiheit contra Medienfreiheit

ich sehe das nach bald 20 jahren als journalist schlicht und einfach anders

nahezu immer, wenn ich ein interview zur freigabe vorlegen musste, kam ein pr-text zurück. egal, was ich auf band hatte. da wurde vom pressesprecher alles umformuliert, was auch nur irgendwie kontroversiell gewesen wäre oder so etwas wie newswert gehabt hätte.

ich kann auch von mir und fast allen kollegen mit denen ich im lauf der jahre zu tun hatte sagen, dass die angeblichen verdrehungen nicht vorkommen. das zeigt sich alleine dadurch, dass ich mit vielen interviewpartnern schon seit vielen jahren zusammenarbeite.

die autorisierung von interviews ist eine unsitte des deutschen sprachraums, die journalismus ad absurdum führt.

journalisten sollen schon kürzen und zitieren dürfen, was ja auch so gesetzlich erlaubt ist, aber Stronach darf auch fordern richtig zitiert bzw. das sein Interview vollständig wiedergegeben wird. Das was Stronach fordert schränkt die Medienfreiheit nicht ein, weil ja die Medien und Journalisten trotzdem weiterhin berichten dürfen, wie und was sie wollen. Stronach ist ja nicht der erste Politiker der sowas fordert (gab auch schon ÖVP Minister, etc. die sowas in der Art forderten z.B. in Zib2 usw.)

Trotzdem würde es für Journalisten die Glaubhaftigkeit erhöhen, wenn sie zusätzlich die Quellen (also das ganze Interview) für Interessierte online stellen.
So hört jeder, ob
a) richtig zitiert wurde
b) was sonst noch für Aussagen kamen.

Stronach

sollte immer ungekürzt gesendet werden - eine bessere Art sich selbst zu schaden findet er wohl nicht.

ja, dann soll der Herr Strohsack halt ein kurzes, prägnantes Statement verfassen, das komplett in 1 Sendeminute passt ;) Wenns er selber nicht schafft, findet sich vielleicht noch irgendwo ein nicht-NLP-gelernter Pressesprecher, der ihm hilft...

Irgendwie versteh ich das Problem nicht? ;)

Dass Stronach das fordert finde ich nicht bedenklich.

Bedenklich finden würd ich nur, wenn man sich auf seine Forderung einlässt.

Wenn mit mir wer ein Interview machen wollen würde(ich weiß schon, dass bei mir nicht so dringender Bedarf besteht, ist nur theoretisch gemeint), dann würd ich auch nur dann eines geben wenns mir passt.

Wenns mir nicht passt, dann lass ich mich nicht interviewen.

Die Konsequenz sollte sein, kein Interview mit dem Stronach zu führen, wenn man sich von ihm nicht die Arbeit diktieren lassen will. Wenn man mit diesem Diktat kein Problem hat, dann soll man ihm die Bühne bieten. Aber wenn man ein Problem hat, dann sollte man einfach kein Interview mehr führen. GAR KEINES.

Medienfreiheit in allen Ehren,

aber das man diese bedroht sieht, weil man sich keine Aussage herauspicken darf und stattdessen den gesamten Sachverhalt darstellen muss (anstatt absichtlich oder unabsichtlich die Kernaussage zu verändern), ist schon ein starkes Stück!

Journalisten die eine Aussage für mich interpretieren und nur das ihrer Meinung nach wichtige wiedergeben brauch ich wirklich nicht.

Ja, dann hast du das Wesen von Medien nicht verstanden.

nachdem ich schon einige jahre als journalist arbeite, würde ich

gerne erfahren auf welche erfahrungen sie sich berufen, wenn sie hier solche behauptungen aufstellen?

haben sie schon mal ein interview geführt? ich schon hunderte. und während eines interviews wird soviel gesagt (auch viel unwesentliches), dass es ohne kürzungen gar nicht geht. kürzen ist aber etwas ganz anderes als aussagen umzuinterpretieren.

und manchmal ist es auch notwendig den interviewten quasi vor sich selbst zu schützen (die wenigsten können ihnen druckreife antworten ins mikro sprechen) und eine formulierung in korrektes deutsch zu übertragen.

aber wahrscheinlich weiß ich einfach nicht so viel darüber wie sie oder der herr stronach.

Tja, dann mal immer brav weiter "interviewen".

Das sollte ja eigentlich auch beim Verstehen von Kommentaren hilfreich sein.

Mir ist schon klar das ein Spielraum bleiben muss, aber wenn eine Medienjuristin die Medienfreiheit bedroht sieht, weil Leute die sehr berechtigte Angst haben, durch den "Gestaltungsspielraum" des Reporters falsch interpretiert zu werden, kann ich nur noch den Kopf schütteln.

