Proteste in Burma niedergeschlagen: Dutzende Verletzte

29. November 2012, 10:45
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Sicherheitskräfte setzen Tränengas und Wasserwerfer gegen Demonstranten ein

Rangun - Die zuletzt für ihre demokratischen Reformen gelobte Regierung in Burma hat Proteste in einer Kupfermine mit Gewalt niedergeschlagen. Sicherheitskräfte rückten in der Nacht auf Donnerstag mit Wasserwerfern gegen eine Gruppe von Demonstranten vor, die die Mine besetzt hatten.

Den Demonstranten war mitgeteilt worden, dass sie das Minengelände bis Dienstag Mitternacht räumen müssten, um die Arbeit einer parlamentarischen Untersuchungskommission nicht zu behindern.

Nach Angaben mehrerer Aktivisten wurden dabei 50 buddhistische Mönche und Dorfbewohner verletzt, 23 mussten sich im Spital behandeln lassen. Rund um das Protestlager an der Letpadaung-Mine im Nordwesten Burmas brachen mehrere Brände aus. Viele der Verletzten erlitten Verbrennungen. Ein Mönch sagte der Nachrichtenagentur Reuters, das Feuer sei durch Beschuss mit unbekannter Munition entstanden.

Gegen Minenbau

Donnerstagmittag hätte Oppositionsführerin Aung San Suu Kyi die Demonstranten besuchen sollen. Diese wollendie Erweiterung des Bergweks stoppen, weil er ihrer Ansicht nach der Umwelt und der Gesundheit schadet und zu sozialen Problemen führt. Die Aktivisten hatten ein Ultimatum der Regierung, die Mine bis Mittwoch zu verlassen, verstreichen lassen.

Nach ihren Angaben sind Anwohner in der Umgebung illegal von ihrem Land vertrieben worden. "Sie haben uns fünf Minuten gegeben, dann sind sie mit Wasserschläuchen, Tränengas und Wurfgeschossen auf uns losgegangen", berichtete ein Teilnehmer der Demonstration per Telefon. Das Bergwerk wird gemeinsam von einer militäreigenen Firma und dem chinesischen Waffenproduzenten China NOrth Industries Corp.  betrieben. (red/APA, 29.11.2012)

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    Straßenblockade vor der Letpadaun-Mine

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