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Ein Korallenriff vor der indonesischen Insel Sulawesi. Deutsche Wissenschaftler haben ein mathematisches Modell entwickelt, mit dem sie die Auswirkungen unterschiedlicher Szenarien der Ozeanversauerung nachvollziehen können.
Mit den steigenden Durchschnittstemperaturen nimmt auch der Säuregehalt in den Ozeanen zu. Die Folgen für die Unterwasserwelt werden zu einem immer drängenderen Problem (wir berichteten). Am Leibniz-Zentrum für Marine Tropenökologie (ZMT) haben nun Wissenschafter ein mathematisches Modell entwickelt, mit dem sie unterschiedliche Szenarien der Ozeanversauerung vorgeben und deren Auswirkungen auf Steinkorallen prüfen können.
Ein erschreckendes Szenario sind beispielsweise Steinkorallen, die ihre Fähigkeit zur Kalkskelettbildung verlieren und nicht mehr in der Lage sind, Riffe mit all ihren Schutz- und Lebensräumen für die außergewöhnliche Artenvielfalt zu bilden. Doch wie wahrscheinlich ist eine solche Entwicklung?
Um fundierte Voraussagen machen zu können, müssen zunächst die Prozesse der Skelettbildung und ihre Reaktion auf Störfaktoren bei Korallen verstanden werden. Am ZMT in Bremen haben Wissenschafter ein mathematisches Modell entwickelt, das die Kalkbildung der Korallenpolypen auf der Zellebene detailliert nachbildet. "Mit so einem Modell kann man unterschiedliche Szenarien der Ozeanversauerung vorgeben und deren Auswirkungen auf Steinkorallen prüfen", sagt der Ökologe Sönke Hohn.
CO2 aus der Atmosphäre löst sich im Meer und bildet Kohlensäure. Die steigenden Kohlendioxidwerte führen dazu, dass das Wasser langsam versauert. Während das Oberflächenwasser der Ozeane heute einen pH-Wert von etwa 8,2 aufweist, wird es im Jahr 2100 voraussichtlich nur noch 7,8 betragen. Ein saures Milieu greift aber Kalkstrukturen an, der Kalk löst sich auf. Dass die Kalkskelettbildung vieler Tiere unter den erhöhten CO2 Werten im Meer leidet, ist mittlerweile bekannt. Bilder von "nackten" Korallenpolypen, die pH-Werten von 7,4 ausgesetzt worden waren, gingen in einer Studie des Magazins "Science" um die Welt. Wie ein gestörter Kalkbildungsprozess genau abläuft, war jedoch unklar. Der Antwort sind die Forscher aus Bremen nun näher gekommen.
Polypen scheiden an ihrem Fuß Kalziumionen aus, die gemeinsam mit Karbonationen zu festem Kalk auskristallisieren und dadurch Skelettstrukturen bilden. Alle Polypen einer Koralle sind über eine Gewebeschicht miteinander verbunden. Diese trennt das umgebende Meerwasser von der Flüssigkeit, in der das Kalkskelett gebildet wird. Die Wissenschafter konnten mit ihrem mathematischen Ansatz nachweisen, dass CO2 durch die Gewebsschichten in die kalzifizierende Flüssigkeit eindringt. Trotz aktiver Regulierung ihres Stofftransportes sind Polypen nicht in der Lage, bei erhöhten Kohlendioxidwerten gegen die Diffusion anzugehen.
Das Modell bildet die sehr komplexen biochemischen Prozesse des Stoffaustausches und der Kalkbildung in vier Räumen ab: dem umgebenden Meerwasser, dem Polypengewebe, dem Magen und der kalzifizierenden Flüssigkeit unter den Polypen. Es basiert auf Daten aus verschiedenen Studien, vor allem aber von Versuchsreihen, die am ZMT stattfanden. Mit Mikrosonden waren pH-Wert und Kalziumkonzentrationen unterhalb des Polypengewebes gemessen worden.
"Doch auch sehr aufwendige Laboruntersuchungen reichen nicht aus, um den Prozess der Kalzifizierung vollständig zu verstehen", meint Agostino Merico, der den Modellierungsansatz mitentwickelte. "Indem wir alle relevanten physiologischen Prozesse simulieren, entwirrt unser Modell die komplexen Vorgänge und quantifiziert die Effekte der Ozeanversauerung auf die Organismen." So ergaben Berechnungen mit erhöhten CO2 Werten in der Atmosphäre, wie sie in 2100 im schlimmsten Falle zu erwarten sind, eine um 10 Prozent reduzierte Kalkbildung bei Steinkorallen. In einem nächsten Schritt soll auch der Einfluss der Ozeanerwärmung auf die Kalkbildung mit dem Modell untersucht werden. (red, derStandard.at, 31.12.2012)
Abstract
Biogeosciences: Modelling coral polyp calcification in relation to ocean acidification
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... seit SO2 und NOx gefiltert wird und die ostblock wirtschaft zusammengerumpelt ist ist er stark zurueckgegangen. lokal begrenzt gibt es immer noch bildung von saurem nebel, und wo das oft vorkommt sieht man auch die symptome des "waldsterbens" immer noch.
gegenwärtig ist der netto-effekt eine aufnahme (pH-abfall), wie sich mit messungen der konzentration anorganischen kohlenstoffs (CO2, H2CO3, HCO3-, CO3(2-) und des pH-werts zweifelsfrei belegen lässt. ein beispiel (nordatlantik):
http://www.biogeosciences.net/9/2509/20... -2012.html
bei weiterer, starker absorption könnte sich die aufnahmefähigkeit erschöpfen. das meerwasser wäre dann schon stark versauert, die CO2-konzentration der luft würde noch schneller steigen (dzt. absorbieren die ozeane rund ¼ der anthropogenen emissionen). den meeres-organismen würde steigende temperatur und sinkende O2-konzentration (ebenso temperatur-abhängig!) weiter zusetzen.
Diese Entwicklung benötigt keine anthropogene Zuführung von CO2 mehr. Was wir in den letzetn 60 Jahren gemache haben, hat völlig ausgereicht. Denn lösen sich die Exoskelette der Meeresfauna auf wird der pH Wert weiter sinken und das CO2-Bindevermögen der Ozeane verschwinden. Die Ozeane puffern enorme Mengen an CO2. Was wir heute sehen, sind die Auswirkungen aus den 80er Jahren. Was wir heute anstellen, das wird man erst in einigen Jahrzehnten zu spüren bekommen. Wegen der starken Verzögerung verrechnen sich die Klimaaexperten immer mehr. Die Prognosen sind um 20 Jahre zu optimistisch.
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