Winterliche Fahrverhältnisse: So gefährlich ist es im Auto

29. November 2012, 18:57
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Besonders bei Matsch, Glätte, Eisregen und Schnee steigt das Risiko eklatant - Passende Bereifung, Frostschutz und entsprechende Fahrweise sind oberstes Gebot

Wien - Matsch, Glätte, Eisregen, Schnee: Im Jahr 2011 sind 27 Menschen bei Verkehrsunfällen auf Österreichs Straßen auf winterlicher Fahrbahn getötet worden. 2.636 Personen wurden bei 1.911 Unfällen verletzt. Das geht aus Daten von Statistik Austria hervor.

Im Jahr 2010 war der Blutzoll mehr als das doppelt so hoch: Damals starben 66 Personen nach Unfällen bei Schneefall, -matsch und Glatteis. 7.044 Menschen wurden bei 5.109 Unfällen verletzt.

Schneebedeckte Fahrbahnen

Laut Meteorologen steht die kommende Winterfahrsaison vor der Tür: Ab dem Wochenende müssen die Verkehrsteilnehmer auch in niederen Lagen mit schneebedeckten Fahrbahnen rechnen. Damit die Zahl tödlicher Verkehrsunfälle nicht wieder steigt, sind passende Bereifung, Frostschutz und entsprechende Fahrweise oberstes Gebot:

  • Winterreifen: Spätestens jetzt müssen Winterreifen montiert sein. Seit 1. November bis 15. April gilt bei winterlichen Fahrverhältnissen (Schneematsch oder Eis) Winterreifenpflicht. Sommerreifen sind für kalte Temperaturen zu hart. Der Bremsweg mit Sommerreifen verlängert sich auf Schnee um 50 Prozent.
  • Fahrweise: Für das Fahren auf Eis und Schnee gilt: Tempo anpassen (um 30 Prozent langsamer bei Nässe, minus 50 Prozent bei Schnee und minus 70 Prozent bei Eis), Abstand halten, gefühlvoll fahren und auf die richtige Ausrüstung achten.
  • Flüssigkeiten: Scheibenwischerflüssigkeit muss im Winter zumindest mit Frostschutzkonzentrat versetzt sein. Kühlflüssigkeit ist von Haus aus mit Frostschutz vermengt, der bis minus 20 Grad reicht. Reines Wasser, das gefriert, kann zu geplatzten Leitungen - oder laut ÖAMTC-Experten auch zu Überhitzung führen, weil die Flüssigkeit nicht mehr durch den Kühler zirkuliert.
  • Startschwierigkeiten: Warum streiken Batterien im Winter so oft? Gerade bei Kälte braucht der Motor viel Power. Eine schwache Batterie gibt dann leicht den Geist auf. Bei Dieselmotoren können Startprobleme aber auch mit einem alten Kraftstofffilter zu tun haben. Autofahrerclubs raten immer wieder, die Batterie rechtzeitig überprüfen zu lassen.
  • Zugeschneite Bodenmarkierungen: Markierungen die man nicht sieht, kann man auch nicht beachten - das sieht auch der Gesetzgeber so. Blaue Markierungen von Kurzparkzonen gelten allerdings trotzdem. Sie sind zusätzlich durch ein Verkehrszeichen verordnet.
  • Schneeverwehte Verkehrszeichen: Auch hier gilt: Verkehrszeichen, die man nicht erkennen kann, werden ungültig. Ausgenommen sind "Vorrang geben"- oder "Halt"-Schilder, weil sie an der äußere Form erkennbar sind und daher beachtet werden müssen.
  • Winter-Not-Set: Der ARBÖ rät, sich gerade für längere Fahrten oder für Staus zu rüsten. Decken oder warme Bekleidung, Eiskratzer, Handbesen oder Handschuhe, die beim Schneeabkehren oder beim Kettenanlegen gegen Kälte schützen, werden empfohlen. Zudem raten die Experten möglichst mit vollem Tank unterwegs zu sein, um bei einem Notstopp die Autoheizung weiter betreiben zu können. (APA/red, derStandard.at, 29.11.2012)
  • Schneefahrbahnen können schnell zum Verhängnis werden. Wer einige Tipps befolgt, kann das Risiko minimieren.
    foto: bernd märz/dpa

    Schneefahrbahnen können schnell zum Verhängnis werden. Wer einige Tipps befolgt, kann das Risiko minimieren.

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