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Brian Foster, Leiter des "Plant Breeding & Genetics Laboratory" in Seibersdorf.
Wien/Seibersdorf - Im niederösterreichischen Seibersdorf, südöstlich von Wien, werden Proben aus Atomanlagen untersucht, um die nuklearen Aktivitäten von Ländern zu überprüfen. Weniger bekannt ist, dass die Internationale Atomenergiebehörde dort auch acht Labors unterhält, um friedliche Anwendungen der Kernforschung für ihre Mitgliedsländer zu entwickeln. Die IAEO feiert das 50-jährige Bestehen ihrer 1962 gegründeten "Nuclear Sciences and Applications Laboratories" mit einem Festakt und einer kleinen Ausstellung im IAEO-Hauptquartier im Vienna International Centre (VIC), die allerdings nur bis Donnerstag zu sehen ist.
Die Forschungs- und Entwicklungsarbeiten der Labors in Seibersdorf reichen von der Kontrolle strahlenmedizinischer Anwendungen über die Bekämpfung von Krankheitserregern und -überträgern, und die Pflanzenzüchtung bis zur Umwelt-Überwachung. Die IAEO-Forscher versuchen dabei meist Methoden zu entwickeln, die so robust und unkompliziert sind, dass sie auch in Entwicklungsländern durchgeführt werden können.
Im "Insect Pest Control Laboratory" arbeiten die Forscher etwa daran, Insekten-Schädlinge wie Fruchtfliegen zu dezimieren oder auszurotten, indem sie die Männchen mit ionisierender Strahlung sterilisieren. Die unfruchtbaren Männchen würden ausgesetzt, um den wild lebenden Männchen die Fliegenweibchen wegzuschnappen. Weil die Weibchen nur einmal kopulieren, können sich nicht vermehren und sterben im - für die Obst- und Gemüsebauern - besten Fall damit in einem Gebiet ganz aus.
Auf dieselbe Art könne man auch Tsetsefliegen bekämpfen, die bei Menschen die Schlafkrankheit übertragen, bei Rindern die "Nagana"-Seuche, die in manchen Teilen Afrikas die Rinderzucht fast unmöglich macht, erklärte Marc Vreysen, der Leiter der Forschungseinheit für Insektenkunde. Die Hauptinsel Sansibars, Unguja, habe man damit bereits Tsetsefliegen-frei bekommen, sagte er. Damit sei auch die Krankheit verschwunden. Die "Sterile Insects Technique" sei leistungsfähiger und umweltfreundlicher als Insektenvernichtungsmittel, so Vreysen.
Durch Strahlungsbeschuss, früher eher mit radioaktivem Kobalt, seit ein paar Jahren lieber mit Röntgenstrahlung, steigern die Forscher im "Plant Breeding and Genetics Laboratory" die Mutationsrate in Pflanzen, um so neue Varietäten zu züchten. Sie entwickeln für die Mitgliedsstaaten zum Nulltarif Prozeduren, mit denen man etwa Weizen, Hafer und Roggen zu neuen Eigenschaften verhelfen kann, etwa Resistenz gegen Krankheitserreger, Salz und Trockenheit, oder höhere Erträge, erklärt Laborleiter Brian Forster.
Standards für die Messung von Radioaktivität in der Umwelt bietet das "Terrestrial Environment Laboratory" neben anderen Aufgaben. Nach der Reaktorkatastrophe in Fukushima war es Aufgabe des IAEO-Labors, viele andere Labors weltweit mit Messstandards zu versorgen, erklärte Manfred Gröning, der Leiter des Labors. Weiters gibt es am Seibersdorfer IAEO-Gelände das "Animal Production and Health Laboratory", das "Food and Environmental Protection Laboratory" und das "Soil and Water Management and Crop Nutrition Laboratory".
Dass Patienten etwa in der Krebstherapie die genau richtige Strahlendosis abbekommen, dafür sollen die Forscher des "Dosimetry Laboratory" sorgen. Sie entwickeln Messstandards, trainieren Personal aus den Mitgliedsländern und unterstützen sie beim Eichen ihrer Geräte. In der Krebstherapie müsste man die Strahlung genau dosieren, nämlich so hoch, dass die Krebszellen absterben, aber die Körperzellen nicht zu viel Schaden erleiden, erklärte Godfrey Azangwe vom "Dosimetry Laboratory". Bei Anwendungen wie Röntgenuntersuchungen hingegen sollte die Strahlendosis möglichst niedrig sein, um die Patienten wenig zu belasten, aber dennoch ausreichend hoch, damit man genug Information aus der Untersuchung bekommt, sagte er.
Unter anderem mit dem Kunsthistorischen Museum (KHM) arbeitet das "Nuclear Spectrometry and Applications Laboratory" zusammen, um teure Kunstgegenstände zu untersuchen, ohne ihnen Material entnehmen zu müssen. So wurde zum Beispiel die 2003 aus dem KHM gestohlene "Saliera" mit einem transportablen Gerät für sogenannte Röntgen-Fluoreszenz-Spektroskopie vom IAEO genau inspiziert, nachdem sie drei Jahre im Wald vergraben und wieder aufgetaucht war.
