Nachrichten in aller Kürze
Alles zur Community
Nachrichten, die zu Ihnen kommen: Newsletter, Feeds und SMS
Alles zu unseren mobilen Angeboten: Apps, Mobilversion und SMS
Unsere Radio- und TV-Angebote
Die Zeitung im Internet: Abo, E-Paper, Anzeigen und mehr
Alles über die Redaktion von derStandard.at
Alles über Onlinewerbung, Stellenanzeigen und Immobilieninserate
ThyssenKrupp, ArcelorMittal, Riva: Die Liste renommierter Stahlkocher, die wegen begangener Fehler oder veränderter Wirtschaftslage unter Druck stehen, ließe sich fortsetzen. Thyssen etwa drohen Milliardenverluste - wegen der Stahlwerke in Amerika.
Essen/Paris/Taranto - In Zeiten der Hochkonjunktur fallen Fehler weniger auf. Umso mehr treten die Schwächen zum Vorschein, wenn die Konjunktur lahmt - so wie jetzt. Das zeigt nicht zuletzt der Fall ThyssenKrupp. Dem Stahlriesen aus Essen drohen hohe Verluste durch sein Brasilien- und USA-Engagement.
So rechnet das Management des Konzerns nach Informationen der "Süddeutschen Zeitung (SZ)" damit, beim geplanten Verkauf seiner dortigen Werke schlimmstenfalls elf Milliarden Euro zu verlieren. ThyssenKrupp hatte für die beiden 2010 in Betrieb genommenen Werke zunächst sieben Milliarden Euro eingeplant. Nun wird mit Erlösen zwischen einer und vier Milliarden Euro gerechnet. Gekostet haben die Anlagen jüngsten Angaben zufolge rund zwölf Milliarden.
Das Desaster um die beiden Stahlwerke könnte auch noch ein Nachspiel für ehemalige Vorstände haben. Demnach bekam der aktuelle Aufsichtsrat einen Bericht vorgelegt, der schwere Vorwürfe gegen Ex-Manager enthält: Ihre Antworten auf Nachfragen der Kontrolleure zu den Stahlwerken hätten sich im Nachhinein als "zu optimistisch, unvollständig und teilweise falsch herausgestellt".
Unter der Leitung von Ex-ThyssenKrupp-Chef Ekkehard Schulz hatte der Konzern die zwei Stahlwerke bauen lassen. ThyssenKrupp sollte so den größten Stahlkonzernen der Welt Konkurrenz machen. Beide Werke entpuppten sich als Milliardengrab. Durch Missmanagement und Pfuschereien stiegen die Kosten beim Bau um gut das Dreifache. Nun muss der Konzern die Werke loswerden. Die " Financial Times Deutschland" hat berichtet, dass sich der geplante Verkauf der defizitären Stahlwerke bis Herbst 2013 verzögert.
ThyssenKrupp-Chef Heinrich Hiesinger will den Konzern stärker zu einem Technologieunternehmen umbauen. Dabei behindern ihn die fast sechs Milliarden Euro Schulden, die vor allem durch den Bau der Stahlwerke in Übersee entstanden sind. Die Bilanz für das Geschäftsjahr 2011/2012 will das Unternehmen am 11. Dezember vorlegen.
Auch in Frankreich gehen die Wogen hoch, seitdem bekannt ist, dass ArcelorMittal sein Werk im lothringischen Florange schließen will. Industrieminister Arnaud Montebourg hatte zuletzt in ungewöhnlich scharfen Worten den Stahlkonzern von Lakshmi Mittal als in Frankreich unerwünscht bezeichnet. Um die 600 Jobs zu retten, brachte Montebourg eine vorübergehende Verstaatlichung ins Spiel.
Eine tragische Wendung haben die Ereignisse in der süditalienischen Stadt Taranto genommen, Standort eines der größten Stahlwerke Europas. Der Stahlkocher Ilva, der zum Riva-Konzern gehört, hat erst am Montag angekündigt, das Werk zu schließen. Am Mittwoch hat ein starkes Gewitter erhebliche Schäden im Werk verursacht: Durch Blitzschlag kam es zu einem Stromausfall und einem Brand. Das Stahlwerk musste evakuiert werden, rund 20 Personen wurden leicht verletzt. Zwei Menschen wurden ins Spital eingeliefert; eine Person galt als vermisst.
