Verfassungsgericht in Polen verbietet Schächten

29. November 2012, 09:54

"Tierquälerei" sei Verletzung der Verfassung

Warschau - Das polnische Verfassungsgericht hat die Schlachtung von Tieren nach jüdischen und muslimischen Riten verboten. Medienberichten vom Mittwoch zufolge urteilte das Gericht am Dienstag, die Tötung ohne Betäubung sei Tierquälerei und verletze die Verfassung. Damit schert Polen aus einer EU-weiten Regelung aus, die ab 1. Jänner in Kraft treten soll und Ausnahmen für rituelle Tötungen erlaubt.

In Brüssel protestierte die European Jewish Association (EJW) gegen die Entscheidung. Koschere Schlachtung sei unerlässlich für das jüdische Leben, schrieb der Rabbiner Menachem Margolin in einem Brief an den polnischen Präsidenten Bronislaw Komorowski.

Streit um Leiden der Tiere

Es sei wissenschaftlich erwiesen, dass Tiere bei der Schächtung nicht litten, schrieb Margolin. Er forderte die Unterstützung der EU, um die polnische Entscheidung wieder zu kippen. Das Thema werde am Donnerstag bei einer Konferenz im EU-Parlament zur Sprache kommen, fügte er hinzu.

Beim Schächten werden Tiere mit einem einzigen Halsschnitt getötet. Man lässt sie dann ausbluten, da der Verzehr von Blut im Judentum und im Islam untersagt ist. Polen produziert koscheres und Halal-Fleisch nicht nur für die kleinen muslimischen und jüdischen Gemeinden im Land, sondern auch für den Export. (APA, 29.11.2012)

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"Es sei wissenschaftlich erwiesen, dass Tiere bei der Schächtung nicht litten, schrieb Margolin."
Und wie wird "Leid" berechnet? Leid pro Stunde, Leid pro Minute. Und was ist "Leid"? Gehirnaktivität im Hirn pro zugefügtes Leid?

Also, wie Margolin, wissenschaftlich beweisen will, dass das Tier kein Leid verspürt möchte ich wissen. Ist wahrscheinlich das gleiche, wie der Beweis der Kirche, dass Tiere keine Seele haben.

religioese privilegion gehoeren abgeschafft

die menschenwuerde (von kindern - siehe beschneidungsdebatte) und das wohl der tiere hat eindeutig vorrang. die weltreligionen sollen sich andere tanz' einfallen lassen, ihre schaeflein unter kontrolle zu halten.

Egal, ob das jetzt anti-jüdisch oder anti-moslemisch dargestellt wird

Für die Tiere ist es eine Verbesserung, und das ist alles worauf es in dieser Frage ankommt.

Ich wage zu bezweifeln, dass

dies aus Tierschutzgruenden passiert.

Aber was solls, den Beifall der Tierschutzgemeinde werden die Rechten dennoch bekommen.
"Solange es der "guten Sache" dient", wird man behaupten...
Michael

Aha. Und nur weil das Schächtverbot den Rechten gefällt, sollte man das Schächten nicht verbieten.

Schächten ist das Ausbluten lassen bei lebendigem Leib ohne vorherige Bewußtlosigkeit des Tieres. Da ist es keine Frage von rechts oder links, dass man das verbietet, sondern eine Frage der Humanität.

Sicher sehr interessante Podiumsdiskussion HEUTE im NIG

Diskussion Tier-Mensch-Ethik

30. November, 19 Uhr, Hörsaal 3D, Neues Institutsgebäude (NIG), Universitätsstraße 7, 1010 Wien
Es sprechen:
Peter Kampits, Alt-Dekan
Edith Riether, Präsidentin der Initiative Weltethos Österreich
Richard Kisling, Vertreter des LIT-Verlages
Podiumsdiskussion:
Franz Wuketits, Universität Wien
Bimal Kundu, Vertreter des Hinduismus
Gerhard Weissgrab, Vertreter des Buddhismus
Erwin Lengauer, FEWD am Institut für Philosophie, Universität Wien
Daria Hainz, Vertreterin von VIER PFOTEN
Edith Riether

Der Mensch sollte endlich aufhören, Tiere auszubeuten und zu quälen, töten etc. zum Glück geht die Tendenz ja schon in diese Richtung.