Mit solchen Methoden könne man auch Kunst-Fälschungen entlarven, wenn sie aus Materialien hergestellt wurden, die es zu der vermeintlichen Entstehungszeit noch gar nicht gegeben hat. sagte Andreas Karydas vom "Nuclear Spectrometry and Applications Laboratory". (APA/red, derStandard.at, 28. 11. 2012)
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Einzige Rechtfertigung für die Reaktoren im Prater und in Seibersdorf ist Medizintechnik
-- denn bei Materialforschung gibts so intensive und international nutzbare Labs, dass hier nix Neues zu holen ist --
und selbst Medizintechnik (Isotope für Diagnose und Strahlen"therapie" -- bringt die nicht mehr Leute um, als sie rettet?) ist heute auf dem Stand andelsüblicher Präparate und Geräte.
Muss also nicht in einem Forschungsreaktor erforscht werden, zumal der nächste (bezahlbare und nutzbare) solche in Bayern steht, keine 500km Luftlinie von Wien.
(auch die teuerste Miete dort ist billiger als ein "eigener" Forschungsreaktor, der ja doch nur PrestigeObjekt ist)
Gut, dass es was zu feiern gibt (Vorsicht, Zynismus an Bord)
am prater wird nicht nur materialforschung betrieben bzw. medizinische forschung sonder vorallem auch neutronenforschung.
viele experimente mit neutronen können bei uns am prater vorbereitet une getestet werden bis sie dann bei großen reaktoren aufgebaut werden.
das erspart uns sehr viel geld da wir alles zuerst testen können und anschließend die strahlzeit im ausland voll ausnutzen können.
da gibts noch jede menge was wir nicht wissen und nicht nur einfache materialforschung ;)
Für Materialforschung braucht man nur indirekt einen Reaktor/Neutronenquelle. Es verändert sich nämlich nichts, wenn sie ein neues Material in den Reaktor stecken.
Was soll das mit Medizintechnik auf dem Stand von normalen Geräten und Meds? Arbeiten die nicht mit Strahlung oder wie? Röntgenapparate mit Biostrahlen? Isotope, mit kurzer Halbwertszeit (F-19) werden zB in Seibersdorf hergestellt und schnell zum anwendenen KH gebracht. Dann fahren sie mal die 3 fache Strecke mit aktiven Präparaten.
Wie bringt Strahlenterapie Menschen um? Wenn ich einen Autounfall habe und trotz Not-OP sterbe, bringen mich dann also auch die Ärzte um. Strahlentherapie kann Menschen heilen, die sonst sterben müssten, nur so haben sie eine Chance.
zu a) so ein Bodsinn. Natuerlich aendert sich da viel.
Wenn neutronen Elemente umwandeln dann produzieren sie veraenderungen im Material weil sich die Zusammensetzung laufend aendert. Damit aendern sich laufend die Eigenschaften. Zb. kann mna so wunderbar Si mit P dopen.
b) sehr richtig.
c) auch richtig.
d) der vorposter ist ein Troll von einfach nicht Antworten. Das hat er sich nicht verdient.
leider wissen viele nichteinmal das wir mitten in wien einen reaktor haben (arbeite selber dort als student) und großartige forschung betreiben.
und die, die es wissen glauben wir entwickeln die bösen atomreaktoren...
als es das problem mit den brennstäben gab dachten sogar einige grüne wir sind ohne die brennstäbe arbeitslos und drehen nur drehen nur däumchen :P
tja, und wärend wir mit oldtimern spielen und 70 jahre alte technolgie ohne zukunft "erforschen", spielen andere schon mit dem neuen zeug - wie ungerecht die welt doch ist:
http://www.youtube.com/watch?v=fZDeJrFxd3E
http://www.youtube.com/watch?v=HyisfZL7Vls
zu meiner aussage: "ja die gibts" würde ich noch gerne was dranhängen.
bis jetzt hat es noch keiner geschafft und es ist auch eher unwahrscheinlich das es funktioniert, aber ich will es a) nicht gleich ausschließen und wenn es sie nicht gäbe würde es auch nix ändern:
1) zuerst müsste mal mehr energie rauskommen als man reinsteckt (das ist derzeit leider auch noch immer das problem bei großen fusionsreaktoren)
2) das bild was viele haben vom zusammenmixen zweier chemikalien und das wars ist einfach nur blödsinn
3) was soll das ganze bringen wenn es genauso wie große tokamakreaktoren nicht transportiert werden kann?
