EU plant Handelsabkommen mit Japan

28. November 2012, 15:36
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Auch ein umfassendes Wirtschafts- und Handelsabkommen mit Kanada ist geplant, dieses lässt allerdings noch auf sich warten

Brüssel - Die EU will seit geraumer Zeit ihren Handel mit Japan ankurbeln, am Donnerstag soll hierzu beim Handelsrat in Brüssel ein Verhandlungsmandat für ein Freihandelsabkommen mit dem Inselstaat angenommen werden. Auch ein umfassendes Wirtschafts- und Handelsabkommen mit Kanada ist geplant, lässt allerdings noch auf sich warten. Zwar gebe es in einigen Bereichen eine Annäherung, jedoch noch keinen Abschluss der Verhandlungen, hieß es in Diplomatenkreisen.

Zollabbau und Schutzklauseln

Das Mandat für die Verhandlungen mit Japan sollte am Donnerstag abgeschlossen werden, ortet ein Diplomat hierfür "gute Chancen". Zu diskutieren seien noch die Bestimmungen über den Zollabbau, den Abbau nicht-tarifärer Handelshemmnisse, Schutzklauseln sowie Überprüfungsklauseln. Durch ein Handelsabkommen erwartet sich die EU eine Stärkung des Handelsvolumens und dadurch Impulse für Wachstum und Beschäftigung. Skeptisch zeigten sich aber vor allem jene EU-Mitgliedstaaten mit Automobilindustrie, die befürchten, dass der europäische Markt von japanischen Produkten überschwemmt wird.

Auch die Verhandlungen über ein Wirtschafts- und Handelsabkommen mit Kanada sollten ursprünglich morgen abgeschlossen werden, noch sind aber einige Bereiche offen. Es sind dies etwa Themen wie das öffentliche Auftragswesen, der Investitionsschutz oder der Marktzugang bei Finanzdienstleistungen. Das Abkommen mit Kanada wird von Diplomaten als besonders wichtig eingeschätzt, da es als Modell dienen könnte für ein Handelsabkommen mit den USA, wofür es ebenfalls Überlegungen gebe. Der Abschluss mit Kanada werde daher als "guter Auftakt für solche Gespräche" gesehen.

Was den Handel mit der USA betrifft wird in den nächsten Wochen eine Studie erwartet, Anfang nächsten Jahres könnte dann die Europäische Kommission dem Rat ein Verhandlungsmandat vorlegen. Ein Diplomat ortet jedenfalls "von beiden Seiten großes Interesse".

Ebenfalls auf der Tagesordnung des Handelsrates stehen Informationen über den Stand der Verhandlungen über ein Freihandelsabkommen der EU mit Singapur. (APA, 28.11.2012)

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