"Abhöraffäre": Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Ex-ORF-Sprecher Strobl

28. November 2012, 12:40
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ORF-Direktoren einvernommen - Anzeige von Stiftungsrat Steger (FPÖ)

Die Staatsanwaltschaft Wien ermittelt gegen den ehemaligen ORF-Sprecher Pius Strobl, inzwischen als selbstständiger Agenturchef Auftragnehmer des ORF. Thema: Strobl wies als Kommunikationschef eine Mitarbeiterin an, im Vorraum des Konferenzraums des ORF-Stiftungsrates offen geführte Gespräche von Journalisten mit Direktoren aufzunehmen.

Die Anzeige stammt von FPÖ-Stiftungsrat Norbert Steger, geht aus den dem STANDARD vorliegenden Unterlagen hervor. Strobl selbst zeigte sich am Mittwoch gelassen. "Ich sehe dem mit ruhigem Auge entgegen. Ich habe niemanden abgehört", so Strobl.

Laut österreichischem Strafrecht ist der "Missbrauch von Tonaufnahme- und Abhörgeräten" ein Delikt. In Paragraf 120, Absatz zwei des Strafgesetzbuches findet sich dazu folgender Passus: Zu bestrafen sei, "wer ohne Einverständnis des Sprechenden die Tonaufnahme einer nicht öffentlichen Äußerung eines anderen einem Dritten, für den sie nicht bestimmt ist, zugänglich macht oder eine solche Aufnahme veröffentlicht".

Der "Missbrauch von Tonaufnahme- und Abhörgeräten" ist kein Offizialdelikt, die Staatsanwaltschaft kann nur bei Anzeige aktiv werden. (fid, derStandard.at, 28.11.2012/APA)

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