Nachrichten in aller Kürze
Alles zur Community
Nachrichten, die zu Ihnen kommen: Newsletter, Feeds und SMS
Alles zu unseren mobilen Angeboten: Apps, Mobilversion und SMS
Unsere Radio- und TV-Angebote
Die Zeitung im Internet: Abo, E-Paper, Anzeigen und mehr
Alles über die Redaktion von derStandard.at
Alles über Onlinewerbung, Stellenanzeigen und Immobilieninserate
Der Großbrand in einer Fabrik in Bangladesch hat erbärmliche Zustände offenbart - wieder einmal. Brandschutz gab's nicht, Chefs hinderten Arbeiter, das Gebäude zu verlassen, mehr als hundert Menschen starben. Und auf einmal ist sie da, die große Betroffenheit: C&A wolle sich "kümmern", erklärte Konzernsprecher Thorsten Rolfes. Und die Reaktion des Textildiskonters Kik, der auch dort hatte produzieren lassen? Kik-Chef Michael Arretz: Die Notwendigkeit des Brandschutzes sei "noch nicht in allen Köpfen in den Produktionsländern angekommen", und "Brandschutz ist ja nicht so kompliziert".
Zynischer geht's eigentlich nimmer. Vielleicht könnte es sich auch langsam herumsprechen, dass es ja auch nicht so kompliziert wäre, dafür zu sorgen, dass Arbeiter einen menschenwürdigen Lohn bekommen und an menschenwürdigen Arbeitsplätzen werken? Das wäre doch ein schönes Thema, sich darum zu "kümmern" - nämlich bevor's brennt. Und das wäre dann wirklich "besser, als wie man denkt", wie Kik uns radebrechend umwirbt.
Aber an der Nase nehmen müssen wir uns im Grunde alle selbst: alle Konsumenten, die sich narrisch über Schnäppchen freuen. Bei jedem Kauf eines Billigfetzens müssten wir nur einmal kurz überlegen, wie viel von diesen wenigen Euro wohl an die Baumwollproduzenten, die Färber oder die Näher gehen kann. Unser Geiz hat seinen Preis - und den bezahlen die Arbeiter in den Sweatshops. (Roman David-Freihsl/DER STANDARD, 29.11.2012)
Wien Energie könnte dasselbe Schicksal erleiden wie die Tiroler Tiwag
Es fehlt die heimische Textilindustrie. Aber das waren ja nur die Frauen, die da beschaeftigt waren, die hat man gerne geopfert, die Autoindustrie und Stahlindustrie mit den maennlichen Arbeitern, die mussten natuerlich koste es was es wolle, erhalten werden...
Und das ganze Ding heisst Kapitalismus.
Der geht für Profit über Leichen, wie schon der Klassiker sagte, wenn man ihn lässt.
Warum tut er es in Europa nicht: Jawohl, weil es in Eur Sozialismus gibt (jedenfalls gegeben hat; der heutige Sozialnationalismus verdient den Namen nicht).
1) Die Produktionskosten machen nicht mal 5 % des Preises aus - dh man könnte auch in Europa produzieren lassen. Viel höher sind die Kosten für Werbung (der Beckham mag ja auch was verdienen dafür das er seinen nackten Body anpreist), Transport und Verwaltung. An einem 200 € Turnschuh verdienen die Produzenten beim Verkauf im Westen um die 150 €
2) Das die Billigproduktion Ausbeutung ist siehtman auch daran wieviele Neureiche dadurch entstehen in Asien
Wie schon gepostet, Protektionismus her um diesen modernen Sklavenhandel zu beenden. Und bitte nicht mit dem saublöden Argument kommen das die EU dann nix mehr in diese Länder exportieren kann, die EU-Exporte nach Bangladesh sind unter ferner liefern und einMercedes verkauft sich auch so .
Bei einem 200 Euro Turnschuh verdient der Produzent 150 Euro??? Wie soll das gehen - kannst du mir das einmal vorrechnen?
