Was Strasser den Journalisten erzählte, IV

28. November 2012, 17:39
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Besprechung in Straßburg, 19. Jänner 2011

Was Ernst Strasser (ES) bei seinen Treffen mit den britischen "Sunday Times"-Journalisten Claire Newell (CN - in diesem Teil des Protokolls "Frau") und Michael Gillard (JC - in diesem Teil des Protolls "Mann") erzählte. derStandard.at liegt das gesamte Gesprächsprotokoll in der beglaubigten deutschen Übersetzung vor, das an dieser Stelle laufend erweitert und veröffentlicht wird. Im Folgenden finden Sie den vierten Teil der Serie:

Besprechung mit STRASSER IN STRAßBURG - Frühstück, 19. Jänner 2011

Frau: Hallo, guten Morgen, schön Sie zu sehen.

Strasser: Es tut mir Leid, dass Sie so früh aufstehen mussten.

Frau: Das ist gut für mich.

Mann: Wann fangen Sie in der Früh an, ist es um etwa 9.00 Uhr?

Strasser: Besprechungen und parlamentarische Sitzungen fangen um 9.00 Uhr an, aber grundsätzlich hängt es davon ab -

Frau: von was los ist.

Strasser: Ich, ich beginne technisch um -

Frau: Das ist gut, Sie sehen eigentlich recht gebräunt aus, vielleicht ist es mir das letzte Mal nicht aufgefallen, oder vielleicht ist es hier. Sie sehen sehr gebräunt aus auf Ihrer Haut. Ja, ich finde Sie sehen sehr gut aus.

Strasser: Nicht Schi fahren, ich war in, aber nur für zwei Tage, ich war auf Mallorca, und ähm, ich vertraue diesem Banksystem mit meinen drei oder vier Pfund die ich habe, nicht, also investiere ich es in eine Immobilie in Mallorca, und ich habe letzten Freitag den Vertrag gemacht.

Frau: Ah, großartig

Strasser: Und es scheint, äh, es scheint derzeit eine gute Zeit zum Investieren zu sein, weil die Preise niedrig sind. Für mich ist es mehr eine Investition als ein Urlaubsziel, weil ich nicht die Zeit für Urlaub habe, aber -

Frau: Ich nehme an, Ihre Frau und Kinder können hinfahren.

Strasser: Nun ja, sie arbeiten auch, aber es ist okay, ja, ja.

Mann: Wo in Mallorca?

Strasser: Pardon?

Mann: Wo in Mallorca?

Strasser: Äh, ich muss sagen, ich habe äh Insel während der letzten zwei drei Jahre untersucht, und für uns ist der beste Ort, also in meinem früheren Leben muss ich Fischer oder so etwas in der Art gewesen sein, weil ich das Meer brauche, ich muss das Meer hören.

BESTELLUNG BEIM KELLNER

Strasser: Und so ist das erste was ich sehe und hören will ist das Meer, und das ist nicht so leicht, weil es teuer ist. Also musste ich herumsuchen, und zweitens will ich nicht, dass es gedrängt ist, ich will keinen Lärm außer dem Meer haben. Und da gibt es nicht wirklich viele Plätze, und so haben wir etwas gefunden, äh im Südosten, wenn Sie das kennen, wenn sie mit dem Ort vertraut sind, es gibt einen langen Strand namens Es Trenc.

Mann: Ist das an einem Ort namens Formantor, oder bin ich auf der falschen Seite der Insel?

Strasser: Formantor ist im Norden, aber das ist am Ende des Tramontana Gebirges und wenn, äh, wenn es das

Mann: Palma ist hier

Strasser: ja okay
Mann: und dann fährt man herum, viele Deutsche Urlaubsorte auf dieser Seite.

Strasser: ja, vergiss es, aber nur fünfzehn, zwanzig Kilometer von da ist, äh, da ist ein Nationalpark und genau an der Grenze zum Nationalpark ist äh, etwas, wie Wohnungen, ganz ruhigt nicht, äh, und leicht vom Flughafen zu erreichen. Es ist nur ein paar Kilometer, also, jetzt muss ich dort, wie sagt man, die Wände streichen, Maler und so, und ein bisschen herrichten.

