Fehlsichtigkeit erhöht Unfallrisiko im Straßenverkehr

29. November 2012, 13:51
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Jeder dritte fehlsichtige Fahrzeuglenker verzichtet auf Brille oder Kontaktlinsen

Wien - Nach der Umstellung auf die Winterzeit, werden die Tage wieder kürzer. Damit kommt auch die abendliche Hauptverkehrszeit in die Dunkelheit. Zusätzlich beeinträchtigen jetzt Nebel, Regen und blendende Scheinwerfer die Sichtverhältnisse. Wer da nicht absolut scharf sieht, ist als Verkehrsteilnehmer oft überfordert. "Beinahe jeder dritte fehlsichtige Fahrzeuglenker verwendet weder Brille noch Kontaktlinse. Das ist verantwortungslos und führt zu vielen Unfällen, die nicht sein müssten", warnt Toni Koller, Fachgruppenobmann der Wiener Augenoptiker und Optometristen. Für ihn gehören gutes Sehen und sicheres Fahren untrennbar zusammen, da 90 Prozent der Wahrnehmungen im Straßenverkehr über das Auge erfolgen.

Sehkraft lässt nach

Wer sich an Kreuzungen nicht schnell orientieren kann, weil er geblendet wird oder Schilder nicht rechtzeitig lesen kann, riskiert meist mehr als einen Blechschaden. Auch Überholvorgänge bergen ein erhöhtes Unfallrisiko, etwa wenn entgegenkommende Fahrzeuge gar nicht oder erst zu spät wahrgenommen werden.

Generell wirkt sich eine Fehlsichtigkeit negativ auf das Reaktionsvermögen aus. Damit fehlen in brenzligen Situationen schnell die entscheidenden Sekunden, um rechtzeitig abbremsen oder ausweichen zu können. Koller plädiert dafür, dass Fahrzeuglenker nicht nur ihr Auto jährlich einer Überprüfung unterziehen sollten, sondern unbedingt auch ihre Sehstärke.

"Die meisten Menschen merken gar nicht, dass ihre Sehkraft mit zunehmendem Alter langsam und stetig nachlässt, sondern gewöhnen sich an die schleichende Veränderung. Und das kann fatale Folgen auch für Dritte haben", Koller, der darauf verweist, dass Fehlsichtigkeit keine Krankheit ist, sondern aus biologischen Bildlagefehlern der Optik des menschlichen Auges resultiert. (red, derStandard.at, 29.11.2012)

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