In dem Werk, das seit Monaten wegen gesundheitsschädlicher Emissionen im Visier der Justizbehörden steht, sind direkt und indirekt 11.500 Mitarbeiter beschäftigt. Im Hintergrund laufen nun Gespräche, wie und unter welchen Bedingungen der Standort doch gehalten werden kann. (Günther Strobl, DER STANDARD, 29.11.2012)
Die ÖVP will vor der Wahl neue Finanzierungsformen schaffen. Die SPÖ hat Bedenken gegen ein von der Wirtschaft entwickeltes Modell
Staatliche Industrieholding steigert 2012 den Portfoliowert
Die Kläger wollten vor einem Arbeitsgericht Entschädigungen von insgesamt 22.000 Euro pro Person erstreiten
Tochter Fiat Industrial denkt an Börsegang in Wall Street nach Fusion mit CNH
In Linz sollen noch heuer 400, in Weiz bis 2015 über 200 Mitarbeiter gehen. Sogar in der Wiener Zentrale sind 500 Jobs gefährdet
Der spanische Baugigant FCC, dem die Alpine gehört, will Guggenheim als Partner zur Finanzierung auslaufender Kredite
Neben den Schwedenbomben sollen auch die Niemetz-Cremeriegel Manja und Swedy erhalten bleiben
Die Eisenbahnergewerkschaft und der zuständige WKÖ-Fachverband verhandeln nun in Sachen Arbeitszeitverkürzung
Selbstbehalte bei Arztbesuchen für Selbstständige treiben tiefen Keil durch Politik
Nespresso und Denner liegen sich seit Jahren in den Haaren, jetzt gibt es ein weiteres Urteil im Kaffeekapsel-Krieg
Nun unterstützen auch Staatssekretär Schieder und die Piraten-Partei den Protest die Forderungen
Mobilfunkkonzern bekommt Euro-Krise immer stärker zu spüren - Umsatzrückgang im Geschäftsjahr 2012/13
Die Mitarbeiter sollen in einem natürlichem, parkähnlichen Umfeld arbeiten und Kontakte knüpfen
US-Hedgefonds hatte Strategiewechsel gefordert. Nun wird darüber nachgedacht
Internetkonzern lässt sich Blogging-Plattform 855 Millionen Euro kosten - Pressekonferenz am Montag in New York
Nur 17 Prozent der Pleiten werden von unkontrollierbaren Phänomenen wie höhere Gewalt beziehungsweise Krankheit ausgelöst
Manche Lieferanten stellten deshalb bereits die Lieferungen ein
240 Mitarbeiter in Norditalien verlieren ihren Job, Gewerkschaften protestieren
Der Dubai-Fluglinie wird ein zusätzlicher Flug nach Wien wegen drohender Überkapazitäten nicht genehmigt
In der Debatte über globale Steuertricks von Großkonzernen wollen US-Politiker nun auch Tim Cook vor einen Ausschuss zitieren
Die raren Metalle werden vor allem in China gefördert und stecken in jedem Handy. Auch Private können einlagern
...eine gute Story über das brasilianische Stahlwerk von ThyssenKrupp.
http://www.zeit.de/2012/28/D... yssenKrupp
Man kann sich nur immer wieder wundern was Milionenschwere Leistungsträger wirklich so zu leisten vermögen.
was hats da bloß mit den stahlwerken in letzter zeit?
eines wird zufällig von einem tornado weggpustet:
http://www.fr-online.de/panorama/... 89282.html
eines wird geschlossen, weil man plötzlich sein umweltgewissen entdeckt.
andere werden plötzlich unwirtschaftlich.....
produktionsverlagerung von stahl richtung china?
Ich habe ein halbes Jahr in Taranto gewohnt. 50% der Menschen die ich kennen gelernt habe, haben für die ILVA gearbeitet. Aber nicht weil sie es wirklich wollten, denn es ist bekannt wie es dort zugeht, sondern weil es in Taranto einfach KEINE Alternativen gibt...
"Wir" (Westeuropa) haben China jede Menge Stahlwerke, Walzanlagen, Schmiedewerke u. ä. hingepflanzt, die jetzt für den asiatischen "Heimmarkt" produzieren und später Fertigprodukte in den Westen zurückliefern, solange der Transport so billig und die Nachfrage bei uns - aufgrund immer schwächer werdender Konjunktur - überhaupt noch gegeben ist.
"Bei uns" werden noch sehr viele Werke - nicht nur Stahlwerke - dicht machen, und unser System wird untergehen, wenn man sich die Sache zu Ende denken traut, bzw. wenn man nicht radikal umdenkt. Sprich das Wirtschaftssystem revolutioniert ...
Südkorea hat z.b. ja auch keine Probleme sich gegen noch billigere Tigerstaaten durchzusetzen. Produzieren ja(so wie wir) ja auch bessere Qualität und anspruchsvollere Produkte als China oder Indien. Nur ist halt dort z.b. wirklich "scheißbillig"! Und das ist eben eine Grundvorraussetzung um konkurenzfähig bleiben zu können.
Europäische Konzerne bauen ihre Fabriken, Werke etc. meist überall auf der Welt zum selben (Umwelt)Standard ob lokal vorgegeben oder nicht. Lokale Erzeuger specken meistens bei den Vorgaben an den Lieferanten ab. Dann haben die natürlich sofort einen Preisvorteil.
Und der Herr Mittal war besonders schlau. Der hat alte Werke in England und Deutschland zum Schrottpreis gekauft, abmontiert und in Indien wieder aufgebaut. So konnte er auch weltweit billigst Wald und Wiesen-Stahl anbieten. Das brachte unsere Produzenten unter Druck und die Gewinnmargen schmolzen dahin. Dies führte zu massieven Einbrüchen des Aktienwerts und Mittal kaufte entweder billig auf oder/und fusionierte billigst.
Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.