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Wien - Armut und ihre Folgen sind häufige Ursachen für psychische Erkrankungen in der österreichischen Bevölkerung. Wenn die menschlichen Grundbedürfnisse nach existenzieller Sicherheit, sozialer Integration und Verwirklichungschancen ungestillt bleiben, können in Folge Selbstwertkrisen und Angststörungen, Depressionen, sozialer Rückzug oder auch Gewaltausbrüche vermehrt auftreten. Wer erwerbslos, alleinerziehend oder zugewandert ist oder einen schlecht bezahlten und unsicheren Job hat, ist besonders armutsgefährdet. Fauen sind stärker von Armut betroffen als Männer, ein Viertel der Armutsbetroffenen sind Kinder und Jugendliche.
Jeder vierte Österreicher leidet im Laufe seines Lebens unter einer psychischen Erkrankung. Armutsgefährdete und -betroffene Kinder und Erwachsene gelten als Risikogruppe. Armutsgefährdete Kinder haben schlechtere Entwicklungschancen in schulischer und beruflicher Ausbildung, in den familiären Beziehungen und Interaktionen, ebenso im Kontakt mit Gleichaltrigen. Das emotionale, soziale und körperliche Befinden wird durch diese Belastungen stark beeinträchtigt. Nicht nur die Benachteiligung und Unterversorgung wird als traumatisch erlebt, auch die Ohnmacht der Eltern entmutigt die Kinder und hemmt die Entwicklung eines gesunden Selbstwertgefühls.
Schon in der Kinderseele beginnt sich die "Armutsspirale" aus Zeit- und Beziehungsarmut, Mangelerfahrungen, Hilflosigkeit, geringes Selbstvertrauen, Rückzug und Verleugnung, Leistungsverlust in Schule und Ausbildung zu drehen. Oftmals bestehen keine Chancen, die Entwicklungsrückstände und -defizite aufzuholen. Die einschneidenden und belastenden Lebenserfahrungen werden somit zur existenziellen Lebenserfahrung und prägen oft das gesamte Leben eines Menschen.
Zur Verbesserung der psychischen Gesundheit für Kinder und Jugendliche fordert der Österreichische Bundesverband für Psychotherapie unter anderem die Möglichkeit einer kostenlosen Psychotherapie für alle Kinder und Jugendliche bis zum 18. Lebensjahr und die Einführung eines Gesamtkassenvertrages für Psychotherapie sowie die sofortige Erhöhung des Kostenzuschusses auf 40 Euro pro Behandlungsstunde. Derzeit kann nur jedes zehnte Kind, das eine Psychotherapie braucht, diese auch in Anspruch nehmen. (red, derStandard.at, 29.11.2012)
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der Zusammenhang zwischen Armut und psychischen Problemen ist nur ein zufälliger. Viel mehr geht es um die geistige "Reife" der Person, der Eltern, des Umfeldes. Diese ist nicht abhängig vom Einkommen. "Unreife" tritt in allen gesellschaftlichen Schichten gleich auf. Aber mit dem Einkommen ändert sich das "Gesicht" der Unreife. Somit haben die psychischen Probleme der verschiedenen Einkommensschichten einfach nur unterschiedliche Bilder.
wann gilt ein Kind in Österreich als arm? Wie es für Kinder in der dritten Welt aussieht, weiß man. Dass man da nicht vergleichen oder gegenüber stellen kann, weiß man auch. Aber wie definiert sich "armes KInd" bei uns?
wenn die Erkenntnis dazu führt, dass entweder Armut an sich verhindert wird oder doch zumindest jene Menschen, die finanziell depriviert aufwachsen und leben müssen, behandelt werden, dann hat sich diese Erkenntnis schon gelohnt, denn es spart etliches an Kosten, die durch chronisch Kranke und Suizide verursacht werden!
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