4) z.B. palladium in kupfer umwandeln... tolle idee... warum nicht gleich gold in quecksilber?
ja die kalte fusion ist möglich... aber ist sehr inefizient viel zu aufwendig.
viel erfolgreicher ist man im bereich der normalen fusion, wesentlich efizenter bzw. kann damit mehr energie pro reaktor erzeugen.
außerdem spielen wir nicht mit "oldtimern", denn wir erforschen nicht den kernreaktor selber sondern wir verwenden in zum bestrahlen von proben bzw. verwenden wir ihn als neutronenquelle für forschungen ;)
(Google Suchworte zb molten salt reactors youtube)
und "kalte Fusion" ist auch eines dieser Märchen: ja natürlich, das findet alles in der Natur statt, aber bei Raumtemperatur sind es
-- (keine nutzbaren Grössenordnungen sondern) --
eher ein paar Fusionen(Atome) pro Jahrzehnt ...
und Umgebungen wie im Erdkern und in der Sonne sind halt nicht so leicht im Fusionskraftwerk zu beherrschen, ist ja schon bei KernSpaltung übel genug (Sellafield, Harrisburg, Forsmark, Tchernobyl, Fukushima etc.)
(übrigens: Fusion hat keinen konventionellen "Atom"Müll" aber dafür 1x/Jahr ein verstrahltes Gehäuse nötig, weil es unter den schnellen Neutronen sofort versprödet: Halbwertszeit Cr51: 27 Tage, Ni-63: 100 Jahre, Ni-59 75.000 Jahre)
ja auf youtube schwirrt wirklich jede menge müll herum...
kernspaltung und fusion noch was:
das hauptproblem bei kernreaktoren ist eher die verwendung viel zu alter technologie und blindheit der betreiber (also der manager die geld einsparen wollen)
im gegensatz zur kernspaltung ist hingegen ein fusionsreaktor "bombensicher". der vorteil ist, das es nicht zur einer radioaktiven unfall kommen kann da die reaktion sich nicht selbst aufrechterhalten kann. bricht das magentfeld zusammen wird aus dem ganzen ein teurer großer klumpen müll und das wars.
das problem des radioaktiven materials ist eigentlich schon seid langem durch transmutation gelöst.
aber endlager sind anscheinend billiger als transmutationsanlagen zu bauen...
nach 120 Jahren ist Nirosta (vom First Wall im Fusionsreaktor) keineswegs wieder verwendbar oder recyclingfähig,
sondern
das braucht schon ein paar TAUSEND solcher HALBwertszeiten, bis die Verstrahlung halbwegs normalisiert ist.
(also ein paarmal 27000 Tage, 100.000 Jahre bzw. ein paarmal 75mio Jahre ...)
Üblicherweise spricht man von ZEHN Halbwertszeiten als Zeitraum, in dem die Strahlung "verschwunden" ist.
Tatsächlich ist sie dann "nur" auf ein Tausendstel abgeklungen (2 hoch 10 ist 1024).
Nach 20 Halbwertszeiten ist noch ein Millionstel des Ausgangsmaterials vorhanden.
Nach 30 Halbwertszeiten ein Milliardstel usw.
Die Anzahl der Atome der Erde beträgt ca. 10 hoch 51. Wären diese alle radioaktiv, wären sie nach 173 Halbwertszeiten bereits alle zerfallen.
2 hoch 300 ist schon 2*10 hoch 90, das übersteigt schon die geschätzte Zahl der Atome im Universum.
Also: Ganz so arg ist es dann doch nicht mit den benötigten Halbwertszeiten.
mit wievielen Bq(Zerfälle/Sekunde) ihr Körper sowieso schon natürlich strahlt. K-40, C-14, H-3 und auch die Radium-Zerfallsreihe lässt sich nur schwer vermeiden wenn man in einem Ziegel-/Betonhaus wohnt oder sich ab und zu in einem Keller aufhält.
Wenn man nur diese natürlichen Strahlungswerte unterbieten will kommt man mit 10 oder 15 Halbwertszeiten schon verdammt weit. :-)
das wäre ein weiterer vorteil von fusionsreaktoren:
a) es fallen kaum isotope mit großer halbwertszeit an
b) da es wesentlich weniger verschiedene radioaktive isotope produziert als ein atomreaktor wäre es mit transmutationskraftwerken noch einfacher, da diese zuerst die verschiedenen isotope streng voneinander trennen müssen und je weniger es davon gibt desto günstiger wird eine solche anlage.
bin gespannt ob ich in meinem leben noch einen solchen reaktor im dauerbetrieb sehen werde oder vielleicht sogar an dessen konstruktion beteiligt bin :P
alles gute zum geburtstag - und offenbar sind hier einige sachen durcheinander gekommen:
die iaea-labs sind unter http://www-naweb.iaea.org/na/index.html zu finden. die unter dem artikel verlinkten seibersdorf laboratories sind hingegen aus der auslagerung der strahlenschutzsparte des ehemaligen forschungszentrums seibersdorf hervorgegangen und haben mit der iaea ausser dem standort nichts gemeinsam.
der grossteil des ehemaligen forschungszentrums findet sich, nach zahlreichen umstrukturierungen durch menschen mit gesichtsverletzungen, nun unter http://www.ait.ac.at/ an ebenso zahlreichen standorten in österreich
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