13-Jähriger in Baden nach Sturz aus Schulfenster gestorben

29. November 2012, 19:02
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Schüler verstarb im Landesklinikum, in das er mit lebensgefährlichen Verletzungen eingeliefert worden war

Baden - Im BG & BRG Baden in der Biondekgasse ist am Donnerstagvormittag ein 13-jähriger Schüler aus einem Dachfenster gestürzt. Die Ärzte im Landesklinikum Baden konnten sein Leben nicht mehr retten, er erlag den schweren Verletzungen. Alle medizinischen Bemühungen seien vergeblich gewesen, teilte die NÖ Landeskliniken-Holding mit.

Der Unglückshergang war zunächst unklar, Fremdverschulden sei aber vermutlich auszuschließen, hieß es seitens der Polizei. Der Jugendliche war etwa 15 bis 20 Meter tief in den Schulhof gestürzt. Wie und warum er während der Unterrichtszeit zu dem Fenster gelangte, war Donnerstagabend noch Gegenstand von Ermittlungen. Die Schule muss jedenfalls mit einer Anzeige wegen Verletzung der Aufsichtspflicht rechnen.

Unmittelbar nach dem Unglück wurden alle Schüler ab 15 Jahren nach Hause geschickt, die jüngeren zunächst beaufsichtigt und deren Eltern verständig. Im Gymnasium selbst leisteten Psychologen und ein Kriseninterventionsteam Beistand.

Jeder vierte Fenstersturz tödlich

Fensterstürze passieren zwar generell selten; wenn, dann sind jedoch eher Kleinkinder betroffen. Der Anteil der dabei getöteten oder schwer verletzten Kinder ist aber groß. Statistisch gesehen endet einer von vier Stürzen tödlich, berichteten die Experten des Vereins "Große schützen Kleine". Zuletzt stürzte im vergangenen Sommer ein 20-monatiger Bub aus Rudolfsheim-Fünfhaus in den Tod.

Als die Mutter im Nebenzimmer war, war das Kind über einen Sessel auf das Fensterbrett geklettert. In Linz-Urfahr sind im August in Abwesenheit der Eltern gleich zwei Kinder, drei und sechs Jahre alt, aus einem Fenster im dritten Stock gestürzt. Beide überlebten mit schweren Verletzungen.

2011 fielen in Österreich acht Kinder aus dem Fenster, in zwei Fällen kamen die Opfer dabei ums Leben. 2012 gab es bisher vier derartige Unfälle zu verzeichnen. Besonders gefährdet sind Kinder unter drei Jahren. Fenstersicherung könne Leben retten, appelliert der Verein. (APA/red, DER STANDARD, 30.11.2012)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Für das 13-jährige Unfallopfer kam jede Hilfe zu spät.

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