Warum tut sich dann eigentlich jeder Tierarzt beim einschläfern die Arbeit mir der Spritze an, wenn doch ein Halsschnitt genauso schmerzfrei ist.
Das wäre doch viel einfacher wenn dier Tierarzt dem Rex einfach den Hals aufschneidet und billiger wäre es auch.

Ist vielleicht ein groesserer Aufwand, nachher

sauber zu machen.
Und das denebenstehende Frauchen wird auch nicht wirklich erfreut ueber eine derartige Loesung sein.

Die Frage aus ethischer Sicht ist doch vielmehr, wie wir ueberhaupt dazu kommen, Tiere einzuschlaefern. Das wuerde uns bei Menschen ja nicht wirklich einfallen - und wenn es diskutiert wird, dann geht man meistens von einer Zustimmung des betroffenen Menschen aus.
Gibt es - frage ich mich nun - eine Tierschutzgruppe, die sich gegen das Einschlaefern ausspricht?
Michael

Das typische Einschläfern wird ja nur praktiziert um dem geliebten Haustier weiters Leid zu ersparen zum Beispiel bei einer nicht therapierbaren Erkrankung.
Das würde ich mir als Mensch eigentlich auch wünschen wenn es wirklich mal so weit ist.

Eleganter Treffer. Gratuliere!

Herrlicher Vergleich :) Bin schon gespannt ob sie darauf eine Antwort der Alles-Tolerierer-Fraktion erhalten

Sehr gut!

Wird Zeit, dass Österreich auch mal zur Vernunft kommt... Bravo, Polen!

oesterreich ist ein segel im wind

in oesterreich gibt es gesellschaftspolitisch keine innovationen, da wird bestenfalls etwas mit jahrzehntelanger verspaetung nachgemacht: vgl raucherdebatte, wehrdienst.

und bzgl religionen haben wir die ewigen schuldgefuehle.

Es sei wissenschaftlich erwiesen, dass Tiere bei der Schächtung nicht litten, schrieb Margolin. --- heißt das, dass wenn jemanden die gurgl aufgeschnitten wird, der dann auch net leidet? so einen blödsinn hab ich überhaupt noch nie gelesen... wenn's wenigstens betäubt werden (elektroschock oder wie auch immer)...

Prinzipell hab ich ja nichts gegen die Schlachtmethode Schächtung - ist ja nichts anderes als andere Schlachtmethoden auch - allerdings würde mich interessieren ob das Tier betäubt wird - ansonsten ist es reine Tierquälerei - das verbluten dauert einige Minuten bei vollem Bewusstsein

> allerdings würde mich interessieren ob das Tier betäubt wird

NEIN, wird es eben NICHT.

"Es sei wissenschaftlich erwiesen, dass Tiere bei der Schächtung nicht litten.."

Religionswissenschaft?

bestimmt, wem sonst fällt sowas ein.

Nein, gibt seriöse Studien dazu.

Und seriöse Gegenstudien.

Mehr als das Tier beim Sterben beobachten, dabei Nervenerregung messen und auf Stresssignale achten kann man da nicht machen. Fragen geht nicht.

das kann nicht seriös sein !

Ich stelle mir es auch äußerst harmonisch und leidfrei vor, durch einen Stich in den Hals langsam zu verbluten, sicher ein Hochgenuss!

Witzige Postings

Die Fleischesser die sich um 3e/kg Schweinefleisch im Supermarkt kaufen oder ein halbes Hendl um 1,50 werden auf einmal zu fanatischen TierschützerInnen . Erinnert mich an diversen Kopftuchdiskussionen - Über Nacht nur noch Feministen in Österreich . Deswegen : Absolutes NEIN zu direkter Demokratie

Sie schauen per Zauberspiegel in alle Kochtöpfe und Einkaufswagen des Landes?
Als FleischesserInnen deklariert haben sich hier nämlich die wenigsten, dass VegetarierInnen und VeganerInnen hier weit überdurchschnittlich repräsentiert sein dürften, ist wohl evident.

Überraschung : So etwas gerade im katholischen Polen

Was mich aber mehr stört ist die Solidarisierung so mancher Atheisten mit diesen christlichen Fundis . Ich befürchte da denken manche gar nicht so atheistisch wie sie gerne wollten . Auf jeden Fall ist es peinlich

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