Das Problem seh ich ja schon an deiner Aussage: Du sprichst von Unwesentlichem, aber wie willst du beurteilen ob für irgend jemanden etwas wichtig ist oder nicht?
Deine Interpretation als Journalist kann (wird) schon zu einer (wenn auch geringfügigen) Veränderung des Gesagten führen, vor allem wenn es um komplexe Themen geht. Das kann man täglich auch im Standard beobachten!

ich habe genügend Interviews gemacht...

und auch gekürzt. Diese Kürzungen aber immer mit dem Betroffenen akkordiert, Er/Sie mußte erst mit der verkürzten Fassung einverstanden sein, bevor das "rausging".

da beschneidet sich der Journalist aber selber, weil er nur Sachen veröffentlicht, wie es dem Interviewten passt.

Besser wäre es da: Zitieren.
Und die Quelle des Interviews online stellen. So kann sich jeder selbst ein Bild machen, oder andere Journalisten das ganze anders Interpretieren.

lobenswert...

...und darum geht's! Wenn sich politisch motivierte/abhängige Journalisten, welche im öffentlich-rechtlichen Bereich tätig sind, ihre eigene (gewünschte) Realität zurechtschneiden, dann unterminiert dies das Institut der Medienfreiheit!

...Ich habe keinerlei Erfahrung in der Branche

Wir alle, wenigstens die die ein wenig älter sind, kennen Beispiele wo an Aussagen rumgeschnippelt wurde, und so die Essenz der Aussage verändert wurde.

ZB ein Statement das durch folgende Sätze relativiert wurde um zu zeigen das es auch Ausnahmen gibt.

Die Forderung auf ungekürzten Inhalt halte ich für legitim. Wenn ihr kein Interview, zu den Bedingungen wollt, bleibt das ja auch euch überlassen.

Ob er sich damit selbst nützt oder schadet ist ein anderes Thema, aber auch sein Problem. Ihr braucht euch nicht ´fremdschämen´.

PS. ich beziehe mich nicht auf den Inhalt Stronachs Interview...das schaue ich mir erst hiernach an.

er kann ja seine "wahrheit" in seinen eigenen medien ungekürzt verbreiten. berlusconi macht das auch ...

Ungekürzt oder Gekürzt...

..weil er/sie seine Meinung in gekürzter Form nicht...
ausreichend klar dargestellt findet.

Das haben nicht nur Stronach sondern viele andere miterleben müssen: "So habe ich das gar nicht gemeint", "Ich wurde mißinterpretiert" etc.

deshalb: wenn Meinungen mit Personen journalistisch verbunden werden, so muß die Person mit der verkürzten Form einverstanden sein und zwar vor der Veröffentlichung.

Ist zwar ein bisschen Mehrarbeit, dauert vielleicht auch ein bisschen länger bis es "rausgeht", ist aber zumindest seriöser.

So funktionieren aber Medien nicht!
Ich will, wenn ich zum Beispiel den Standard lese, auch die Wahrnehmung eines Sachverhalts durch die Redaktion des Standards lesen.
Und wenn sich jemand vom Standard interviewen lässt, muss er das eben auch akzeptieren. Er muss sich ja nicht interviewen lassen.
Wenn jemand hingegen glaubt ungekürzt und uninterpretiert zu Wort kommen zu wollen, soll er einfach einen Youtube-Kanal aufmachen.
Dort kann er dann auch stundenlang erklären, warum er ganz vergessen hat die Gegengeschäfte beim U-Ausschuss zu erwähnen.

und dann folgt was????

Herr/Frau XY war zu keiner Stellungnahme bereit, da er/sie.......und schon folgt eine eigeninterpretative Darstellung, welche dem "Interviewverweigerer" sicherlich nicht zum Vorteil gereichen wird.

aber dann kann der journalist ja garnicht seine meinung schreiben sondern muss die vom interviewten abgeben

ein Journalist sollte in der Lage sein...

zwischen dem O-Ton und seiner Meinung dazu unterscheiden zu können: so macht das ja wenigstens auch der Standard. Bei anderen Medien werden Fakten mit Meinungen so vermanscht, daß das was rauskommt nur mehr den Wert eines Märchen bekommt.

naja
ein journalist sollte objektiv darüber berichtne was passiert ist und jemand gesagt hat
für den rest sind die kolumnen und die meinungs seite da
und da muss man auch den standard in die pflicht nehmen weil der hat noch übre keine einzige positive idee vom stronach berichtet (und nicht alles am stronach ist schlecht, nur seine art und 80% seiner ideen)

man müsste gar nichts kürzen

würden nicht - v.a. politiker - unter sprechdurchfall leiden.

schauen sie sich ein typisches interview mit einem politiker an (egal ob strohnach der strache oder einer von spö, övp,...): keine antwort auf die frage, selbst bei antworten die nur "ja" oder "nein" zulassen, gibt es einen satzsalat retour, usw.

das ist unzumutbar für jeden der einen höheren iq hat als eine kartoffel.

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