Frau: Es klingt sehr schön.

Mann: Haben Sie einen Pool?

Strasser: Es gibt einen Pool, es ist ein großer Pool, weil es in einem, äh, ich weiß nicht, wie das auf Englisch heißt, also es sind dreißig oder vierzig äh, nicht Häuser, sondern Wohnungen, und gemeinsam ist ein, äh. -

Frau: Aha also Sie haben einen Gemeinschaftspool.

Strasser: Und auch, äh, um ins Meer zu gehen.

Frau: Das klingt super.

Strasser: Also vielleicht von da, und es war echt sonnig und es war, also wenn ich zwei Stunden in der Sonne bin, glaube ich, dass es funktioniert.

Frau: Sie haben ein Glück.

Mann: Die Eltern meiner Frau hatten einmal in einem Ort namens Pollensa an der Nordküste ein Haus, und es war wirklich schön, wir waren dort immer vor Jahren, es war eigentlich ein bisschen kitschig, es war nicht sehr, und dann ist es plötzlich, es war ein bisschen ein Massenurlaubsort, aber wir sind da vor etwa sechs Jahren hingefahren, und sie haben das Haus nicht mehr, aber es ist recht exklusiv geworden, es ist richtig schick.

Frau: Sie hätten es behalten sollen.

Mann: Es hätte sich gut entwickelt. Wir mögen die Gegend dort, waren früher recht oft dort.

Strasser: Was ich an der Insel mag ist dass man von Wien wegfährt, von Tür zu Tür, was auch ein Argument war, ich wollte nicht mehr fünf Stunden von Tür zu Tür brauchen. Also ich will viel Gelegenheit haben, dahinzufahren, und es gibt zwei Flüge von Wien, und auch von München, oder wo auch immer. Also es funktioniert auch von Brüssel und so. Also das ist und Sie wissen, äh, ich weiß nicht, wie viel Grad, ... fünf oder was auch immer, es hat zumindest um die 15 Grad.

Frau: Gut, also das macht es viel besser.
Strasser: Ja, man kann, ich gehe gern laufen, ich gehe gern Rad fahren, ich wandere gern in den Bergen, ich liebe das Meer, also man kann alles machen, und man hat eine Hauptstadt mit ungefähr dreihundert, vierhundert tausend, und es ist wirklich ein wunderbarer Ort, es ist eine spanische Hauptstadt, und es gibt Kultur und Gebäude, und man kann auch einkaufen gehen, also Sie wisse, ich habe mit meiner Frau drei Mädchen, also das ist - Also ist das die Kombination, glaube ich, aber ich muss sagen, als erstes Argument, ich will mein Geld für etwas ausgeben sodass es ein bisschen wächst, es verliert nicht an Wert.

Mann: Grundstückspreise gehen dort in die Höhe, es ist lustig, wir haben das gerade gestern diskutiert, ob es einen Sinn hat, im Ausland in ein Ferienhaus zu investieren. Meine Meinung ist, dass es vermutlich mehr an Wert gewinnen würde, wenn es im Vereinigten Königreich wäre, anstatt sagen wir in Frankreich, (der Wert von) Immobilien bleibt dort scheinbar, ich weiß es nicht, was Mallorca anbelangt.

Strasser: Also, ja, ich habe den Markt während zumindest der letzten zwei, drei Jahre verfolgt, und die Preise sind auch in dieser sehr guten Lage gefallen, mmm, mindestens zwanzig Prozent, mindestens.

Frau: Das ist ein großer Absturz, nicht wahr?

Strasser: Und es kann sein, dass es in einem Jahr etwas mehr hinuntergeht, aber ich wollte diese Gelegenheit nicht verpassen, also muss ich -

Mann: Man muss offensichtlich den Markt zum richtigen Zeitpunkt und am richtigen Ort erwischen.

Strasser: Ich könnte schlau sein, und ein Jahr warten, aber diese Gelegenheit, ich glaube nicht, dass ich sie in einem Jahr haben würde, ich muss es machen.

Frau: Wollen Sie ein Frühstück?

Strasser: Nein, nein, danke.

(Holen Frühstück)

  • Artikelbild
    montage: derstandard.at, foto: reuters/bader
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