Und Billigproduktion ist nicht von vorne herein Ausbeutung - die Arbeiter sind alle froh Jobs zu haben. Das mit dem Boykott oder Protektionismus ist überhaupt die dümmste Maßnahme - da verlieren die Arbeitnehmer auch diese schlecht bezahlten Jobs. Es geht nur wie bei uns in der Nachkriegszeit - die Nachfrage nach Arbeitskraft muss ansteigen - zusammen mit einer gewissen gewerkschaftlichen Organisierung steigt auch das Lohnniveau!
Man kann ja wirklich von der Supermarktkassierin erwarten das sie von ihrem ohnehin üppigen Gehalt vor dem Kauf von Kleidung investigativ nachforscht wer da produziert und zu welchen Bedinungen - die jeweiligen Handelsketten liefern ja dafür Unmengen an Material und geben dem Kunden ausreichend Möglichkeit sich zu informieren.
Ironie off
Den ganzen Spuk könnte man mit einem Schlag beenden indem man endlich Protektionismus einführt (gegen den afrikanischen Kleinbauern macht das die EU um der Agrarlobby zu dienen) und noch Länder in die EU importieren dürfen die nachweisen können über dieselben Standards (Arbeit, Umwelt) die innerhalb der EU gelten zu verfügen - und nicht nur auf dem Papier.
Aber das ist wahrscheinlich linkslink.
Was soll ich jetzt machen? Nur noch in teuren Boutiquen einkaufen, wo man auch keine Ahnung hat wo genau das Kleidungsstück produziert wird.
Im Zusammenhang mit dem Brand werden immer wieder die westlichen Mode-Konzernen dafür Verantwortlich gemacht.
Sie können aber nicht die Verantwortung dafür übernehmen, weil sie weder die Gesetze in den Ländern bestimmen noch die Eigentümer der Fabriken sind. Wenn wir wirklich wollen, dass sich diese Dinge bessern, dann lasst uns lieber die wahren Verantwortlichen zur Rechenschaft ziehen. Und das sind die Regierungen und Gesetzgeber dieser Länder, die nicht für aussreichend Arbeitnehmerschutz sorgen! Den Eigentümer der Fabrik hat Mitschuld, aber in einen viel geringerm Ausmaß.
made in Rumania bei italienischen Markenproduzenten, die Qualitaet hat gelitten, der Preis ist in Relation mit Abwertung gleich geblieben (also seit ein paar Jahren um 40-50% gestiegen).
Ich glaube, auch Burberrys hat ausgelagert mittlerweile und die haben vielleicht die besser ausgebildeten Angestellten, aber die Sicherheitsvorkehrungen oder Gehaelter sind in der Relation gleich null.
"weil sie weder die Gesetze in den Ländern bestimmen noch die Eigentümer der Fabriken sind"
lieb und deshalb tragen sie natürlich keine verantwortung und sind ganz überrascht dass sie ihre ware warum auch immer dort um so vieles billiger produzieren lassen können.
und natürlich werden auch die gestztgeber dieser länder keinesfalls von den konzernen geschmiert, damit sich bloss nix ändert....
überhaupt in der Lage zu sein drüber nachdenken zu können, daß ich vielleicht 200 Euro für einen Schuh ausgebe, statt daß all mein Geld für Miete, Kleidung und Nahrung draufgeht. Im speziellen, wenn mir bewußt wird, daß ich für diese 200 Euro lediglich einen Bruchteil der Zeit arbeiten muß, die die Menschen in den Schuhfabriken arbeiten um so viel Geld zu verdienen.
Der einzige Grund in Bangladesh nähen zu lassen sind die geringen Kosten. Für mehr Geld kann man in Europa bei besseren Standards auch produzieren lassen. Verkürzt bedeutet das, dass die Bengalen so oder so die Angeschmierten sind. Entweder werden die Standards und damit die Kosten erhöht, dann sind sie aber aus dem Geschäft, oder alles belibt beim bisherigen.
Ja, das hängt vielleicht damit zusammen, dass das Land von einer Religion beherrscht wird. Wer auf alten Märchengeschichten hört und daran glaubt, ist immer der Angeschmierte.
Immerhin konnte aber in den letzten 20 Jahren die Bevölkerungsexplosion etwas zurückgefahren werden.
Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.