Islamistengruppe übernimmt weitere Stadt im Norden Malis

29. November 2012, 06:07

Tuareg-Rebellen verließen Grenzgebiet zu Mauretanien kampflos - UNO-Generalsekretär warnt vor Risiken von Intervention

Bamako - Die islamistische Rebellengruppe Ansar Dine hat im Norden Malis eine weitere Stadt unter ihre Kontrolle gebracht. Die Kämpfer der Gruppe hätten einige Dutzend Tuareg-Rebellen der Nationalen Bewegung für die Befreiung von Azawad (MNLA), die bisher die Ortschaft sechzig Kilometer von der Grenze zu Mauretanien kontrollierten, kampflos vertrieben, sagte ein Einwohner der Nachrichtenagentur AFP am Mittwoch. Ein Vertreter der Sicherheitsbehörden bestätigte, dass die Islamisten sich in der Stadt befänden.

Die malische Armee, die seit Januar gegen einen Aufstand der MNLA und anderer Rebellengruppen kämpft, hatte Lere vor einigen Monaten aufgegeben. Für die MNLA ist der Verlust von Lere ein weiterer Rückschlag. Die säkulare Gruppe hatte Ende März nach dem Sturz der Regierung in Bamako durch eine Gruppe Soldaten gemeinsam mit Ansar Dine und der islamistischen Bewegung MUJAO den Norden Malis unter ihre Kontrolle gebracht. Anschließend war die MNLA jedoch aus den meisten Städten des Nordens von den Islamisten vertrieben worden.

Ban warnt vor Intervention

UNO-Generalsekretär Ban Ki-moon hat vor den Risiken einer Militärintervention gegen die Islamisten im Norden Malis gewarnt. Es blieben weiterhin grundlegende Fragen zur Führung, Finanzierung, Ausbildung und Ausrüstung der geplanten Eingreiftruppe der Westafrikanischen Wirtschaftsgemeinschaft (ECOWAS) ungeklärt, schrieb Ban in einem Bericht an den Sicherheitsrat, der im Dezember über ein Mandat für die Truppe entscheiden soll.

Sollte die Militärintervention nicht richtig geplant und ausgeführt werden, könnte sie die "bereits fragile humanitäre Situation" verschärfen und zu "ernsten Menschenrechtsverletzungen" führen, warnte Ban. Eine Intervention könnte ein letztes Mittel gegen radikale Extremisten und Kriminelle sein, doch müsse zuvor ein breiter und umfassenderpolitischer Dialog zur Schaffung eines nationalen Konsens für einen politischen Übergang initiiert werden.

ECOWAS will 3.300 Soldaten schicken

Im Norden Malis war im vergangenen Winter nach der Rückkehr von Tuareg-Kämpfern aus Libyen ein Aufstand gegen die Zentralregierung ausgebrochen. Unzufriedene Soldaten stürzten Ende März die Regierung in Bamako. Tuareg-Rebellen brachten in dem anschließenden Machtvakuum innerhalb weniger Tage gemeinsam mit Islamisten den gesamten Norden unter ihre Kontrolle. Seitdem vertrieben die Islamisten die Tuareg-Rebellen jedoch aus den wichtigsten Städten und riefen die Scharia aus.

Die ECOWAS will eine 3.300 Soldaten starke Eingreiftruppe nach Mali entsenden. Nach langem Zögern stimmte die Übergangsregierung in Bamako einer Intervention zu. Die Europäische Union stellte im Fall der Entsendung einer Eingreiftruppe eine militärische Ausbildungsmission in Aussicht. Der Westen fürchtet, dass die Islamisten langfristig auch zu einer Bedrohung der Sicherheit in Europa werden könnten. (APA, 29.11.2012)

Die einzige Möglichkeit die ich sehe die Ansar Dine los zu werden

ist eine weitgehende Autonomie für die Tuareg und Unterstützung ihrer Autonomiebestrebungen. Die Tuareg, die ich kennen gelernt habe sind moslemisch aber unter keinen Umständen islamistisch.

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