Europas Leitbörsen schließen klar in der Gewinnzone

29. November 2012, 18:24
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Bankwerte gut gesucht - UniCredit mit über vier Prozent im Plus

Frankfurt am Main - Die europäischen Leitbörsen sind am Donnerstag gestützt vom gestiegenen Optimismus für eine baldige Lösung der US-Haushaltsfrage einheitlich mit klaren Gewinnen aus dem Handel gegangen. Der Euro-Stoxx-50 erhöhte sich um 34,85 Einheiten oder 1,37 Prozent auf 2.581,69 Zähler. Deutlich zulegen konnte insbesondere der Mailänder FTSE-MIB Index, der mit einem Aufschlag von 2,81 Prozent auf 15.887,99 Zählern schloss.

Im Blickfeld steht weiterhin der republikanische Sprecher des US-Repräsentantenhauses, John Boehner, der sich zuversichtlich darüber gezeigt hatte, dass die Haushaltsgespräche mit Präsident Barack Obama fortgesetzt würden.

Die im Verlauf veröffentlichten Wirtschaftsdaten hatten unterdessen für kaum Bewegung an den Märkten gesorgt, hieß es aus dem Handel. Die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe waren in der vergangenen Woche in den USA wie erwartet um 23.000 gesunken. Deutlich stärker als zunächst berechnet ist dagegen das US-Bruttoinlandsprodukt im dritten Quartal gewachsen. Zudem ist die Zahl der noch nicht vollständig abgeschlossenen Hausverkäufe im Oktober in den USA deutlich stärker als erwartet gestiegen.

In einem europäischen Branchenvergleich zeigten sich Bank- und Rohstoffwerte unter den meistgesuchtesten Titeln. UniCredit schlossen mit einem kräftigen Plus von 4,41 Prozent auf 3,60 Euro. Das hochverschuldete Euroland Italien hat sich am Berichtstag so günstig wie seit rund zwei Jahren nicht mehr refinanzieren können. Intesa SanPaolo zogen mit plus 4,17 Prozent auf 1,299 Euro ebenfalls deutlich an. Die in Madrid notierten Titel der BBVA stiegen um 3,10 Prozent auf 6,548 Euro.

Unter den Rohstoffwerten legten Rio Tinto an der Londoner Börse kräftig um 5,08 Prozent auf 3.090 Pence zu. Der Bergbaukonzern will wegen gesunkener Rohstoffpreise in den kommenden zwei Jahren 7 Mrd. Dollar einsparen.

Größter Kursgewinner innerhalb des EuroStoxx-50 waren am Berichtstag Telecom France, die sich um 4,48 Prozent auf 8,294 Euro verbesserten. Unter den Autowerten gewannen Volkswagen 1,34 Prozent auf 165,80 Euro. Nach Patentstreitigkeiten hat sich Volkswagen offenbar mit seinem chinesischen Partner FAW geeinigt und will die Zusammenarbeit mit dem Autohersteller verlängern. Im Rahmen der bestehenden Kooperation habe keiner der Partner die Patente des jeweils anderen verletzt, hieß es.

An der Zürcher Börse schlossen Zurich Insurance um 2,47 Prozent fester bei 236,50 Schweizer Franken. Trotz eines Gewinneinbruchs im dritten Quartal hat der Versicherer seine Zielvorgaben bestätigt. (APA, 29.11.2012)

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